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	<description>Das Blog von tze</description>
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		<title>Panoramafreiheit – eine Anmerkung zu Google Street View</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Sep 2010 11:10:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alles 2.0, oder was?]]></category>
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieses Haus des polnischen Avantgarde-Architekten Karol Schayer, erbaut 1936, habe ich am 15. August 2009 in Kattowitz fotografiert (siehe dazu die BauNetzWoche#144 „Kattowitz – Das Zentrum der polnischen Moderne“). Als ich mit meinem Fotoapparat unübersehbar vor dem Haus stand, kam eine gut gekleidete Bewohnerin in feindseliger Haltung auf mich zu und beschimpfte mich. Erst als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dieses Haus des polnischen Avantgarde-Architekten Karol Schayer, erbaut 1936, habe ich am 15. August 2009 in Kattowitz fotografiert (siehe dazu die <a href="http://www.baunetz.de/baunetzwoche/baunetzwoche_ausgabe_833633.html" target="_blank">BauNetzWoche#144</a> „Kattowitz – Das Zentrum der polnischen Moderne“). Als ich mit meinem Fotoapparat unübersehbar vor dem Haus stand, kam eine gut gekleidete Bewohnerin in feindseliger Haltung auf mich zu und beschimpfte mich. Erst als sie in meiner Antwort das Wort „Architektur“ verstand, wurde sie schlagartig freundlich und ließ mich gewähren. Die Bewohnerin hatte also offenbar etwas dagegen, dass irgendein Hergelaufener ihr Haus fotografiert. Erst, als der Fotograf ihr einen plausiblen Grund für sein Tun nennen konnte, war sie beruhigt. Wir vermuten, dass diese Bewohnerin auch ihr Haus bei <em>Google Street View</em> verpixeln lässt – sofern sie in Polen die selben Einspruchs-Möglichkeiten genießt, die Google (gönnerhaft? notgedrungen?) deutschen Hausbewohnern einräumt.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-410" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=410"><img class="aligncenter size-full wp-image-410" title="IMG_2731_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/09/IMG_2731_700.jpg" alt="" width="467" height="700" /></a></p>
<p><span id="more-402"></span>Klar, ich hätte ein Dieb sein können, der auf der Suche nach passenden Einbruchsgelegenheiten ist. War die Intervention der Frau nun Zivilcourage oder Hysterie? Ich vermag es nicht zu entscheiden, und ich muss es glücklicherweise auch nicht. Denn – zumindest im deutschen Inland – hat der Gesetzgeber bereits vor über 100 Jahren die Frage geregelt, ob man Häuser vom öffentlichen Straßenland aus fotografieren und diese Bilder veröffentlichen darf. Die Antwort lautet schlicht und ergreifend: Ja, man darf. Jeder darf. Auch Google.</p>
<p>Im <a href="http://www.urheberrecht.org/law/normen/urhg/2003-09-13/text/bgbl_I_1774_01_06_p44a-63a.php" target="_blank">Urheberrechtsgesetz</a> heißt es:</p>
<blockquote>
<h5>§ 59<br />
Werke an öffentlichen Plätzen</h5>
<p>(1) Zulässig ist, Werke, die sich  bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit  Mitteln der Malerei oder Graphik, durch Lichtbild oder durch Film zu  vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei  Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.</p></blockquote>
<p>Die damit geregelte Sache, genannt „Panoramafreiheit“, betrifft also zunächst nur urheberrechtlich geschützte Gebäude, wobei die Frage nicht weiterhilft, welche Gebäude(fassaden) nun die dafür notwendige Schöpfungshöhe aufweisen und welche nicht. Um diesen Konflikt aus dem Weg zu schaffen, hat der BGH&#8230;</p>
<blockquote><p>&#8230; in der Entscheidung <em>Friesenhaus</em> klargestellt, dass es kein Recht  am Bild der eigenen Sache gibt, das über die Befugnisse des Eigentümers  hinausgeht, anderen den Zugang zu ihr zu verwehren.<sup> </sup>Man darf also ein Gebäude in Privatbesitz von einem öffentlichen Weg  aus unbedenklich fotografieren und die Aufnahmen kommerziell verwerten. <a href="http://http//de.wikipedia.org/wiki/Panoramafreiheit" target="_blank">(Wikipedia</a>)</p></blockquote>
<p>Der Hinweis auf die Panoramafreiheit ist mir als Architekturfotograf in der Praxis also eine wertvolle Argumentationshilfe gegenüber misstrauischen Hausbewohnern, die Anstoß an meinem Fotoapparat nehmen. Was ich in Anspruch nehme, werde ich Google wohl kaum verweigern können. Oder?</p>
<p>Die Unterschiede zwischen meinen vereinzelten Fotoknipsereien und einer systematischen Erfassung aller Straßenfassaden à la Google mögen auf den ersten Blick evident sein. Auch ist die recherchierbare Verknüpfung von Postadresse (personenbezogenes Datum!) mit einer Hausansicht ein anders zu bewertender Vorgang als eine isolierte Veröffentlichung einzelner Fassadenansichten. Die Frage ist nur: Wo ist die Grenze, die das eine zulässig macht (Panoramafreiheit!), das andere aber verbieten will (Datenschutz!)? Treiben wir es einmal auf die Spitze: In der genannten Publikation <a href="http://www.baunetz.de/baunetzwoche/baunetzwoche_ausgabe_833633.html" target="_blank">BauNetzWoche#144</a> habe ich einen systematischen Architekturführer über die Avantgardearchitektur der 30er Jahre in Kattowitz angelegt. In einigen bestimmten Straßenzügen sind dafür nahezu alle Häuser erfasst worden – mit Foto, Adresse, Baujahr und Lage im Stadtplan. Auch wenn dies nicht eine polnische Stadt beträfe, sondern eine, in der deutsches Recht gilt, dann würde ich mein Vorgehen dennoch für zulässig und von der Panoramafreiheit abgedeckt halten. Einen substantiellen Unterschied zu Google Street View vermag ich da nicht zu erkennen. Außer, dass Street View um ein Vielfaches faszinierender ist als meine Architekturbildchen.</p>
<p>Seit Tagen surfe ich durch den Dienst und habe bereits meine alte Uni in Lausanne, unser ehemaliges Ferienhaus an der Côte d&#8217;Azur und das schöne alte Hotel in Paris besucht, wo ich nach dem Abi war. Fazit: Es wird Zeit, dass Google Street View auch für Deutschland kommt.</p>
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		<title>Rauchfrei in Berlin – ein kleiner Presseskandal</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Aug 2010 13:39:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie und Genuss]]></category>
		<category><![CDATA[Medien]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Forum Rauchfrei&#8221; – das ist ein Verein der Nichtraucherlobby. Und der hat es gestern geschafft, eine  Pressemitteilung ungeprüft in alle Berliner Lokalzeitungen von &#8220;taz&#8221; bis &#8220;Morgenpost&#8221; zu lancieren. Demnach – Alarm, Alarm! – soll selbst im gutbürgerlichen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf jedes vierte Speiselokal den Nichtraucherschutz missachten. Wir machen uns gewiss nicht für Tabakqualm in der Gastronomie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Forum Rauchfrei&#8221; – das ist ein Verein der Nichtraucherlobby. Und der hat es gestern geschafft, eine  <a href="http://www.forum-rauchfrei.de/index.php?page=183706619&amp;f=1">Pressemitteilung</a> ungeprüft in alle Berliner Lokalzeitungen von &#8220;taz&#8221; bis &#8220;<a href="http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article1364717/In-Berlins-Kneipen-wird-wieder-kraeftig-geraucht.html">Morgenpost</a>&#8221; zu lancieren. Demnach – Alarm, Alarm! – soll selbst im gutbürgerlichen Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf jedes vierte Speiselokal den Nichtraucherschutz missachten. Wir machen uns gewiss nicht für Tabakqualm in der Gastronomie stark – aber  beim Versuch, die Zählungen des Vereins vor Ort nachzuvollziehen, sind wir bei deutlich harmloseren Ergebnissen gelandet. Ist das Ganze also eher ein kleiner Presseskandal?<span id="more-356"></span></p>
<p>Wer sich zum Thema &#8220;Rauchen in der Öffentlichkeit&#8221; äußert, sollte seine eigene Position kurz vorab verorten – damit man versteht, aus welcher Ecke die Äußerung kommt. Ich bin <strong>Nichtraucher</strong>, habe früher aber auch mal geraucht, und ich bin recht froh, dass ich seit drei Jahren meine Kleidung nicht mehr in die Reinigung geben muss, nur weil ich eine Pizzeria aufgesucht habe. Das Rauchverbot in der Gastronomie, zumindest in dezidierten Speise-Restaurants, hätte man schon vor zwanzig Jahren einführen sollen. Andererseits habe ich etwas gegen staatliche Bevormundung aller Lebensbereiche. Wer sich in der mittlerweile berühmten <strong>&#8220;getränkegeprägten Kleingastronomie&#8221;</strong> aufhält, vulgo in der Bierkneipe an der Ecke herumdümpelt, der ist in den meisten Fällen Raucher – ob als Wirt oder Gast, ist dabei fast egal. Der Staat sollte diese Leute in Ruhe (rauchen) lassen, denn sie bleiben eh unter sich. Sie müssen nicht vor sich selbst geschützt werden.</p>
<p>Anders sieht es in <strong>Speiselokalen</strong> aus. Hier hat der Gast tatsächlich einen Anspruch darauf, nicht vollgequarzt zu werden, nur weil er etwas essen möchte. Aber gerade diese Speisegastronomie sei nun besonders anfällig für Regelverstöße, behauptet der Verein. Er arbeitet dabei mit suggestiven Formulierungen: Er vermisse in jeder vierten Gaststätte den Schutz vor Passivrauch. Beim gemeinen Zeitungsleser kommt an, dass in jedem vierten Restaurant hemmungslos geraucht wird. Tatsächlich beklagt der Verein oft nur eine im Detail mangelhafte bautechnische Abtrennung des (erlaubten) Raucherraums. Im Einzelfall sicher unschön, aber eben auch keine weit verbreitete Total-Ignoranz des Nichtraucherschutzes.</p>
<p>Die schlaumeierischen Formulierungen des Vereins haben mich jedenfalls dazu angestachelt, das Ganze selbst in Augenschein zu nehmen. Als Journalist und Bürger, nicht als Lobbyist. Und ergebnisoffen. Das Ergebnis hat mich dann aber doch erstaunt.</p>
<p>Ich habe mich an der Versuchsanordnung des Vereins orientiert. Der will an einem Wochenende zwischen 20 und 2 Uhr nachts gezählt haben. Ich war nun am gestrigen Dienstag (3. August 2010) unterwegs, und zwar nach 22 Uhr – also jener ominösen Uhrzeit, ab der die Gastronomiebranche unter der Woche keine Kontrollen des Ordnungsamtes mehr erwartet. Viel später hätte ich nicht kommen dürfen, denn viele Speiselokale waren nach 22 Uhr schon relativ leer. Andererseits ist die späte Stunde natürlich besonders viel versprechend, weil man zu dieser Zeit die eine oder andere Laxheit erwarten kann.</p>
<p>Das &#8220;Forum Rauchfrei&#8221; hatte seinen Fokus auf rund 40 Speiselokale in <strong>Charlottenburg-Wilmersdorf </strong>gelegt, als Straßen wurden genannt: Uhlandstraße, Ludwigkirchplatz, Pariser Straße und Schlüterstraße, letztere &#8220;bis Savignyplatz&#8221; (was geografisch nicht ganz hinhaut). Diesen Weg im Zentrum der Berliner City-West bin ich abgelaufen – und fühlte mich sofort mies: als Spitzel, der anderen Menschen hinterher spioniert und ihnen ihr Vergnügen nehmen will. Ich musste mich mit dem Gedanken beruhigen, dass ich kein Denunziant bin, sondern ein <strong>Berichterstatter</strong>. Ein Berichterstatter, der veröffentlichte Behauptungen entweder verifizieren oder falsifizieren will. Dazu muss ich konkret werden. Deswegen nenne ich im Folgenden die Namen der Lokale und ihre Policy zum Thema Rauchen nach dem Augenschein. Das Label &#8220;negativ&#8221; bedeuten dabei, dass eben kein Rauchen festgestellt wurde: &#8220;Negativ&#8221; ist hier also so etwas wie &#8220;gut&#8221;.</p>
<p>Pariser Str. 59, Café Atyin: negativ (22:08)</p>
<p>Pariser Str. 59, Café Jetlag: negativ (22:10)</p>
<p>Pariser Str. 58, Discothek Cesar: als Raucherclub gekennzeichnet (wohl regelwidrig, da keine getränkeorientierte Kleingastronomie), um diese Zeit noch keine Gäste, aber deutlicher Zigarettengeruch vom Vorabend (22:10)</p>
<p>Pariser Str. 56/57, Namascar: negativ (22:10)</p>
<p>Pariser Str. 48, Ristorante Caruso: negativ (22:11)</p>
<p>Uhlandstr.  48, La Fiamma: negativ (22:13)</p>
<p>Uhlandstr. 153, Da Giorgio Mini Pizza: negativ (22:15)</p>
<p>Ludwigkirchstr. 11 Manzini: negativ (22:16)</p>
<p>Ludwigkirchstr 14, Fagiano: negativ (22:17)</p>
<p>Ludwigkirchstr. 6, Hamlet: negativ (22:21)</p>
<p>Ludwigkirchstr. 9, Kaffeehaus Ottenthal: negativ (wird gerade geschlossen; 22:22)</p>
<p>Pariser Str. 15, Weinkost: negativ (22:23)</p>
<p>Pariser Str. Ecke Pfalzburger Str., am Ludwigkirchplatz, Weyers: im Hauptraum mit Theke wird geraucht, als Raucherbereich gekennzeichnet, Aschenbecher sind gedeckt, Nebenräume rauchfrei, Abgeschlossenheit durch Glastür. Raumaufteilung dennoch offenbar regelwidrig (22:25)</p>
<p>Ludwigkirchplatz Ecke Pfalzburger Str., Kuchel-Eck: im Hauptraum mit Tresen wird geraucht; Restaurant im Nebenraum mit eigenem Eingang von außen, innen mit Glasschiebetür abgetrennt: rauchfrei. Raumaufteilung dennoch offenbar regelwidrig (22:32)</p>
<p>Ludwigkirchplatz Ecke Emser Str., Route 66 Diner: negativ (22:35)</p>
<p>Pariser Str. 43, Mizuchi Sushi: negativ (22:38)</p>
<p>Pariser Str. 42, Pizza Factory: negativ (22:40)</p>
<p>Pariser Str. 18, Poco Loco: negativ (22:41)</p>
<p>Pariser Str. 18a, Okeh: mit Glaswand abgetrennter, großer Nebenraum als Raucherraum genutzt, Hauptraum mit Tresen rauchfrei, offenbar regelkonform (22:43)</p>
<p>Pariser Str. 18a, Brasserie Marcivo: negativ (22:44)</p>
<p>Pariser Str. 19, Solo: negativ (22:45)</p>
<p>Pariser Str. 39/40, Falafel Mama: negativ (22:46)</p>
<p>Pariser Str. 38, Friend&#8217;s Cocktailbar: als Raucherlokal ausgewiesen, kein Speisenangebot, offenbar regelkonform, da getränkeorientierte Kleingastronomie (22:48)</p>
<p>Pariser Str. 22, Mr. Sushi: negativ (22:50)</p>
<p>Württembergische Str. 8/10, mr hai sushibar: negativ (22:51)</p>
<p>Kurfürstendamm 51, Paul: negativ (22:56)</p>
<p>Schlüterstr. 47, Ovest: negativ (22:58)</p>
<p>Schlüterstr. 33, Adnan: negativ (22:59)</p>
<p>Schlüterstr. 33, Sushi Bar: negativ (23:01)</p>
<p>Schlüterstr. 52, Mondo Pazzo: negativ (23:02)</p>
<p>Schlüterstr. 52, QBA Cocktail Bar: negativ (23:03)</p>
<p>Mommsenstr. 9, Marjellchen: negativ (23:04)</p>
<p>Bleibtreustr. 17, Eingang Mommsenstr., AnnaLee: negativ (23:06)</p>
<p>Mommsenstr. Ecke Bleibtreustr., Reste fidele: negativ (keine Gäste mehr; 23:07)</p>
<p>Knesebeckstr. 77, Vagabund-Club:  als Raucherlokal ausgewiesen, offenbar regelkonform (noch keine Gäste, Barkeeper raucht vor der Tür; 23:13)</p>
<p>Else-Ury-Bogen 593 (am Savignyplatz), Petrocelli&#8217;s Bar: negativ (23:16)</p>
<p>Savignyplatz 1, Brel: negativ (eventuell kleiner, abgetrennter Raucherraum im rückwärtigen Teil vorhanden; 23:17)</p>
<p>Grolmannstr. 47, Diener Tattersall: Hier wird an allen Tischen geraucht, obwohl zubereitete Speisen angeboten werden: offensichtlich regelwidrig (23:19)</p>
<p>Zur Methodik muss noch angemerkt werden, dass trotz des eher kühlen und   unbeständigen Sommerabends die meisten Lokale Freiluft-Sitzplätze vor   dem Haus angeboten haben, an denen durchgängig geraucht wurde. Die   Zählung bezieht sich nur auf <strong>Innenräume</strong>. Bei schlechterem Wetter sind also  andere Zählungsergebnisse denkbar.</p>
<p>Nun zum <strong>Fazit</strong>: Nach der alarmistischen Pressemitteilung des Lobbyvereins war ich bass erstaunt, dass von 38 getesteten Lokalen lediglich ein einziges ganz eindeutig gegen den Nichtraucherschutz verstößt. Dieses Lokal, eine Alt-Berliner Traditionskneipe, ist keinesfalls als „inhabergeführte, getränkegeprägte Kleingastronomie&#8221; anzusehen, da es dort bis fast Mitternacht warme Küche gibt und augenscheinlich angestellte Kellnerinnen tätig sind. Nach der geltenden Regel dürfte hier also keineswegs geraucht werden.</p>
<p>Weniger eindeutig sind die weiteren Fälle: Insgesamt drei Gaststätten bezeichnen sich als <strong>Raucherlokale</strong> und weisen mit einem Schild schon von außen darauf hin. Hier kann der Gast also vorher entscheiden, ob er sich dem Rauch aussetzen will. Allerdings scheinen nach meinem Dafürhalten nur zwei Lokale tatsächlich zur &#8220;getränkegeprägten Kleingastronomie“ zu gehören; eine Discothek erfüllt hingegen die Definition offensichtlich nicht. Es ist also streng genommen ein &#8220;illegales&#8221; Raucherlokal.</p>
<p>Bleiben die vier Lokale, die sowohl Raucher- als auch Nichtraucherräume anbieten. Auch hier ist nur eines regelkonform ausgestattet, während drei weitere den Hauptraum zum Raucherraum machen und die Nichtraucher in Nebenräume abschieben. Nach der geltenden Regel müsste es umgekehrt sein.</p>
<p>Selbst wenn wir hier also sehr kleinlich sein wollten, ist doch zunächst einmal festzustellen, dass in immerhin <strong>81,6%</strong> der Lokale <strong>überhaupt nicht</strong> geraucht wird! Lediglich in <strong>2,6%</strong> der Lokale wird <strong>eindeutig regelwidrig</strong> geraucht, in weiteren <strong>7,9%</strong> wird <strong>unter Strapazierung der Regeln </strong>geraucht, und in <strong>7,9%</strong> wird schließlich<strong> völlig legal</strong> geraucht. Somit komme ich auf gerade mal <strong>10% </strong>Regelverletzer. Wie der Verein da auf eine Quote von 25% (&#8220;jedes vierte&#8221;) regelwidriger Raucherlokale kommen will, erschließt sich mir nicht.</p>
<p>Rauchen hin oder her: Das eigentliche Ärgernis ist, dass die Presse die Behauptungen des Vereins ungeprüft übernommen hat. Mit diesem kleinen Versuch möchte ich dieser Berichterstattung Fakten entgegensetzen.</p>
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		<title>Wie bei der Mafia</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 08:45:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute steht in der Zeitung, dass „die Entsorgung alter Atomreaktoren und Kernforschungsanlagen den Bundeshaushalt in den nächsten Jahren weiter mit Millardenbeträgen belastet“. Wir hatten nichts anderes erwartet, und wir vermuten überdies, dass hierbei die Kosten der seit Jahrzehnten völlig ungeklärten Endlagerei des Atommülls noch nicht berücksichtigt sind. Was einem dabei wieder hochkommt ist ein Kommentar [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute steht in der <a href="http://www.tagesspiegel.de/politik/entsorgung-von-altreaktoren-wird-teurer-milliardenkosten-fuer-stilllegung-der-asse/1891286.html">Zeitung</a>, dass „die Entsorgung alter Atomreaktoren und Kernforschungsanlagen den Bundeshaushalt in den nächsten Jahren weiter mit Millardenbeträgen belastet“. Wir hatten nichts anderes erwartet, und wir vermuten überdies, dass hierbei die Kosten der seit Jahrzehnten völlig ungeklärten Endlagerei des Atommülls noch nicht berücksichtigt sind.</p>
<p>Was einem dabei wieder hochkommt ist ein <a href="http://www.faz.net/s/Rub4D8A76D29ABA43699D9E59C0413A582C/Doc~E281D4CC52CDF41D7A2CEF15E46E2E5ED~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Kommentar</a> des unfasslich naiv-wirtschaftsliberalen Wirtschaftsredakteurs der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung F.A.S., Rainer Hank, vom 18. Juli 2010 (‚Wie bei der Mafia“).</p>
<p><span id="more-352"></span>Darin vergießt Hank Krokodilstränen darüber, dass die Atomindustrie nun in Form einer Brennelementesteuer belastet werden soll. Hank sieht darin mafiöse Methoden des Staates („Schutzgelderpressung“) und setzt die Atomindustrie mit anderen Branchen wie dem Lebensmitteldiscount oder der Schraubenindustrie gleich, die ja schließlich auch nicht mit besonderen Abgaben belegt würden. Hanks Argumentation funktioniert aber nur durch eine Prämisse, die Hank freihändig selbst setzt: Nach dieser Prämisse ist die Atomindustrie eine Wirtschaftsbranche, die frei schwebend existiert und allein nach betriebswirtschaftlichen Regeln agiert.</p>
<p>Hank übersieht, dass die Atomindustrie seit Anbeginn ihrer Existenz von Staats wegen gewollt, durch den Staat eingerichtet und staatlich subventioniert wurde. Diese Industrie privatisiert seit jeher ihre Gewinne und sozialisiert (also verstaatlicht) ihre Risiken. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, dann ist es die erwähnte Zeitungsmeldung zu den Entsorgungskosten alter Atomreaktoren, die eben nicht von der Atomindustrie, sondern vom Staat übernommen werden.</p>
<p>Somit ist die Atomindustrie eben nicht eine „freie“ Branche, in die der Staat nicht regulierend eingreifen dürfte. Sie ist vielmehr ein Konstrukt, das man einst in den fünfziger Jahren für energiepolitisch notwendig gehalten hatte und das seitdem (in der Summe der Kosten) nur durch staatliche Subvention existenzfähig ist. Wenn der Staat nun aus guten Gründen meint, diesem Konstrukt eine leichte Mehrbelastung zumuten zu wollen, soll er das herzlich gerne dürfen. Das sollte auch ein neoliberaler Hardliner wie Rainer Hank begreifen. Immerhin bringt er ja die geistigen Voraussetzungen für Erkenntnis mit: Ich habe ihn vor 25 Jahren in seiner damaligen Funktion als Referent bei der katholischen Begabtenförderung „Cusanuswerk“ kennen- und durchaus schätzen gelernt. Damals umgab er sich allerdings eher mit einem modischen rotgrünen Habitus. The times, they are a changing.</p>
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		<item>
		<title>Le Paradis in Paris</title>
		<link>http://blog.hotze.net/?p=330</link>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 21:51:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie und Genuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Klar ist Paris teuer. Die üblichen Lokale an den großen Boulevards sind für normal verdienende Besucher eigentlich unbezahlbar – was nicht zuletzt an den hohen Getränkepreisen liegt. Wie kann man in hier dennoch preiswert essen? Wir haben ein kleines Restaurant in Montparnasse gefunden, in dem man mit rund 40 Euro auf der Rechnung zu zweit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Klar ist Paris teuer. Die üblichen Lokale an den großen Boulevards sind für normal verdienende Besucher eigentlich unbezahlbar – was nicht zuletzt an den hohen Getränkepreisen liegt. Wie kann man in hier dennoch preiswert essen? Wir haben ein kleines Restaurant in Montparnasse gefunden, in dem man mit rund 40 Euro auf der Rechnung zu zweit glücklich wird: dreigängig, mit Aperitiv und Wein – und in jedem Fall landestypisch.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-332" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=332"><img class="aligncenter size-full wp-image-332" title="R0011522_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/05/R0011522_700.jpg" alt="" width="700" height="433" /></a><br />
<span id="more-330"></span></p>
<p>Trotz der hohen Preise sind die beiden Lokale, die uns hier am Bd. Edgar Quinet in Montparnasse als typische Beispiele für den „Standard“ als erstes ins Auge fallen, mittags wie abends gut gefüllt: Im „Café de la Place“ und im „Café Odessa“ essen die Leute im Freien eine Kleinigkeit, ein Sandwich, ein Crêpe oder einen Salat. Es sind Einheimische, Berufstätige, Junge und Mittelalte, jedenfalls kaum Touristen.</p>
<p>Die dazugehörigen Getränkepreise sind es nun, die wir atemberaubend finden. Erfrischungsgetränke wie eine simple Cola kosten 4,50 Euro (serviert wird eine 0,33 l-Flasche); ein kleines Bier (0,25 l, „demi“) will ebenfalls mit 4,50 Euro bezahlt werden. Ein halber Liter Bier vom Fass („pinte“) kostet hier durchgängig die absurde Summe von 8 Euro. So teuer ist es nicht mal in Venedig in vorderster (Wasser-) Front. In vergleichbaren Lokalen in Berlin wird 3,50 Euro für einen halben Liter Pils schon als eher teuer empfunden; in München gibt&#8217;s die Halbe Helles durchaus schon für 2,80 Euro.</p>
<p>Der Wein wird in Paris in Winzgläsern von 0,14 l ausgeschenkt und kostet für diesen Fingerhut mindestens 3,50 bis 4,50 Euro, eine Halbliterkaraffe offenen Weines schlägt in den üblichen Lokalen mit mindestens 12, gern aber auch mit 15 und mehr Euro zu Buche. Diese Preise sind Standard in Paris, nicht etwa besondere Spitzen an touristischen Hotspots.</p>
<p>Warum ich so auf den Getränkepreisen herumreite? Weil sie natürlich erheblichen Einfluss auf die Endrechnung im Restaurant haben. Denn kaum jemand mag sich beim Abendessen auf die kostenlose <em>Carafe d&#8217;eau</em> aus Leitungswasser beschränken (die hier im Unterschied zu Deutschland allerdings anstandslos gereicht wird).</p>
<p>Auf der Suche nach einer preiswerten, dennoch landestypischen Abendmahlzeit haben wir in Paris jedenfalls sehr viele Lokale gesehen, denen wir uns nicht anvertraut haben. Brasserien an großen Boulevards mit roter Markise und befrackten Kellnern offerieren das obligatorische <em>Steak frites</em> für 16,90 Euro aufwärts – Nebenkostendesaster durch horrende Getränkepreise inklusive.</p>
<p>Ein kleines Paradies fanden wir dann in der schmalen <em>Rue du Paradis</em>, ganz in der Nähe des Bahnhofs Montparnasse. Das Innere des „<a href="http://www.restaurantleparadis.fr">Restaurant du Paradis</a>“ gibt sich eher „urig“ als mondän (und mit sicher deutlichen Schwächen bei der einzigen Toilette). Die Einheimischen am Nachbartisch wiesen darauf hin, dass die Ansammlung von Madonnen-Devotionalien über dem Tresen keinesfalls von Franzosen stammen könne, der Wirt komme sicher aus Spanien oder Portugal. Wir hingegen meinten auch noch einen nordafrikanischen Touch festgestellt zu haben.</p>
<p>Es werden Menüs zu 8, 10, 12 und 15 Euro angeboten. Beim 12-Euro-Menü wählten wir bei unserem ersten Besuch einen Nizzasalat als Vorspeise, der mit Dosenmais und geraspelten Möhren zugegebenermaßen nicht ganz dem Original entsprach. Thunfisch und Ei waren allerdings dabei. Als Hauptgericht kam ein „Faux Filet“, also ein gegrilltes Rinderlendensteak, mit klasse hausgemachten Pommes Frites. Dass das Steak alles andere als durch war, beruhte auf einem Kommunikationsfehler des Gastes. Die beiden (großen) Kugeln Pistazien- und Cassis-Eis, die wir zum Nachtisch wählten, waren von vorbildlicher geschmacklicher Dichte. Das Cous-Cous mit Huhn, das wir für 10 Euro à la carte orderten, kam opulent und unerwartet auf gleich drei Tellern bzw. Terrinen: eine fürs Couscous, eine für eine Gemüsepfanne, und die dritte trug einen Hähnchenschenkel. Zuvor war – ebenfalls à la carte – eine typische französische Zwiebelsuppe mit Crouton und Käsegratin aufgetischt worden.</p>
<p>Bei den Getränkepreisen gibt es im <em>Le Paradis</em> eine deutliche Entspannung gegenüber dem oben zitierten Standard. Ein halber Liter gut trinkbaren offenen Weins (rot, weiß, rosé) kostet hier mit 6 Euro weniger als die Hälfte des nebenan Üblichen. Das Bier (Kronenbourg) zum Aperitiv sollte laut Karte 3,50 Euro kosten und 0,33 l beinhalten; tatsächlich kam eine 0,25 l-Flasche, die dann aber auch nur mit glatten 3 Euro berechnet wurde. Beim ersten Abend standen am Ende moderate 38 Euro für zwei auf der Rechnung. Soviel zahlen wir – bei zurückhaltender Bestellung – in Berlin beim Griechen um die Ecke auch.</p>
<p>Am zweiten Abend haben wir dann im Rahmen des (teuersten!) 15-Euro-Menüs eine pikante Fischsuppe bekommen, dann zwei große Lammkoteletts als Hauptgericht, und an der Position des Desserts erhielten wir auf Wunsch anstandslos und ohne Aufpreis eine auf der Karte nicht vorgesehene kleine Käseauswahl gereicht. Das Faux Filet im Rahmen des 12-Euro-Menüs war dieses Mal allerdings auf einer Seite zu schwarz gegrillt – wohl die Überreaktion der Küche auf unseren Wunsch, das Steak  „bien cuite“ haben zu wollen.</p>
<p>Fazit: Es gibt unzählige Restaurants dieser Art in typischen Urlaubsgebieten, und sicher auch zu Hunderten in Paris. Nicht alles ist hier perfekt, aber der Gast wird nicht geneppt, das Essen ist reichlich, und die Rechnung bleibt am Ende überschaubar. Für Montparnasse ist das „Le Paradis“ also eine kleine Entdeckung.</p>
<p>Restaurant Le Paradis, 18 rue Maine, 75014 Paris<br />
<a href="http://www.restaurantleparadis.fr">www.restaurantleparadis.fr</a></p>
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		<title>Alter Schwede!</title>
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		<pubDate>Tue, 04 May 2010 21:34:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Esbjörn-Svensson-Trio fusioniert Jazz und Rock Ein klassisches Jazz-Trio besteht aus Klavier, Bass (gezupftem Kontrabass, &#8220;Naturbass&#8221;) und Schlagzeug (gern mit Besen). Das klimpert und puckert dann so schön vor sich hin. In den gewagtesten Momenten gibt es mal ein Schlagzeug- oder Basssolo. Der swingende Klassiker ist das Oscar-Peterson-Trio. Mir gefällt das Keith-Jarrett-Trio. In den besten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Das Esbjörn-Svensson-Trio fusioniert Jazz und Rock</strong></p>
<p>Ein klassisches Jazz-Trio besteht aus Klavier, Bass (gezupftem Kontrabass, &#8220;Naturbass&#8221;) und Schlagzeug (gern mit Besen). Das klimpert und puckert dann so schön vor sich hin. In den gewagtesten Momenten gibt es mal ein Schlagzeug- oder Basssolo. Der swingende Klassiker ist das Oscar-Peterson-Trio. Mir gefällt das Keith-Jarrett-Trio. In den besten Momenten erzeugt es repetitive Musik, 25-minütige Improvisationen, nachzuhören auf teuren CD-Boxen. Nun ist mir ein neues, moderneres Konzept eines Jazz-Trios aufgefallen. Das Dramatische dabei: Der namensgebende Bandleader ist inzwischen bei einem Tauchunfall ums Leben gekommen. Es wird also keine neuen Platten des schwedischen Esbjörn-Svensson-Trios (E.S.T.)  mehr geben. Grund genug, die vorhandenen Aufnahmen zu hören. Und dabei bleibt einem an einigen Stellen der Atem stehen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-312" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=312"><img class="aligncenter size-full wp-image-312" title="est" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/05/est1.jpg" alt="" width="396" height="282" /></a></p>
<p><span id="more-310"></span>Zum Beispiel, wenn in dem Stück &#8220;Definition of a Dog&#8221; auf der Platte &#8220;Live in Hamburg&#8221; nach einem halbherzig versuchten Schlagzeugsolo auf einmal der Verrückte am Bass (oder ist es ein Violoncello?) unvermittelt in ein Black-Sabbath-Riff stolpert. Voll verzerrt, über den Gitarrenverstärker gespielt. Und dazu klimpert das Piano. Verstörend. Genial.</p>
<p>Zum Beispiel, wenn auf dem zweiten (langen) Stück der Platte &#8220;Leucocythe&#8221; erst ein penetrant-fieses Feedback-Pfeifen zu hören ist, das die meisten Toningenieure wohl für einen Fehler halten würden, und dann der Drummer in ein ewig wiederholtes Stakkato verfällt, das wir aus Jimi Hendrix&#8217; &#8220;Machine Gun&#8221; zu kennen glauben.</p>
<p>Und zum Beispiel, wenn die Platte &#8220;Tuesday Wonderland&#8221; mit einem Klavier beginnt, das plötzlich von einem fetten, gutturalen Lärmteppich abgelöst wird.</p>
<p>NuJazz? Postrock? Der Etiketten sind viele. In erster Linie ist E.S.T. wirklich nur ein Jazz-Trio. Aber eines, das man sich anhören sollte, wenn man Sinn für Variation im Sound hat.</p>
<p><a href="http://www.est-music.com/">www.est-music.com</a></p>
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		<title>Tschüss Rotkehlchen!</title>
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		<pubDate>Fri, 05 Mar 2010 22:27:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie und Genuss]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Berliner Bürgerbräu&#8221; gibt es nicht mehr. Jedenfalls nicht in der bisherigen Form. Alle Rezepte, Marken- und Vertriebsrechte sind mit Wirkung vom 1. März 2010 an die Radeberger-Gruppe übergegangen. Damit endet die Existenz der letzten unabhängigen industriellen Brauerei Berlins. Fortan kommen alle Berliner Biere, sofern sie nicht aus kleinen Erlebnis-,  Gastronomie- und Micro-Breweries stammen, aus einer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Berliner Bürgerbräu&#8221; gibt es nicht mehr. Jedenfalls nicht in der bisherigen Form. Alle Rezepte, Marken- und Vertriebsrechte sind mit Wirkung vom 1. März 2010 an die Radeberger-Gruppe übergegangen. Damit endet die Existenz der letzten unabhängigen industriellen Brauerei Berlins. Fortan kommen alle Berliner Biere, sofern sie nicht aus kleinen Erlebnis-,  Gastronomie- und Micro-Breweries stammen, aus einer einzigen Bierraffinerie in Berlin-Hohenschönhausen. Kindl, Schultheiss, Berliner Pilsener und eben auch Bürgerbräu: alles aus einer Fabrik.<a rel="attachment wp-att-296" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=296"><img class="aligncenter size-full wp-image-296" title="Logo_sauber" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/03/Logo_sauber.jpg" alt="" width="250" height="274" /></a></p>
<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-286" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=286"><br />
</a><span id="more-285"></span></p>
<p>Bisher war Bürgerbräu, das seit Anfang der neunziger Jahre in den Händen einer bayrischen Familie war, in Berlin auch immer ein Sympathieträger: für regionales Bier, gegen überregionale Massenbiere. Allein: Der Konsument hat das nicht auskömmlich honoriert. Die Ostberliner Marke Bürgerbräu mit ihrem markanten Brauschloss am Müggelsee in Friedrichshagen hat schlicht nicht genug Käufer gefunden, obwohl sie in fast allen Berliner Getränke- und Vollsortimenter-Supermärkten angeboten wurde. Vor Einführung des Dosenpfandes gab es sie sogar bei Aldi.</p>
<p>Wenn ich es richtig verstanden habe, wird die Marke Berliner Bürgerbräu fortan von den Oetkers, die die Radeberger-Gruppe besitzen, fortgeführt. Ob es jedoch alle Produkte wie z.B. das angenehme bernsteinfarbene Export-Bier &#8220;Rotkehlchen&#8221; weiter geben wird, ist derzeit unklar.</p>
<p>Die bisherigen Bürgerbräu-Eigner hingegen wollen offenbar am alten Standort Bio-Bier als Nischenprodukt unter der neuen Markenbezeichnung &#8220;Köpenicker Bürgerbräu&#8221; produzieren. Ein &#8220;1. Berliner Bio-Pils&#8221; hat Bürgerbräu bereits seit 2008 im Sortiment, aber dieses Produkt soll ja wohl auch zu Radeberger wechseln.</p>
<p>Soll es fortan also zwei konkurrierende, unverkäufliche Marken &#8220;Bürgerbräu&#8221; geben?</p>
<p><em>Nachtrag 1. 4. 2010</em></p>
<p>Inzwischen sind die &#8220;neuen&#8221; Bürgerbräu-Biere im Handel, die von Schultheiß-Kindl (Radeberger-Gruppe) gebraut werden. Teilweise stehen jetzt übergangsweise sogar alte Abfüllungen aus Friedrichshagen direkt neben neuen aus Hohenschönhausen im Regal.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-301" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=301"><img class="aligncenter size-full wp-image-301" title="rotkehlchen" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/03/rotkehlchen.jpg" alt="" width="700" height="478" /></a></p>
<p>Erfreulich zunächst, dass auch das &#8220;Rotkehlchen&#8221; weiter produziert wird. Allerdings steht auf der Flasche neuerdings der Hinweis, dieses Export habe eine &#8220;feine Karamellmalznote&#8221;. Und tatsächlich: Das Bier schmeckt sehr deutlich malziger als das &#8220;alte&#8221; Rotkehkehlchen. Und zwar so deutlich, dass es mir persönlich nicht mehr schmeckt.</p>
<p>Komisch, sagt die Geschäftsführerin der &#8220;alten&#8221; Bürgerbräu-Brauerei: &#8220;Wir haben denen auch die Rezepturen gegeben&#8221;.Die Geschäftsführerin habe ich übrigens erreicht bei abendlichem Anruf der Nummer, die auf den &#8220;alten&#8221; Flaschen zwecks Brauereibesichtigung angegeben ist. Bei &#8220;Köpenicker Bürgerbräu&#8221; ist man also fleißig und für die potentielle Kundschaft stets erreichbar. Prima!</p>
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		<title>Theo, wir fahrn nach Wudsch!</title>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 15:15:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[architecture]]></category>
		<category><![CDATA[Lodz]]></category>
		<category><![CDATA[Städtebau]]></category>
		<category><![CDATA[urban planning]]></category>

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		<description><![CDATA[Wussten Sie, dass der Ortsname Łódź auf Polnisch wie &#8220;Wudsch&#8221; ausgesprochen wird? Eine Journalistenreise führte uns jetzt zu dem preisgekrönten Umbau einer Industrieruine in ein Vier-Sterne-Hotel – und in Polens drittgrößte Stadt, die einst als das &#8220;Manchester des Ostens&#8221; galt. Hotel andel&#8217;s Lodz Lodz (ich verzichte fortan auf Sonderzeichen bei den Eigennamen) ist eine Stadt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wussten Sie, dass der Ortsname <strong>Łódź</strong> auf Polnisch wie &#8220;Wudsch&#8221; ausgesprochen wird? Eine Journalistenreise führte uns jetzt zu dem preisgekrönten Umbau einer Industrieruine in ein Vier-Sterne-Hotel – und in Polens drittgrößte Stadt, die einst als das &#8220;Manchester des Ostens&#8221; galt.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-264" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=264"><img class="aligncenter size-full wp-image-264" title="R0010956_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010956_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a><em>Hotel </em>andel&#8217;s Lodz<em><br />
</em></p>
<p><span id="more-187"></span></p>
<p>Lodz (ich verzichte fortan auf Sonderzeichen bei den Eigennamen) ist eine Stadt der Industrialisierung des 19. Jahrhunderts. Es gibt hier keinen historischen Stadtkern, keinen Marktplatz und keine Ortsmitte. Jedenfalls keine punktuelle. Als Ortsmitte gilt vielmehr die vier Kilometer lange <strong>ul. Piotrkowska</strong>. Sie ist eine prächtige Achse der Gründerzeit, eine Achse, an der sich Banken und neureiche Industrielle mit ihren Palästen verewigt haben.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-207" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=207"><img class="aligncenter size-full wp-image-207" title="R0010863_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010863_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a><em>Die ul. Piotrkowska ist 4 km lang und die Hauptstraße von Lodz<br />
</em></p>
<p>Obwohl das streng orthogonale Straßenraster fast so regelmäßig ist wie das amerikanischer <em>Downtowns</em>, wirkt das Stadtbild merkwürdig uneinheitlich, ja zerrissen. Das liegt zum einen daran, dass im Sozialismus einige wichtige Straßen verbreitert und dafür die Vorderhäuser abgerissen wurden  – man also direkt in die Hinterhöfe blickt –, und es außerdem offenbar damals keine Festlegung der Bauhöhen gab. Anders also als bei der gründerzeitlichen Stadterweiterung Berlins innerhalb des S-Bahn-Rings, wo der Hobrecht-Plan eine durchgängige Bauhöhe von 22 Metern festschrieb, finden wir in Lodz zwei- neben fünfgeschossigen Bauten.</p>
<p>Lodz war ein Zentrum der Textilindustrie, in dem man im 19. Jahrhundert richtig Geld machen konnte. Die damaligen Akteure bestanden aus vier Volksgruppen: Deutsche, Juden, Polen und Russen. Ein Bonmot aus der Zeit geht so: Die Deutschen waren die Unternehmer, die Juden gaben das Geld, die Polen haben geschuftet, und die Russen haben alle drei unterdrückt. Heute ist Lodz natürlich homogen polnisch-katholisch, aber vorzeigbare evangelische oder russisch-orthodoxe Kirchen aus dem 19. Jahrhundert (und sogar eine Synagoge, die die Nazis aus eigentumsrechtlichen Gründen (!) nicht zerstört haben) sind aus dieser Phase des konfessionellen Liberalismus geblieben.</p>
<p>Die großen Fabriken aus Backstein sind Bestandteil des Stadtbildes. Nach dem Zusammenbruch der volkseigenen Kombinate nach dem Umbruchsjahr 1989 sind die meisten Gebäude brachgefallen. Ein Vorzeigeprojekt für die Umnutzung eines großen Industriekomplexes steht im Norden der Stadt: Das Einkaufs- und Kulturzentrum <strong>manufaktura</strong>, zu dem (städtebaulich) auch das Hotel <strong>andel&#8217;s</strong> <strong>Lodz</strong> gehört, entstand als Umnutzung der Fabriken des Unternehmers Israel Posnanski. Beim mit Architekturpreisen gekürten Umbau zum Hotel (<a href="http://www.op-architekten.com"><strong>OP Architekten</strong></a>, Wien/Warschau) ist die mittlere von fünf Längsachsen des historischen Industriebaus aufgerissen worden, so dass eiförmige Öffnungen in den Decken den Durchblick von der Lobby bis zum Tageslicht-Dach ermöglichen. Ein vollverglastes Schwimmbad thront keck auf dem rückwärtigen Mittelrisaliten des revitalisierten Backsteinbaus.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-232" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=232"><img class="aligncenter size-full wp-image-232" title="R0010797_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010797_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a><em>Hotel </em>andel&#8217;s Lodz<em> in der ehemaligen Textilfabrik von Israel Posnanski</em></p>
<p><em><a rel="attachment wp-att-265" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=265"><img class="aligncenter size-full wp-image-265" title="R0010963_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010963_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a></em></p>
<p><em>(Foto perspektivisch korrigiert)<br />
</em></p>
<p><em><a rel="attachment wp-att-266" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=266"><img class="aligncenter size-full wp-image-266" title="R0010964_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010964_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a></em></p>
<p><em><a rel="attachment wp-att-267" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=267"><img class="aligncenter size-full wp-image-267" title="R0010967_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010967_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a><br />
</em></p>
<p>Im Süden der Stadt versucht man, in die Fabriken des Industriellen <strong>Karl Scheibler</strong> Loftwohnungen einzubauen – offenbar mit weniger schnellem Erfolg. Zu Scheiblers Fabrikstadt gehört auch eine Werkssiedlung mit eigener Schule und eine Werksfeuerwehr, die als eines der schönsten Industriegebäude in Lodz gilt und erfolgreich in Büros umgebaut wurde.</p>
<p><em><a rel="attachment wp-att-205" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=205"><img class="aligncenter size-full wp-image-205" title="R0010850_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010850_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Schule der Scheibler-Werkssiedlung</em></p>
<p><em><a rel="attachment wp-att-206" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=206"><img class="aligncenter size-full wp-image-206" title="R0010847_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010847_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Scheibler-Werkssiedlung; im Hintergrund die ehemalige Fabrik (heute: Loftwohnungen)</em></p>
<p>Lodz liegt ziemlich genau in der Mitte Polens und ist per Autobahn gut angebunden – ein Standortvorteil für Tagungen und Kongresse, zu denen Teilnehmer aus ganz Polen anreisen – zum Beispiel für Verkäuferschulungen oder dergleichen. Dennoch steht die Stadt stets im Schatten der 120 km (oder anderthalb Bahnstunden) entfernten Hauptstadt Warschau. Der Zustand vieler alten Wohngebäude in Lodz ist desolat, vieles steht leer. Und da soll jetzt der – bisher schäbige – Hauptbahnhof Lodz-Fabryczna unter die Erde verlegt und darüber ein Kongress- und Kulturzentrum unter Einbezug von historischen Fabrikbauten errichtet werden. Ein merkwürdiges Vorhaben, das Lodz endlich eine Ortsmitte geben soll und doch angesichts der desolaten Substanz darumherum etwas nach Pfeifen im Walde klingt.</p>
<p><em><a rel="attachment wp-att-223" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=223"><img class="aligncenter size-full wp-image-223" title="R0010874_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010874_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Der bislang noch schäbige Bahnhof Lodz-Fabryczna soll unter die Erde verlegt werden</em></p>
<p style="text-align: left;"><em>• Mit Dank an </em>VI Vienna International Hotelmanagement AG<em>, Betreiberin des </em>andel&#8217;s Hotel Lodz<em>, und dort namentlich Elisabeth Scheiring, für die hervorragend organisierte </em>Journalistenreise Architektur + Kultur<em> nach Lodz am 24. bis 26. Februar 2010</em></p>
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<p style="text-align: left;"><strong>(M)Ein Weg durch Lodz</strong></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-212" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=212"><img class="aligncenter size-full wp-image-212" title="R0010865_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010865_700.jpg" alt="" width="700" height="446" /></a>Moderne in Lodz: Ecke Tuwima/Kilinskiego (Foto perspektivisch korrigiert)<br />
</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-217" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=217"><img class="aligncenter size-full wp-image-217" title="R0010873_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010873_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Ein Hof in der Kilinskiego zwischen Traugutta und Tuwina</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-226" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=226"><img class="aligncenter size-full wp-image-226" title="R0010875_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010875_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Kulturhaus Lodz, ul. Traugutta<br />
</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-229" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=229"><img class="aligncenter size-full wp-image-229" title="R0010878_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010878_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Am Kulturhaus</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-249" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=249"><img class="aligncenter size-full wp-image-249" title="R0010889_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010889_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Hotel Centrum</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-250" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=250"><img class="aligncenter size-full wp-image-250" title="R0010899_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010899_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Ecke Narutowicza/Kilinskiego</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-253" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=253"><img class="aligncenter size-full wp-image-253" title="R0010908_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010908_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Ecke Wlockiennicza/Kilinskiego</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-256" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=256"><img class="aligncenter size-full wp-image-256" title="R0010911_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010911_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Ecke Pomorska/Kilinskiego</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-257" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=257"><img class="aligncenter size-full wp-image-257" title="R0010913_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010913_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Die selbe Ecke:<em> </em></em><em>Pomorska/Kilinskiego</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-258" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=258"><img class="aligncenter size-full wp-image-258" title="R0010915_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010915_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>Pomorska Richtung pl. Wolnosci</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-259" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=259"><img class="aligncenter size-full wp-image-259" title="R0010925_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010925_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>pl. </em><em>Wolnosci, der Beginn der Achse Piotrkowska. Welches Bild ist besser? Dieses ohne&#8230;</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-260" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=260"><img class="aligncenter size-full wp-image-260" title="R0010926_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010926_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>&#8230; oder dieses mit Verkehr?</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-263" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=263"><img class="aligncenter size-full wp-image-263" title="R0010939_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010939_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a>ul. Polnocna. Im Hintergrund der neobarocke Palast des Textifabrikanten Israel Posnanski, heute Museum</em></p>
<p style="text-align: left;"><em><a rel="attachment wp-att-274" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=274"><img class="aligncenter size-full wp-image-274" title="R0010992_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2010/02/R0010992_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a></em><em>Łódzki KS ist ein Fußball-Zweitligist</em><strong><br />
</strong></p>
<p style="text-align: left;">© Benedikt Hotze 2010. Alle Fotos mit der Kompaktkamera Ricoh R 10</p>
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		<title>Ist Google doch böse?</title>
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		<pubDate>Thu, 28 Jan 2010 15:10:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alles 2.0, oder was?]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass man ein Unternehmen der IT-Branche nicht einfach so anrufen kann – daran haben wir uns  gewöhnt. Ebenfalls an versteckte Rufnummern, teure Rufnummern, gar keine Rufnummern. Und an endlose Warteschleifen und Callcenter-Operatoren mit indischem Akzent. Wir hatten allerdings gehofft, dass das hochprofitable Marktführer-Unternehmen Google, das ja laut Eigen-Mantra „nicht böse” sein will, hier etwas mehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass man ein Unternehmen der IT-Branche nicht einfach so anrufen kann – daran haben wir uns  gewöhnt. Ebenfalls an versteckte Rufnummern, teure Rufnummern, gar keine Rufnummern. Und an endlose Warteschleifen und Callcenter-Operatoren mit indischem Akzent. Wir hatten allerdings gehofft, dass das hochprofitable Marktführer-Unternehmen Google, das ja laut Eigen-Mantra „nicht böse” sein will, hier etwas mehr Service zu bieten hat als jeder x-beliebige Porno-Provider. <span id="more-169"></span></p>
<p>Seit drei Tagen belästigt uns ein offenbar russischer Spammer des schönen Namens <strong>Каталог статей </strong>mit maschinellen Fake-Einträgen im Gästebuch dieses Blogs. Teilweise im Zweiminuten-Takt gehen Spam-Mails mit der Absenderadresse <a href="mailto:packardon@gmail.com">packardon@gmail.com</a> ein. <em>Gmail</em> ist der e-Mail-Dienst von Google. Also stellen wir uns mal kurz dumm und versuchen, bei <em>Google Deutschland </em>in Hamburg anzurufen, um darum zu bitten, den spammenden Kunden abzuklemmen oder sonstwie unschädlich zu machen. Der geneigte Leser ahnt schon: Das gelingt nicht.</p>
<p>Zwar gibt es eine Hamburger Rufnummer, dort wird einem aber per männlicher Bandansage nur eine ellenlange Litanei vorgebetet, welche Google-eigenen Webseiten man zu welchem Thema aufsuchen solle. Typischerweise sind das genau die Webseiten, von denen man gerade kommt. Wartet man bis zum Ende, darf man die &#8220;0&#8243; drücken, um mit einem Mitarbeiter verbunden zu werden. Es läutet daraufhin fünf Mal, dann kommt unvermittelt eine – diesmal weibliche – Ansagestimme, die unsere Telefonverbindung trennt – irrerweise mit wohlgesetzten Worten des Dankes, obwohl wir keinen Dank, sondern eine Problemlösung erwartet hatten. Der Vorgang ist übrigens reproduzierbar.</p>
<p>Nun wieder auf uns allein gestellt, finden wir nach längerem Suchen bei Google ein <a href="http://mail.google.com/support/bin/request.py?contact_type=contact_spam_es" target="_blank">Webformular</a>, mit dem man Spam melden kann. Frohen Mutes geben wir die Daten des Spammers ein – soweit sie uns bekannt sind. Unser Redaktionssystem speichert sogar seine IP-Adresse, aber die will Google gar nicht wissen. Wissen will Google vielmehr seine e-Mail-Kopfzeilen (e-Mail-Header). Zu dumm, dass ausgerechnet diese Angaben von unserem Redaktionssystem nicht aufgezeichnet werden. Somit lassen wir das entsprechende Feld des Google-Kontaktformulars notgedrungen frei – was das dieses prompt mit einer Fehlermeldung quittiert. Im Ergebnis gelingt es uns jedenfalls nicht, eine Nachricht an Google abzusetzen. Eine „klassische“ e-Mail-Adresse zur Kontaktaufnahme nennt Google nicht.</p>
<p>Da von Google keine Hilfe zu erwarten ist, helfen wir uns jetzt selbst. In den Tiefen von WordPress finden wir eine Möglichkeit, eine <em>Kommentar-Blacklist</em> zu führen. Begriffe, die hier eingetragen sind, sorgen automatisch dafür, dass das Redaktionsssystem die betreffende Nachricht als Spam behandelt und sie uns erst gar nicht zum Freischalten vorlegt. Also, <a href="mailto:packardon@gmail.com">packardon@gmail.com</a>, husch husch in den Filter mit dir!</p>
<p>Doch wie war das mit den nachwachsenden Drachenköpfen? Kaum haben wir das gemacht, kommt die nächste Spam-Nachricht rein. Diesmal von <a href="mailto:nick.betticom@gmail.com">nick.betticom@gmail.com</a>. Die bleiben dran, die Google-Spammer. Ist Google am Ende vielleicht doch der Hort des Bösen?</p>
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		<title>Abbau Ost: Berghotel Falkenhorst im Erzgebirge</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Dec 2009 17:05:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>
		<category><![CDATA[Gastronomie und Genuss]]></category>

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		<description><![CDATA[Ende Dezember 2009. Wir fahren noch einmal an einen Ort, den wir in den letzten Jahren liebgewonnen haben. Auf den ersten Blick ist hier auch noch alles wie gewohnt: An den verschneiten Weggabelungen des – mit seinen düsteren Häusern unter dunklen Tannen immer etwas unheimlich wirkenden – Erzgebirgsdorfes Waldidylle finden sich nach wie vor die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ende Dezember 2009. Wir fahren noch einmal an einen Ort, den wir in den letzten Jahren liebgewonnen haben. Auf den ersten Blick ist hier auch noch alles wie gewohnt: An den verschneiten Weggabelungen des – mit seinen düsteren Häusern unter dunklen Tannen immer etwas unheimlich wirkenden – Erzgebirgsdorfes <em>Waldidylle</em> finden sich nach wie vor die farbig gestalteten Hinweisschilder auf das &#8220;<a href="http://www.berghotel-falkenhorst.de/">Berghotel Falkenhorst</a>&#8220;. Spätexpressionistische Gemälde Dresdener Künstler aus den dreißiger Jahren zieren seit der Wiedereröffnung 2004 das <em>Corporate Design</em> dieses kleinen, feinen Hotels.<br />
Die Auffahrt ist von Schnee geräumt, im Schaukasten hängt noch die Speisekarte. Allein: Die Vorhänge der Gaststube sind zugezogen, und das Hotel ist geschlossen. Für immer, sagen die Hamburger Eigentümer.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-125" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=125"><img class="aligncenter size-full wp-image-125" title="M0014553_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/M0014553_700.jpg" alt="" width="700" height="392" /></a><span id="more-124"></span><br />
Zu berichten ist hier von einer Restitutionsimmobilie im Osten Deutschlands, bei der man alles richtig gemacht hat und die dennoch nach gerade mal vier Jahren Betrieb wieder aufgegeben werden musste.</p>
<p>Rückblick: Im Herbst 2004 suchten wir eigentlich nur eine Unterkunft in einer halbwegs schneesicheren Region. Zum Rodeln. Über eine Internet-Recherche stießen wir auf ein soeben neu eröffnetes Hotel im Erzgebirge, das einen guten Eindruck machte: Sympathische Homepage, faire Preise – und ein verbindlicher, freundlicher Umgangston ohne Marketingfloskeln in der darauf folgenden Kommunikation. Vor allem aber: ein architektonisch interessanter Ort.<br />
So wurden wir mit unserem ersten Aufenthalt Ende Dezember 2004 zu den ersten Stammgästen des Berghotels Falkenhorst in Waldidylle, einem Ortsteil von Altenberg im Erzgebirge. Knapp 40 Straßenkilometer hinter und 600 Höhenmeter über Dresden. Und tatsächlich schneesicher, jedenfalls bei allen unseren Besuchen.</p>
<p>Wir trafen ein markantes Haus an der höchsten Stelle des Ortes an, Baujahr 1938, architektonisch erkennbar seiner Entstehungszeit verpflichtet: Naturstein-Sockelgeschoss, Holzverkleidung in den Obergeschossen, spitzes Satteldach, im Inneren Kreissegmentbögen. Aber eben auch: eine helle, freundliche, schnörkellos-moderne Inneneinrichtung und Möblierung. Zwei &#8220;Damen von der Architekturfakultät der TU Dresden&#8221;, heißt es seitens des Betreibers, hätten den jüngsten Umbau geplant und die Inneneinrichtung betreut.</p>
<p>Das privatwirtschaftlich errichtete Hotel ist nach seiner Erbauung schnell zum Künstlertreffpunkt geworden. Zu DDR-Zeiten wurde es dann verstaatlicht und diente als Ferienheim. Nach der &#8220;Wende&#8221; verfiel es. An die Hamburger Erben des Erbauers schließlich rücküberstattet, fühlten diese sich dem Ort verpflichtet und steckten viel Liebe (und Geld) in das Erbe. Nicht zuletzt schufen sie Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region. Gastronomisch wurde hier der richtige Kurs gewählt: die Küche ambitioniert, aber nicht überkandidelt, und das (über Jahre kaum fluktuierende) Personal von einer Herzlichkeit, die man nicht auf einer Hotelfachschule lernen kann.</p>
<p>Zwischen 2004 und 2008 waren wir hier fünf Mal &#8220;zwischen den Jahren&#8221; für einige Tage zu Gast; es waren stets alle Zimmer ausgebucht und alle Tische in der Gaststube besetzt. Dass wir damit zu Zeugen einer saisonalen Auslastungsspitze geworden sind, war uns allerdings nicht klar. So kam das Anschreiben der Hamburger Eigentümer an alle Stammgäste Anfang 2009 völlig überraschend:</p>
<blockquote><p><em>Trotz vieler positiver Rückmeldungen unserer Gäste haben wir es in fast 4 Jahren nicht geschafft, das Haus kostendeckend zu bewirtschaften. Der Hauptgrund liegt in der niedrigen Auslastung während der Woche. Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, den Betrieb zum 22. Februar 2009 einzustellen.</em></p>
<p><em>Für den Falkenhorst wird jetzt nach einem anderen sinnvollen Nutzungskonzept gesucht. Über Anregungen und Vorschläge würden wir uns sehr freuen.</em></p></blockquote>
<p>Eine Hotelnutzung, so die Eigentümer weiter, schlössen sie allerdings kategorisch aus. Doch irgend ein guter Geist in Waldidylle scheint die Hoffnung darauf nicht aufzugeben und hält das Haus in Schuss. Nirgends ist auch nur eine Spur von Vandalismus zu sehen. Man müsste einfach nur die Tür wieder aufschließen und weitermachen, erträumt sich der Gast. Er weiß: Dieser Wunsch wird unerfüllt bleiben.</p>
<p>Aber: Was wird denn nun aus dem Haus?</p>
<p><a rel="attachment wp-att-142" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=142"><img class="aligncenter size-full wp-image-142" title="M0014568_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/M0014568_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a></p>
<p><a rel="attachment wp-att-144" href="http://blog.hotze.net/?attachment_id=144"><img class="aligncenter size-full wp-image-144" title="M0014560_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/M0014560_700.jpg" alt="" width="700" height="525" /></a></p>
<p>[Fotos: Benedikt Hotze, Dezember 2008]</p>
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		<title>Flieger, grüß mir die Sonne</title>
		<link>http://blog.hotze.net/?p=92</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 17:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt Hotze</dc:creator>
				<category><![CDATA[Architektur]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Fliegersiedlung von Erwin Gutkind in Berlin-Staaken (1923/24) Sie gehören zu den ältesten Häusern der &#8220;klassischen Moderne&#8221; in Berlin: Die 21 Doppelhäuser der so genannten &#8220;Fliegersiedlung&#8221; an der äußersten westlichen Grenze des Berliner Stadtgebiets in West-Staaken. Beidseitig der Heerstraße gelegen, fallen diese kubischen Doppelhäuser jedem auf, der über die stark befahrene B 5 von Westen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die Fliegersiedlung von Erwin Gutkind in Berlin-Staaken (1923/24)</strong></p>
<p>Sie gehören zu den ältesten Häusern der &#8220;klassischen Moderne&#8221; in Berlin: Die 21 Doppelhäuser der so genannten &#8220;Fliegersiedlung&#8221; an der äußersten westlichen Grenze des Berliner Stadtgebiets in West-Staaken. Beidseitig der Heerstraße gelegen, fallen diese kubischen Doppelhäuser jedem auf, der über die stark befahrene B 5 von Westen nach Berlin kommt.</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-108" title="R0010595_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/R0010595_700.jpg" alt="R0010595_700" width="700" height="433" /></p>
<p><span id="more-92"></span></p>
<p>Entworfen wurden die Häuser als temporäre Unterkünfte für Flugschüler des nahen damaligen Flugplatzes Staaken. Kurios, dass ausgerechnet für diese Bewohner im flachen Seitenteil einer jeden Doppelhaushälfte Ställe für Selbstversorger angeboten wurden&#8230;</p>
<p>Diese Siedlung von 1923/24 war der gebaute Erstling ihres Architekten Erwin Gutkind (1886-1968), der sie im Alter von 37 Jahren entwarf. Schon bald nach dem Bau wurden die Häuser, die mit minderwertigen Materialien errichtet waren, <span style="text-decoration: line-through;">verunstaltet</span> verändert. Zum Beispiel wurde die Verklinkerung der Obergeschosse entfernt. Nach 1950 kam der Ortsteil West-Staaken durch einen Gebietstausch an die DDR und ist erst nach der Wende wieder an das Berliner Stadtgebiet angegliedert worden. Die Häuser sind in einem ungepflegten Zustand, aber immerhin alle noch vorhanden und halbwegs in ihrer Entwurfsabsicht kenntlich geblieben. Gutkind-Biograf Rudolf Hierl versucht diese so einzuordnen:</p>
<blockquote><p>Die Siedlungshäuser in Staaken knüpfen in ihrer Formgebung an die Avantgarde der frühen zwanziger Jahre an. Die damals aus dem &#8220;Rumpf des Kubismus&#8221; entstandenen Bewegungen entwickelten ihre Auffassungen zumeist aus der modernen Malerei und Plastik und versuchen sich in einer rationalistischen, ornamentlosen Komposition von kubisch geschichteten Raumgruppen. Dieser Charakter zeichnet auch die Häuser in Staaken aus. Das Gebäude wird aufgefasst als eine Addition von eigenständigen Raumkörpern. [...] Die geometrisch scharf geschnittenen Volumina werden miteinander verklammert, sie werden zu räumlichen Massenkompositionen gesteigert, die die sich in einem spannungsvollen dynamischen Gleichgewicht befinden.</p></blockquote>
<p>Ein eiskalter Wintersonntag führte mich am 20. Dezember in die Fliegersiedlung, wo ich mit der Kompaktknipse Ricoh R 10 einige Fotos machte:</p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-120" title="R0010587_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/R0010587_700.jpg" alt="R0010587_700" width="700" height="401" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-113" title="R0010588_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/R0010588_7001.jpg" alt="R0010588_700" width="700" height="406" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-114" title="R0010590_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/R0010590_700.jpg" alt="R0010590_700" width="700" height="403" /></p>
<p><img class="aligncenter size-full wp-image-116" title="R0010596_700" src="http://blog.hotze.net/wp-content/uploads/2009/12/R0010596_700.jpg" alt="R0010596_700" width="700" height="390" /></p>
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