{"id":124,"date":"2009-12-30T18:05:31","date_gmt":"2009-12-30T17:05:31","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=124"},"modified":"2012-09-28T00:16:32","modified_gmt":"2012-09-27T22:16:32","slug":"berghotel-falkenhorst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=124","title":{"rendered":"Abbau Ost: Berghotel Falkenhorst im Erzgebirge"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zu berichten ist hier von einer Restitutionsimmobilie im Osten Deutschlands, bei der man alles richtig gemacht hat und die dennoch nach gerade mal vier Jahren Betrieb wieder aufgegeben werden musste.<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?attachment_id=125\" rel=\"attachment wp-att-125\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-125\" title=\"M0014553_700\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014553_700.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014553_700.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014553_700-200x112.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014553_700-535x300.jpg 535w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><br \/>\nEnde Dezember 2009. Wir fahren noch einmal an einen Ort, den wir in den letzten Jahren liebgewonnen haben. Auf den ersten Blick ist hier auch noch alles wie gewohnt: An den verschneiten Weggabelungen des \u2013 mit seinen d\u00fcsteren H\u00e4usern unter dunklen Tannen immer etwas unheimlich wirkenden \u2013 Erzgebirgsdorfes <em>Waldidylle<\/em> finden sich nach wie vor die farbig gestalteten Hinweisschilder auf das &#8222;<a href=\"http:\/\/www.berghotel-falkenhorst.de\/\">Berghotel Falkenhorst<\/a>&#8222;. Sp\u00e4texpressionistische Gem\u00e4lde Dresdener K\u00fcnstler aus den drei\u00dfiger Jahren zieren seit der Wiederer\u00f6ffnung 2004 das <em>Corporate Design<\/em> dieses kleinen, feinen Hotels.<br \/>\nDie Auffahrt ist von Schnee ger\u00e4umt, im Schaukasten h\u00e4ngt noch die Speisekarte. Allein: Die Vorh\u00e4nge der Gaststube sind zugezogen, und das Hotel ist geschlossen. F\u00fcr immer, sagen die Hamburger Eigent\u00fcmer.<\/p>\n<p>R\u00fcckblick: Im Herbst 2004 suchten wir eigentlich nur eine Unterkunft in einer halbwegs schneesicheren Region. Zum Rodeln. \u00dcber eine Internet-Recherche stie\u00dfen wir auf ein soeben neu er\u00f6ffnetes Hotel im Erzgebirge, das einen guten Eindruck machte: Sympathische Homepage, faire Preise \u2013 und ein verbindlicher, freundlicher Umgangston ohne Marketingfloskeln in der darauf folgenden Kommunikation. Vor allem aber: ein architektonisch interessanter Ort.<br \/>\nSo wurden wir mit unserem ersten Aufenthalt Ende Dezember 2004 zu den ersten Stammg\u00e4sten des Berghotels Falkenhorst in Waldidylle, einem Ortsteil von Altenberg im Erzgebirge. Knapp 40 Stra\u00dfenkilometer hinter und 600 H\u00f6henmeter \u00fcber Dresden. Und tats\u00e4chlich schneesicher, jedenfalls bei allen unseren Besuchen.<\/p>\n<p>Wir trafen ein markantes Haus an der h\u00f6chsten Stelle des Ortes an, Baujahr 1938, architektonisch erkennbar seiner Entstehungszeit verpflichtet: Naturstein-Sockelgeschoss, Holzverkleidung in den Obergeschossen, spitzes Satteldach, im Inneren Kreissegmentb\u00f6gen. Aber eben auch: eine helle, freundliche, schn\u00f6rkellos-moderne Inneneinrichtung und M\u00f6blierung. Zwei &#8222;Damen von der Architekturfakult\u00e4t der TU Dresden&#8220;, hei\u00dft es seitens des Betreibers, h\u00e4tten den j\u00fcngsten Umbau geplant und die Inneneinrichtung betreut.<\/p>\n<p>Das privatwirtschaftlich errichtete Hotel ist nach seiner Erbauung schnell zum K\u00fcnstlertreffpunkt geworden. Zu DDR-Zeiten wurde es dann verstaatlicht und diente als Ferienheim. Nach der &#8222;Wende&#8220; verfiel es. An die Hamburger Erben des Erbauers schlie\u00dflich r\u00fcck\u00fcberstattet, f\u00fchlten diese sich dem Ort verpflichtet und steckten viel Liebe (und Geld) in das Erbe. Nicht zuletzt schufen sie Arbeitspl\u00e4tze in der strukturschwachen Region. Gastronomisch wurde hier der richtige Kurs gew\u00e4hlt: die K\u00fcche ambitioniert, aber nicht \u00fcberkandidelt, und das (\u00fcber Jahre kaum fluktuierende) Personal von einer Herzlichkeit, die man nicht auf einer Hotelfachschule lernen kann.<\/p>\n<p>Zwischen 2004 und 2008 waren wir hier f\u00fcnf Mal &#8222;zwischen den Jahren&#8220; f\u00fcr einige Tage zu Gast; es waren stets alle Zimmer ausgebucht und alle Tische in der Gaststube besetzt. Dass wir damit zu Zeugen einer saisonalen Auslastungsspitze geworden sind, war uns allerdings nicht klar. So kam das Anschreiben der Hamburger Eigent\u00fcmer an alle Stammg\u00e4ste Anfang 2009 v\u00f6llig \u00fcberraschend:<\/p>\n<blockquote><p><em>Trotz vieler positiver R\u00fcckmeldungen unserer G\u00e4ste haben wir es in fast 4 Jahren nicht geschafft, das Haus kostendeckend zu bewirtschaften. Der Hauptgrund liegt in der niedrigen Auslastung w\u00e4hrend der Woche. Schweren Herzens haben wir uns entschlossen, den Betrieb zum 22. Februar 2009 einzustellen.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fcr den Falkenhorst wird jetzt nach einem anderen sinnvollen Nutzungskonzept gesucht. \u00dcber Anregungen und Vorschl\u00e4ge w\u00fcrden wir uns sehr freuen.<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Hotelnutzung, so die Eigent\u00fcmer weiter, schl\u00f6ssen sie allerdings kategorisch aus. Doch irgend ein guter Geist in Waldidylle scheint die Hoffnung darauf nicht aufzugeben und h\u00e4lt das Haus in Schuss. Nirgends ist auch nur eine Spur von Vandalismus zu sehen. Man m\u00fcsste einfach nur die T\u00fcr wieder aufschlie\u00dfen und weitermachen, ertr\u00e4umt sich der Gast. Er wei\u00df: Dieser Wunsch wird unerf\u00fcllt bleiben.<\/p>\n<p>Aber: Was wird denn nun aus dem Haus?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?attachment_id=142\" rel=\"attachment wp-att-142\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-142\" title=\"M0014568_700\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014568_700.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014568_700.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014568_700-200x150.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014568_700-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?attachment_id=144\" rel=\"attachment wp-att-144\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-144\" title=\"M0014560_700\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014560_700.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014560_700.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014560_700-200x150.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2009\/12\/M0014560_700-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>[Fotos: Benedikt Hotze, Dezember 2008]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zu berichten ist hier von einer Restitutionsimmobilie im Osten Deutschlands, bei der man alles richtig gemacht hat und die dennoch nach gerade mal vier Jahren Betrieb wieder aufgegeben werden musste. 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