{"id":1808,"date":"2013-01-30T20:14:18","date_gmt":"2013-01-30T19:14:18","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=1808"},"modified":"2014-03-09T01:13:54","modified_gmt":"2014-03-09T00:13:54","slug":"1808","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=1808","title":{"rendered":"Architektur in Essen 1900-1960"},"content":{"rendered":"<p><b>Essen ist das geografische Zentrum des Ruhrgebiets, des immer noch gr\u00f6\u00dften deutschen Ballungsraums. Dass es auch eine Hauptstadt der modernen Architektur des 20. Jahrhunderts ist, zeigt ein liebevoll gemachtes neues Buch.<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_1813\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?attachment_id=1813\" rel=\"attachment wp-att-1813\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-1813\" class=\"size-full wp-image-1813\" alt=\"eick\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/eick.jpg\" width=\"700\" height=\"449\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/eick.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/eick-200x128.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/eick-467x300.jpg 467w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-1813\" class=\"wp-caption-text\">Eickhaus Essen, 1915 von Georg Metzendorf. Links: Stadtbildstelle Essen. Rechts: Wolfgang Kleber, 2011. Aus dem besprochenen Band<\/p><\/div>\n<p style=\"text-align: left;\"><b><!--more--><\/b>Die Gro\u00dfstadt Essen war viele Jahre die f\u00fcnftgr\u00f6\u00dfte Stadt Deutschlands. 1963 hatte Essen sein Allzeit-Hoch von rund 740.000 <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einwohnerentwicklung_von_Essen\">Einwohnern<\/a>, heute sind es noch 574.000. Dennoch hatte Essen w\u00e4hrend des gesamten 20. Jahrhunderts mehr Einwohner als der ewige Rivale, die nahe gelegene NRW-Landeshauptstadt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Einwohnerentwicklung_von_D%C3%BCsseldorf\">D\u00fcsseldorf<\/a>. Warum diese Zahlen? Weil Essen immer die \u201egro\u00dfe Unbekannte\u201c war unter Deutschlands Gro\u00dfst\u00e4dten. Essen war gr\u00f6\u00dfer als Dortmund, Bremen, Stuttgart oder Frankfurt. Doch wer kennt noch Rot-Wei\u00df Essen? Wem f\u00e4llt zu dem Essener Traditionsunternehmen Krupp \u2013 heute fusioniert zu Thyssen-Krupp \u2013 noch viel ein? Und vor allem: Gibt es bedeutende Architektur in Essen? Hier wird den Meisten die Zeche Zollverein einfallen, auch weil dieses wirkm\u00e4chtige Industriedenkmal inzwischen Unesco-Weltkulturerbe ist und entsprechendes Kulturmarketing genie\u00dft. Als die Zeche noch in Betrieb war, kannte sie \u00fcberregional kaum Jemand.<\/p>\n<p>Es ist von einem sehr sch\u00f6nen Buch zu berichten, das von Essener Architektur-Enthusiasten gemacht wurde und die Architektur der Moderne in Essen vorstellt. Der Kern des Buches besteht aus einer ambitionierten Strecke, die jedes Geb\u00e4ude auf je einer Seite mit einem historischen Foto und einem m\u00f6glichst aus der selben Perspektive aufgenommenen aktuellen Bild zeigt. Dazu gibt es zu jedem Geb\u00e4ude einen knappen Text. Die Bilder sind in edlem Schwarz-Wei\u00df und in hoher Quali\u00e4t auf Glanzpapier gedruckt. Kurz: Das Buch gen\u00fcgt h\u00f6chsten \u00e4sthetischen Anspr\u00fcchen, oder anders: Man nimmt es immer wieder gern zum Bl\u00e4ttern in die Hand.<\/p>\n<p>Und vor allem ist man erstaunt, welch hochklassige Architektur sich hier findet \u2013 von der Reformarchitektur der Werkssiedlungen (Margarethenh\u00f6he!) \u00fcber Backsteinexpressionismus (Wasserturm Frillendorf!) bis zur lupenreinen Neuen Sachlichkeit (Grashof-Gymnasium!). Hier treten immer wieder \u00f6rtliche Architekten wie Ernst Bode, Georg von Metzendorf, Alfred Fischer oder Edmund K\u00f6rner auf den Plan, dazu \u00fcberregionale Baumeister der Moderne wie Otto Bartning, Rudolf Schwarz, Dominikus und Gottfried B\u00f6hm oder Wilhelm Kreis. Viele Kaufh\u00e4user und wuchtige Verwaltungsbauten, auch viele Kirchen sind zu sehen \u2013 vor allem ist man erstaunt, wie viele Bauten den Krieg doch \u00fcberlebt haben. Leider sind kaum Industriebauten zu sehen \u2013 diese wurden in Essen zwischen den siebziger und neunziger Jahren gro\u00dffl\u00e4chig zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Der gew\u00e4hlte Betrachtungsrahmen 1900 bis 1960 erschien den Herausgebern \u201eangemessen\u201c \u2013 ganz versteht man diese Grenzen jedoch nicht. 1918 w\u00e4re ein Startpunkt gewesen, der den Historismus des 19. Jahrhunderts ausgeschlossen h\u00e4tte. Mit dem Jahr 1900 werden hier viele Bauten \u201emitgeschleppt\u201c, die mit der Moderne (noch) nichts am Hut hatten. Immerhin: Somit war auch die Aufnahme der erw\u00e4hnten \u201eReformarchitektur\u201c m\u00f6glich. Der Schwerpunkt liegt auf den verschiedenen Auspr\u00e4gungen der \u201eklassischen\u201c Moderne zwischen 1918 und 1933. Warum die Nachkriegszeit mit aufgenommen wurde, aber dann nur bis zu der etwas willk\u00fcrlich erscheinenden Grenze 1960, ist sicher nicht ganz systematisch. Aber sei es drum: Man wollte bewusst nicht \u201e<em>die Messlatte streng wissenschaftlich hoch halten, sondern auf nachvollziehbare Weise erkennbar machen, wie sich die Stadt und ihre Architektur im Laufe der Jahre ver\u00e4ndert haben<\/em>\u201c. Und das ist ganz sicher gelungen.<\/p>\n<p>So ist dieses Buch etwas, was in Essen bislang gefehlt hat \u2013 ein Kompendium der modernen Architektur in der ehemals so bedeutenden und dennoch unbekannten gro\u00dfen Stadt.<\/p>\n<p><em>Nachtrag: Den zweiten Teil dieses Werks, &#8222;Architektur in Essen 1960-2013&#8220;, bespreche ich <a title=\"Architektur in Essen 1960\u20132013\" href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=2534\">hier<\/a>.<\/em><\/p>\n<div id=\"ctl00_mainContent_ctl01_Panel1\"><em><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?attachment_id=1818\" rel=\"attachment wp-att-1818\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1818 alignleft\" style=\"margin: 0px;\" alt=\"978-3-8375-0246-6\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/01\/978-3-8375-0246-6.gif\" width=\"180\" height=\"247\" \/><\/a><\/em><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><em>Berger Bergmann (Hrsg.), Peter Brdenk (Hrsg.)<\/em><\/div>\n<div id=\"ctl00_mainContent_ctl01_Panel3\"><em><b>Architektur in Essen 1900-1960<br \/>\n<\/b><\/em><\/div>\n<div id=\"ctl00_mainContent_ctl01_Panel6\"><em><a href=\"http:\/\/web.klartext-verlag.de\/bookdetail.aspx?ISBN=978-3-8375-0246-6\">Klartext-Verlag<\/a>, Essen 2012<\/em><\/div>\n<div id=\"ctl00_mainContent_ctl01_Panel7\"><em>220 Seiten, zahlreiche Abbildungen. 14,95 \u20ac<\/em><\/div>\n<div id=\"ctl00_mainContent_ctl01_Panel8\"><em>ISBN: 978-3-8375-0246-6<\/em><\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Essen ist das geografische Zentrum des Ruhrgebiets, des immer noch gr\u00f6\u00dften deutschen Ballungsraums. 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