{"id":2542,"date":"2014-03-03T18:18:53","date_gmt":"2014-03-03T17:18:53","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=2542"},"modified":"2014-03-08T23:58:21","modified_gmt":"2014-03-08T22:58:21","slug":"schloss-gueterfelde-wohnungen-im-lustschloss","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=2542","title":{"rendered":"G\u00fcterfelde: Wohnungen ins Lustschloss gequetscht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein N\u00fcrnberger Projektentwickler hat das Neorenaissance-Schloss G\u00fcterfelde, zwischen Berlin und Potsdam gelegen, zu Wohnzwecken umgebaut. Kreative Denkmalpflege oder Absurdit\u00e4t?<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2543\" alt=\"g\u00fctergotz_korr_700\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/g\u00fctergotz_korr_700.jpg\" width=\"700\" height=\"514\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/g\u00fctergotz_korr_700.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/g\u00fctergotz_korr_700-200x146.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/g\u00fctergotz_korr_700-408x300.jpg 408w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/p>\n<p><em>Im so genannten &#8222;Lehmbau&#8220; aus den f\u00fcnfziger Jahren sind neun Reihenh\u00e4user eingebaut worden, die der Investor <em>&#8222;Townhouses&#8220; nennt.\u00a0<\/em>Im Schloss selbst sind 27 Wohnungen entstanden \u2013 einige davon im Wortsinne &#8222;unterirdisch&#8220;.<\/em><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die\u00a0SS-Standarte \u201eFeldherrenhalle\u201c richtete hier\u00a01935 ihr Hauptquartier ein. Der Ortsname &#8222;G\u00fctergotz&#8220; war den Herrenmenschen zu slawisch, weswegen sie ihn 1937 zu &#8222;G\u00fcterfelde&#8220; umbenannt haben \u2013 was bis heute so geblieben ist. 1804\u201315 war das Gutshaus (Schloss) G\u00fctergotz durch den bekannten Klassizisten David Gilly als Lustschloss f\u00fcr einen Lottok\u00f6nig (ja, sowas gab es damals schon) errichtet worden, doch seine heutige Gestalt erhielt es 1868, als es in den Formen franz\u00f6sischer Renaissanceschl\u00f6sser f\u00fcr den preu\u00dfischen Kriegsminister von Roon aufwendig umgebaut wurde. Nach den Nazis dann kam ein Pflegeheim; der \u00f6stliche Fl\u00fcgel &#8222;Lehmbau&#8220;, heute ebenfalls denkmalgesch\u00fctzt wie das Haupthaus, wurde in der fr\u00fchen DDR hinzugef\u00fcgt. 2010 verkaufte die Diakonie das Schloss an einen N\u00fcrnberger Projektentwickler, der die Anlage bis 2012\/13 zu Wohnungen umbaute.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst ist zu loben, dass die Anlage mit der neuen Nutzung eben auch unter den Augen der Denkmalpflege saniert wurde. Dennoch muss ein unvoreingenommer Besucher das Erscheinungsbild als stellenweise absurd empfinden. \u00dcberall sind Wohnungen hineingequetscht worden; selbst aus dem oberen Teil des Mansarddaches wachsen jetzt Dachgauben. Erfreulich allerdings, dass diese Gauben abstrakt aus Stahl und Glas gestaltet sind und sich somit als architektonische Zutat der Jetztzeit empfehlen. Im Eingangsrisaliten zum Park hin wurde ein offenes Treppenhaus mit einer Verglasung geschlossen, dahinter fahren Bobbycars. Selbst im Souterrain reihen sich Wohnungen aneinander, die Freibereiche sind notd\u00fcrftig durch Sichtschutztafeln voneinander abgegrenzt. Ein Blick auf eine bei einem <a href=\"http:\/\/www.immobilienscout24.de\/expose\/69288106\">Immobilienportal angebotene Mietwohnung<\/a> zeigt: Die Schlafr\u00e4ume haben hier unten nur kleine, hoch liegende Kellerfenster; die Wohnungen sind atemberaubend verwinkelt.<\/p>\n<p>Fazit: Hier ist stellenweise guter Wille zu erkennen, aber das Konzept, jeden erdenklichen Quadratmeter auszunutzen, gibt dem Projekt etwas Unentspanntes. Oder, wie meine Begleitung beim gestrigen Besuch meinte: &#8222;Das hat ganz schlechtes Feng Shui&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein N\u00fcrnberger Projektentwickler hat das Neorenaissance-Schloss G\u00fcterfelde, zwischen Berlin und Potsdam gelegen, zu Wohnzwecken umgebaut. Kreative Denkmalpflege oder Absurdit\u00e4t? 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