{"id":2799,"date":"2014-05-30T00:23:49","date_gmt":"2014-05-29T22:23:49","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=2799"},"modified":"2014-08-31T02:23:29","modified_gmt":"2014-08-31T00:23:29","slug":"gerhard-matzig-nettelbeck-und-familie-vom-abenteuer-heute-vater-zu-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=2799","title":{"rendered":"Buchrezension: Nettelbeck und Familie \u2013 Vom Abenteuer, heute Vater zu sein. Von Gerhard Matzig"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Journalist Gerhard Matzig verarbeitet pr\u00e4gende\u00a0Episoden\u00a0seines realen Lebens zu launigen, teil-fiktiven B\u00fcchern \u2013 und hat damit Erfolg. Nach &#8222;Meine Frau will einen Garten&#8220; (2010, meine Rezension <a href=\"http:\/\/www.baunetz.de\/meldungen\/Meldungen-Buecher_im_BauNetz_966871.html\" target=\"_blank\">hier<\/a>) lesen wir nun \u00fcber &#8222;Nettelbeck und Familie&#8220;.<\/strong> <img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2800\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/cover.do_.jpeg\" alt=\"cover.do\" width=\"600\" height=\"960\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/cover.do_.jpeg 600w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/cover.do_-93x150.jpeg 93w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2014\/05\/cover.do_-187x300.jpeg 187w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/p>\n<p><!--more-->Wiedersehen mit der Familie Nettelbeck, die allerdings im ersten Band noch nicht so hei\u00dft. <em>Here we go again<\/em>: der ego-sensible Ich-Erz\u00e4hler aus Niederbayern, der am liebsten in der M\u00fcnchener Innenstadt wohnen w\u00fcrde, dann seine Frau, die zuweilen unertr\u00e4glich pragmatische, gr\u00fcn\u00e4ugige Pia vom Niederrhein, und schlie\u00dflich die drei Kinder, angef\u00fchrt vom J\u00fcngsten, dem Hooligan Max, 8 Jahre alt.<\/p>\n<p>Ging es im ersten Band um die abgeschlossene Erz\u00e4hlung vom Bau eines Einfamilienhauses auf einem eigentlich ungeeigneten, zu schmalen\u00a0Grundst\u00fcck am Stadtrand, so lesen wir heute &#8222;Vom Abenteuer, heute Vater zu sein&#8220;. Gl\u00fccklicherweise ist es aber kein Buch \u00fcber die Rechte getrennt lebender V\u00e4ter geworden \u2013 die Familie Nettelbeck\/Matzig lebt noch zusammen, im realen Leben wie auch\u00a0im Buch. Frage an dieser Stelle: Wie dokumentarisch ist so ein St\u00fcck Literatur eigentlich, wie fiktiv sollte es sein? F\u00fcr die reale Frau des Autors ist das Ergebnis OK, wie sie mir sagte: Die Schilderungen seien ausreichend literarisch verfremdet. Das kann ich best\u00e4tigen: Im ersten Band tritt meine Wenigkeit kurz\u00a0auf \u2013 als G\u00f6tterbote, der die beiden Eltern zusammenbringt, und bis auf eben diese historische Tatsache sind die\u00a0weiteren Merkmale meiner Person sehr frei erfunden. Fast bis zur Erkennbarkeit.<\/p>\n<p>Hatte das erste Buch mit dem Hausbau-Thema ein abgeschlossenes\u00a0Sujet und einen daraus abgeleiteten Spannungsbogen, addiert\u00a0das zweite eine Reihe von Anekdoten aus dem Alltagsleben von akademischen Mittelschichts-Eltern halbw\u00fcchsiger Kinder in Deutschland. Kindergeburtstags-Aufr\u00fcstung, \u00dcbertrittskampf\u00a0ins Gymnasium und Jugendliche, die rund um die Uhr mit digitalen Kommunikationsger\u00e4ten verbunden sind \u2013 der ganz normale Wahnsinn halt, gew\u00fcrzt mit einigen\u00a0speziellen Eigenarten des bayerischen Schulsystems.\u00a0Da gibt es einen bizarren alten Lateinlehrer, der seine Sch\u00fcler reihenweise durchfallen l\u00e4sst und gleichzeitig dem Kultusministerium schriftlich empfiehlt, den Lateinunterricht abzuschaffen: Die heutigen Sch\u00fcler seien zu doof f\u00fcr Latein. Eine Antwort bekommt er nicht.<\/p>\n<p>Gerhard Matzig schreibt flott, witzig und mit einem Rhythmus, der an gute Filmdrehb\u00fccher erinnert. Es ist kein Problembuch, sondern ein Schlaglicht auf alles, was in modernen Familien heute so passiert. Die eine oder andere stilistische Marotte sieht man ihm\u00a0da\u00a0nach. Und f\u00fcr den Fall, dass seine Familie diese Ver\u00f6ffentlichung doch ganz falsch versteht, beschwichtigt er bereits im Vorwort in Abwandlung eines Spruchs aus\u00a0Heinrich Spoerls &#8222;Feuerzangenbowle&#8220;: &#8222;Meine Geschichte hier ist viel mehr als nur ein Loblied, eine Liebeserkl\u00e4rung ist sie. Aber nicht an die Schule, sondern an meine Familie. Gut m\u00f6glich, ja sogar wahrscheinlich, dass auch sie es nicht merkt.&#8220;<\/p>\n<div class=\"headerBuchinfo\">\n<p class=\"autor\"><em> Gerhard Matzig:\u00a0Nettelbeck und Familie.\u00a0Vom Abenteuer, heute Vater zu sein<\/em><br \/>\n<em> Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 288 Seiten, 12,5 x 20,0 cm<\/em><br \/>\n<em> ISBN: 978-3-442-31223-8<\/em><br \/>\n<em><a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Nettelbeck-und-Familie-Vom-Abenteuer-heute-Vater-zu-sein\/Gerhard-Matzig\/e329614.rhd?mid=10&amp;serviceAvailable=true#tabbox\" target=\"_blank\">Wilhelm Goldmann Verlag<\/a>, M\u00fcnchen, 2014<\/em><br \/>\n<em>\u20ac 17,99<\/em><\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Journalist Gerhard Matzig verarbeitet pr\u00e4gende\u00a0Episoden\u00a0seines realen Lebens zu launigen, teil-fiktiven B\u00fcchern \u2013 und hat damit Erfolg. 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