{"id":2901,"date":"2014-07-08T00:06:01","date_gmt":"2014-07-07T22:06:01","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=2901"},"modified":"2014-08-31T02:14:24","modified_gmt":"2014-08-31T00:14:24","slug":"neues-vom-berliner-gaslicht-streit-strassenliste-veroeffentlicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=2901","title":{"rendered":"Neues vom Berliner Gaslicht-Streit: Stra\u00dfenliste ver\u00f6ffentlicht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der Berliner Senat will die Gaslaternen abschaffen. So hei\u00dft es jedenfalls immer\u00a0bei den Gegnern\u00a0dieser Pl\u00e4ne. Tats\u00e4chlich gibt es jetzt Neuigkeiten gegen\u00fcber meiner <a title=\"Gaslaternen in Berlin \u2013 wieder mal ein Missverst\u00e4ndnis\" href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=2086\">letzten Wortmeldung zum Thema<\/a> (die Sie zum Verst\u00e4ndnis erst lesen sollten): Es gibt nun eine Liste von (eher wenigen) Stra\u00dfen, an denen die Gasleuchten erhalten bleiben sollen. Was nach einem tiefen Eingriff ins Stadtbild klingt, ist tats\u00e4chlich aber\u00a0weit weniger dramatisch.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-2096\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/aufsetz_700_P1050973.jpg\" alt=\"aufsetz_700_P1050973\" width=\"700\" height=\"467\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/aufsetz_700_P1050973.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/aufsetz_700_P1050973-200x133.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2013\/05\/aufsetz_700_P1050973-449x300.jpg 449w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><!--more--> Auch ich finde die Gaslaternen in Berlin toll. Sie sind stimmungsvoll, nostalgisch, eben sehr Berlin. In keiner anderen Stadt gibt es noch so viele Stra\u00dfenleuchten, die mit Gas betrieben werden. Auch in meiner Stra\u00dfe in Onkel Toms H\u00fctte leuchten Aufsatzleuchten mit Gaslicht. Als wenig hilfreich empfinde ich allerdings Wortmeldungen\u00a0von Gaslichtfreunden, die es mit wirren Argumentationen und Fakten ignorierenden Beitr\u00e4gen sogar bis in die\u00a0Feuilletons der meinungsbildenden Zeitungen geschafft haben \u2013 wie k\u00fcrzlich wieder in der FAZ (Beitrag leider nicht online).<\/p>\n<p>Ich mag keine Verschw\u00f6rungstheorien, und deswegen kann ich auch keine \u00c4u\u00dferungen ernst nehmen, in denen nicht einmal zwischen den verschiedenen Typen von Gasleuchten unterschieden wird. Das hingegen\u00a0leistet\u00a0der Berliner Senat in seiner <a href=\"http:\/\/www.stadtentwicklung.berlin.de\/bauen\/beleuchtung\/de\/gaslicht\/index.shtml\">\u00d6ffentlichkeitsarbeit<\/a> (die allerdings auch nicht vor unschl\u00fcssigen\u00a0Argumentationen und Halbwahrheiten gefeit ist).<\/p>\n<p>Demnach werden die\u00a0<strong><em>Gasreihenleuchten<\/em><\/strong> aus den f\u00fcnfziger Jahren in Westberliner Hauptverkehrsstra\u00dfen bis auf geringe Reste derzeit abgebaut und durch anders gestaltete Elektroleuchten ersetzt. Dieser Vorgang ist umumkehrbar und nach meiner Auffassung auch nicht zu beanstanden.<\/p>\n<p>Die charakteristische und zahlenm\u00e4\u00dfig bei weitem dominantere Gasleuchte ist die <strong><em>Aufsatzleuchte<\/em><\/strong> (siehe Bild). Diese soll offenbar\u00a0fl\u00e4chendeckend erhalten werden, jedenfalls was Mast und Aufsatz angeht, lediglich sollen\u00a0an den meisten Standorten die Gl\u00fchstr\u00fcmpfe durch LED-Lampen ersetzt werden. Diese haben exakt die selbe Lichtfarbe wie die Gaslampen. Davon habe ich mich im letzten Winter an der <a href=\"http:\/\/www.stadtentwicklung.berlin.de\/bauen\/beleuchtung\/de\/gaslicht\/aufsatz_kreuzberg.shtml\" target=\"_blank\">Pilotanlage in der Kreuzberger Falckensteinstra\u00dfe<\/a> \u00fcberzeugen k\u00f6nnen, wo gasbetriebene Leuchten neben solchen mit LED-Betrieb stehen. Die LEDs sind lediglich heller, was erstens nur im direkten Vergleich auff\u00e4llt, zweitens sicherlich noch dimmbar w\u00e4re und drittens im Sinne der Sicherheit vielleicht gar kein Fehler ist.<\/p>\n<p>Neu ist eine Liste der Stra\u00dfen, an denen die Aufsatzleuchten gasbetrieben bleiben sollen. Diese war in der Berliner Morgenpost zu lesen, leider gibt es online dort nur eine<a href=\"http:\/\/www.morgenpost.de\/printarchiv\/berlin\/article129513800\/Hier-bleibt-das-Gaslicht.html\"> grobe Zusammenfassung<\/a>. Haupts\u00e4chlich Denkmalbereiche, auch und vor allem aus den zwanziger Jahren (als diese Aufsatzleuchten aufgestellt wurden), sind hier genannt.<\/p>\n<p>Not in my backyard: Meine Stra\u00dfe, meine Siedlung bleibt gasbeleuchtet. Anderswo bleiben die Masten und die Aufs\u00e4tze erhalten, lediglich das &#8222;Betriebssystem&#8220; wird unsichtbar gewechselt. Damit kann ich leben.<\/p>\n<p><strong>Nachtrag 29. 7. 2014<\/strong><\/p>\n<p>1. Die Gebiete, in denen Gasleuchten mit Gasbetrieb erhalten bleiben \u2013 gut\u00a03.000 St\u00fcck \u2013, werden\u00a0inzwischen in einer <a href=\"http:\/\/www.stadtentwicklung.berlin.de\/bauen\/beleuchtung\/de\/gaslicht\/erhalt.shtml\" target=\"_blank\">interaktiven Karte des Senats<\/a>\u00a0angezeigt. Es handelt sich dabei zumeist um st\u00e4dtebauliche Fl\u00e4chendenkmale.<\/p>\n<p>2. Meine bisherige Argumentation steht und f\u00e4llt damit, ob wirklich die \u00fcber 30.000 Gasaufsatzleuchten allesamt (also auch die au\u00dferhalb der oben genannten Gebiete) erhalten bleiben und lediglich auf LED umger\u00fcstet werden. Ich habe dazu die Pressestelle der Senatsverwaltung f\u00fcr Stadtentwicklung angefragt und keine eindeutige Antwort erhalten, jedenfalls keine positive Best\u00e4tigung eines\u00a0materiellen Erhalts. Die entsprechende Passage in der Antwort der Pressestelle vom 22. 7. 2014 lautet:<\/p>\n<blockquote>\n<p dir=\"LTR\" style=\"color: #000000;\"><span lang=\"de\"><span style=\"font-family: Arial; font-size: small;\">Bei allen bisherigen Umr\u00fcstungsprojekten von Gasaufsatzleuchten sind die neuen LED-Leuchten in Form und Lichtfarbe der Gasleuchte nachempfunden. B\u00fcndelpfeilermaste werden &#8211; soweit m\u00f6glich &#8211; wieder als Gasmaste eingesetzt. Die demontierten Gasleuchten werden an anderer Stelle in der Stadt wieder als Gasleuchten eingesetzt.<\/span><\/span><\/p>\n<\/blockquote>\n<p>Das kann\u00a0im Klartext nur hei\u00dfen:\u00a0Bei einer Umr\u00fcstung auf LED werden\u00a0die B\u00fcndelpfeilermaste und die Aufs\u00e4tze offenbar entfernt und durch optisch \u00e4hnliche, jedoch neue Anlagen ersetzt. Die entfernten Maste\u00a0und Leuchten werden aufbewahrt und \u2013 wom\u00f6glich \u2013 in den genannten Erhaltungsgebieten als Ersatzteile eingesetzt. Damit ist meine Argumentation, dass die Gaslaternen <em>materiell<\/em> erhalten bleiben, wohl hinf\u00e4llig. Bisher hatte ich das anders verstanden, nicht zuletzt weil\u00a0in einer <a href=\"http:\/\/www.stadtentwicklung.berlin.de\/bauen\/beleuchtung\/de\/gaslicht\/aufsatz_umruestung.shtml\">Ver\u00f6ffentlichung des Senats<\/a> ausdr\u00fccklich vom Erhalt zumindest der B\u00fcndelpfeilermasten gesprochen wird:<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #000000;\">Die Gasaufsatzleuchten in ihrer traditionellen Erscheinungsform bleiben erhalten.\u00a0Sie wurden bisher insbesondere anl\u00e4sslich von Gasrohrsanierungen des Netzbetreibers NBB auf elektrischen Betrieb umgestellt und daf\u00fcr ausnahmslos mit modernen\u00a0<\/span><acronym style=\"color: #000000;\" title=\"Lichtemittierende Diode\">LED<\/acronym><span style=\"color: #000000;\">s ausgestattet. Die Entwicklung dieser Technologie hinsichtlich Leuchtmittelform und Lichtfarbe ist mittlerweile so weit, dass selbst die fachkundige Betrachter kaum einen Unterschied zwischen den herk\u00f6mmlichen Gasleuchten und den mit LED ausgestatteten Modellen erkennen k\u00f6nnen.<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">Wegen der Langlebigkeit der gusseisernen Maste wurden technische L\u00f6sungen zu deren Wiederverwendung f\u00fcr einen Elektrobetrieb gesucht.\u00a0<\/span><span style=\"color: #000000;\">Der \u00e4u\u00dferst enge Hohlraum in den alten gusseisernen B\u00fcndelpfeilermasten stellte bislang ein Hindernis f\u00fcr deren Wiederverwendung bei der Elektrifizierung dar. Durch die Entwicklung eines neuen, sehr schlanken Anschlussmoduls f\u00fcr die Energieversorgung ist jetzt aber sichergestellt, dass die alten Maste wiederverwendet werden k\u00f6nnen.\u00a0<\/span><br style=\"color: #000000;\" \/><br style=\"color: #000000;\" \/><span style=\"color: #000000;\">K\u00fcnftig k\u00f6nnen damit Umr\u00fcstungen von Gasaufsatzleuchten unter Wiederverwendung der alten gusseisernen B\u00fcndelpfeilermaste erfolgen. Zudem erm\u00f6glicht die Umr\u00fcstung auf LED eine dem Gaslicht nahezu identische Lichtfarbe.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Hier steht, dass die Masten wiederverwendet werden <strong>k\u00f6nnen<\/strong>, nicht aber, dass sie wiederverwendet <strong>werden<\/strong>. Man achte auf die Feinheiten. Im Zusammenspiel mit der Presseantwort wird man also sagen m\u00fcssen, dass sie (au\u00dferhalb der Erhaltungsbereiche) <strong>nicht<\/strong> erhalten werden. Erhalten bleibt lediglich\u00a0das Erscheinungsbild. Die Frage ist, ob mir das reicht. Die habe ich f\u00fcr mich jetzt noch nicht abschlie\u00dfend beantwortet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Berliner Senat will die Gaslaternen abschaffen. So hei\u00dft es jedenfalls immer\u00a0bei den Gegnern\u00a0dieser Pl\u00e4ne. Tats\u00e4chlich gibt es jetzt Neuigkeiten gegen\u00fcber meiner letzten Wortmeldung zum Thema (die Sie zum Verst\u00e4ndnis erst lesen sollten): Es gibt nun eine Liste von (eher wenigen) Stra\u00dfen, an denen die Gasleuchten erhalten bleiben sollen. 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