{"id":3374,"date":"2016-04-25T18:19:28","date_gmt":"2016-04-25T16:19:28","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=3374"},"modified":"2016-12-06T15:57:52","modified_gmt":"2016-12-06T14:57:52","slug":"radfahren-mit-elektrischem-rueckenwind-mein-erstes-jahr-mit-dem-neuen-pedelec","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=3374","title":{"rendered":"Radfahren mit elektrischem R\u00fcckenwind: Mein erstes Jahr mit dem neuen Pedelec"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Das sieht ja aus wie ein richtiges Fahrrad!&#8220;, sagte ein Kollege erstaunt, als er mein neues <em>Hercules Robert DD 24<\/em> sah. &#8222;Das <em>ist<\/em> ein richtiges Fahrrad!&#8220;, konterte ich. Unter Elektror\u00e4dern verstehen viele immer noch einen Oma-Chopper mit extra tiefem Einstieg, eine Art Mobilit\u00e4tshilfe f\u00fcr Senioren und Behinderte. Doch hier hat sich in den letzten Jahren technisch und imagem\u00e4\u00dfig viel ver\u00e4ndert. \u2013 Ein R\u00fcckblick auf mein erstes Jahr mit dem elektrisch unterst\u00fctzten Fahrrad&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=3374\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3426 size-full\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Hercules_IMG_8143.jpg\" alt=\"Hercules_IMG_8143\" width=\"700\" height=\"547\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Hercules_IMG_8143.jpg 700w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Hercules_IMG_8143-192x150.jpg 192w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2016\/02\/Hercules_IMG_8143-384x300.jpg 384w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p><!--more-->Wo fangen wir an? Ich erl\u00e4utere zun\u00e4chst, wie ich als halbwegs routinierter Alltagsradler mit 50 Lebensjahren zum Jahreswechsel 2014\/15 auf die <strong>Idee<\/strong> kam, ein Elektrorad zu kaufen. Dann schildere ich meinen \u2013 recht kurzen \u2013 <strong>Auswahlprozess<\/strong> des richtigen Modells. Ein Exkurs soll die <strong>rechtliche Situation<\/strong> erl\u00e4utern und die <strong>Begriffe<\/strong> kl\u00e4ren. Und dann berichte ich, wie sich das Rad im <strong>Alltagseinsatz<\/strong> in der Gro\u00dfstadt f\u00e4hrt, was es kann\u2013 und was nicht. Besonders interessant dabei d\u00fcrften meine Erfahrungen mit der <strong>Reichweite<\/strong> des Akkus sein. Erstaunliches Fazit: Die nat\u00fcrlichen Feinde des Elektroradlers sind nicht etwa die Autos, sondern die lieben anderen Radfahrer.<\/p>\n<p><strong>Idee<\/strong><\/p>\n<p>Zum Jahresbeginn 2015\u00a0 stand ein Wechsel meines Arbeitsortes an. Bisher hatte ich einen Weg von 2 x 9 km pro Tag, was ich \u2013 zumindest in der warmen Jahresh\u00e4lfte \u2013 normalerweise mit dem Fahrrad absolvierte. Doch auch bei dieser mittleren Entfernung gab es oft gute Gr\u00fcnde, den inneren Schweinehund nicht zu \u00fcberwinden, vor Regen, K\u00e4lte oder anderen Indispositionen zu kapitulieren und die U-Bahn zu nehmen.<\/p>\n<p>Der neue Arbeitsweg sollte vom gr\u00fcnen Berlin-Zehlendorf \u00fcber die dicht bebauten Innenstadtbezirke Sch\u00f6neberg und Kreuzberg nach Mitte f\u00fchren \u2013 im g\u00fcnstigsten Fall 16 Kilometer pro Strecke, also 32 am Tag. Mir war klar, dass ich dies nicht allt\u00e4glich mit reiner Muskelkraft bew\u00e4ltigen wollte \u2013 schon allein, um nicht verschwitzt am Arbeitsplatz anzukommen. Andererseits wollte ich das Radfahren als alleinige allt\u00e4gliche Gelegenheit zur Bewegung nicht aufgeben.<\/p>\n<p>F\u00fcr einen solchen Anwendungszweck ist die Benutzung eines elektrisch unterst\u00fctzten Fahrrads, eines so genannten <em>Pedelec<\/em>, folgerichtig. Ein Pedelec ist keineswegs eine Art Elektro-Mofa, auf dem man bewegungslos sitzt und einfach am Gasgriff dreht, um Vortrieb abzurufen (ein solches Rad nennt man E-Bike, es spielt im Verkehrsgeschehen aber keine Rolle). Ein Pedelec hingegen unterst\u00fctzt die vom Fahrer durch Treten aufgebrachte Bewegung durch eine Art &#8222;elektrischen R\u00fcckenwind&#8220;. Dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p><strong>Auswahlprozess<\/strong><\/p>\n<p>Ich ging also zum <a href=\"http:\/\/www.zentralrad.de\">Fahrradh\u00e4ndler meines Vertrauens<\/a>, bei dem ich meine beiden vorigen R\u00e4der der Marke <a href=\"http:\/\/www.fahrradmanufaktur.de\/de\/\">VSF Fahrradmanufaktur<\/a> (jeweils T 100) gekauft hatte. Zu meiner \u00dcberraschung hatte der &#8222;alternative&#8220; H\u00e4ndler in der Kreuzberger Oranienstra\u00dfe aber kein einziges Pedelec im Laden zum Vorf\u00fchren. &#8222;Sowas geht bei unserer Kundschaft nicht!&#8220; Er h\u00e4tte eines bestellen m\u00fcssen und zeigte mir Kataloge. Das in Frage kommende Pedelec der Fahrradmanufaktur sollte 2.800 Euro kosten. Ich hatte mich insgeheim schon damit abgefunden, in dieser Gr\u00f6\u00dfenordnung zahlen zu m\u00fcssen, denn ein Discounter-Rad aus dem Baumarkt w\u00e4re f\u00fcr mich wegen der darin versteckten Billigkomponenten nicht in Frage gekommen. Doch das Manufakturrad hatte schon im Prospekt M\u00e4ngel: So hatte es &#8222;nur&#8220; eine Zehngang-Kettenschaltung, also hinten eine Kassette mit zehn Ritzeln, vorne jedoch nichts. Der H\u00e4ndler meinte, bei einem Elektrorad sei das ausreichend, doch ich war skeptisch. Ich wollte die gewohnte 3 x 7 oder 3 x 8-Schaltung nicht missen, denn, so meine Vision, bei anderen als den reinen Arbeitswegen wollte ich den zwei Kilo schweren Akku zuhause lassen und rein mit Muskelkraft fahren \u2013 da sollte das Rad dann den gewohnten Schaltungskomfort liefern. Ein weiterer Nachteil des Manufakturrades: Es verzichtet auf einen Nabendynamo; die Lichtanlage w\u00e4re also nur \u00fcber den Akku gespeist worden. Ohne den w\u00e4re das Rad unbeleuchtet und damit nicht zugelasssen gewesen.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich bin ich mit dem neuen Rad bisher nur sehr selten &#8222;unelektrisch&#8220; gefahren: einmal auf einer Radtour mit R\u00fccksicht auf meine nichtmotorisierte Mitfahrerin, und einige Male &#8222;zum Br\u00f6tchenholen&#8220;, wobei sich das Radfahren auf einmal wieder sehr z\u00e4h anf\u00fchlte. Man gew\u00f6hnt sich sehr schnell an den elektrischen R\u00fcckenwind!<\/p>\n<p>Der <a href=\"https:\/\/www.vsf.de\/\">VSF<\/a>-H\u00e4ndler verwies mich netterweise auf die Konkurrenz von der <a href=\"http:\/\/www.zeg.de\/\">ZEG<\/a>. Tats\u00e4chlich hatte <a href=\"https:\/\/shop.zweirad-stadler.de\/Filialinformationen\/?standort=standort-charlottenburg\">Stadler<\/a> in einer riesigen Halle 70 Pedelecs zum Ausprobieren fahrbereit. Meine Wahl fiel schnell auf das <strong>Hercules Robert 24 DD<\/strong>. Das &#8222;Auslaufmodell&#8220; des Modelljahrs 2013 kostete im Dezember 2014 nicht 2.200 Euro (Liste), sondern nur 1.400 Euro \u2013 also genau die H\u00e4lfte des Manufakturrades. (F\u00fcr den Preisvergleich muss man allerdings fairerweise sagen, dass das Manufakturrad einen Akku mit 400 Wh hatte, das Hercules-Rad jedoch nur einen mit 300 Wh. Der Zukauf eines 400-Wh-Akkus h\u00e4tte mich bei Stadler zus\u00e4tzlich 600 Euro abz\u00fcglich 10% Rabatt gekostet, was ich erstmal nicht gemacht habe). Stadler konnte die f\u00fcr mich passende Rahmengr\u00f6\u00dfe in einer bayerischen Filiale orten und innerhalb weniger Tage beschaffen. Obwohl es ein Ausverkaufs-Schn\u00e4ppchen war, konnte man mir also ein individuelles Angebot machen. Da sah ich dann gro\u00dfz\u00fcgig dar\u00fcber hinweg, dass der offenbar in eiligen Schulungen angelernte Verk\u00e4ufer grunds\u00e4tzliche physikalische Zusammenh\u00e4nge zur Akkukapazit\u00e4t falsch wiedergab.<\/p>\n<p>Die Marke <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hercules_%28Fahrzeughersteller%29\">Hercules<\/a> hat mit dem eingegangenen N\u00fcrnberger Traditionshersteller dieses Namens nichts zu tun, sie geh\u00f6rt heute nach Umwegen \u00fcber die Niederlande der ZEG. Es ist also eine Eigenmarke dieser Einkaufsgemeinschaft wie z.B. auch Pegasus. Die Hercules-R\u00e4der werden in Ungarn gebaut (bzw. zusammengebaut). Hercules nennt diese Serie seiner Elektror\u00e4der &#8222;Robert&#8220; (f\u00fcr die Herrenmodelle) und &#8222;Roberta&#8220; (f\u00fcr die Damenmodelle). Der Name soll auf den Elektropionier Robert Bosch verweisen.<\/p>\n<p>Interessant ist bei meinem Rad das Schaltungskonzept: Da die Position am Tretlager durch den Bosch-Mittelmotor belegt ist, besteht die Schaltung aus einer kombinierten Ketten- und Nabenschaltung am Hinterrad: Acht Ritzel an der Kette und drei \u00fcbergeordnete Schaltstufen in der Nabe. Diese SRAM-Schaltung hei\u00dft daher &#8222;Dual Drive&#8220; (DD). Abgesehen davon, dass sie bald nach Kauf justiert werden musste, funktioniert die Schaltung einwandfrei. An die Bedienung mit Drehgriffen musste ich mich allerdings gew\u00f6hnen. Das Rad ist gefedert (Sattelst\u00fctze und Gabel) und hat feine, giftig zupackende Hydraulikbremsen. Ansonsten entspricht es im Look and Feel meinen bisherigen Trekkingr\u00e4dern. Der schon erw\u00e4hnte Bosch-Mittelmotor (der innerhalb weniger Jahre zum Quasistandard f\u00fcr viele Pedelecs wurde) ist optisch kaum auff\u00e4llig, und der Akku sitzt am vorderen Unterrohr des Rahmens, so dass man ihn auch f\u00fcr eine Trinkflasche oder ein gro\u00dfes Schloss halten k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Rechtliche Situation und Begriffe<\/strong><\/p>\n<p>Erstaunlich f\u00fcr das \u00fcberregulierte Deutschland ist die l\u00e4ssige Einstufung der <strong>Pedelecs<\/strong> als Fahrrad, sofern die motorische Unterst\u00fctztung nur 250 Watt betr\u00e4gt und bei Erreichen von 25 km\/h endet. Ein solches Pedelec ist also kein Kraftfahrzeug! Die Vorteile sind evident: Als Fahrrad braucht es keine Zulassung und keine Versicherung (daher auch kein Kennzeichen), der Fahrer darf (wenn er das m\u00f6chte) &#8222;andere&#8220; Radwege benutzen (benutzungspflichtige muss er benutzen), es besteht keine Helmpflicht \u2013 und f\u00fcr den, der es unbedingt ausnutzen m\u00f6chte, gelten die etwas lascheren Promillegrenzen f\u00fcr Radfahrer statt derer f\u00fcr Kraftfahrer.<\/p>\n<p>Neben den weitverbreiteten Pedelecs mit der Unterst\u00fctzung bis 25 km\/h gibt es noch die so genannten <strong>S-Pedelecs<\/strong> mit einer Untest\u00fctzung bis 45 km\/h. Diese gelten als Kleinkraftrad und brauchen Helm und Versicherungskennzeichen. Ich habe im ganzen Jahr 2015 auf der Stra\u00dfe etwa zwei S-Pedelecs gesehen, diese Fahrzeuggattung spielt also im Verkehrsgeschehen keine nennenswerte Rolle. Das ist auch gut so, denn mit einem nach Fahrrad aussehenden Fahrzeug, das tats\u00e4chlich Leistungen wie ein Motorroller hat, m\u00f6chte ich nicht unterwegs sein.<\/p>\n<p>Pedelecs werden in der Umgangssprache (und auch in der Werbung) gerne als E-Bikes bezeichnet, wobei diese Bezeichnung urspr\u00fcnglich, wie schon gesagt, f\u00fcr eine allein elektrisch angetriebene Fahrzeuggattung benutzt wurde. Daher bleibe ich bei dem an sich unsch\u00f6nen Kunstwort <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Pedelec\">Pedelec<\/a> (<i><b>Ped<\/b>al <b>Ele<\/b>ctric <b>C<\/b>ycle)<\/i>.<\/p>\n<p><strong>\u00a0Alltagseinsatz<\/strong><\/p>\n<p>Die elektrischen Komponenten bestehen aus drei Teilen: dem fest verbauten Mittelmotor am Tretlager, dem abnehmbaren (und abschlie\u00dfbaren) Akku und dem ebenfalls abnehmbaren Bediencomputer am Lenker, der aussieht wie ein \u00fcberdimensionierter Fahrradtacho. Ohne diesen Computer funktioniert die elektrische Unterst\u00fctzung nicht. An diesem Computer lassen sich vier verschiedene Unterst\u00fctzungsstufen einstellen (plus die Option &#8222;ohne&#8220;). Richtig Spa\u00df macht nur die h\u00f6chste Stufe, allerdings ist damit auch der Stromverbrauch am h\u00f6chsten (dazu sp\u00e4ter mehr). Wer zum ersten Mal aus dem Stand mit der h\u00f6chsten Stufe auf 25 km\/h beschleunigt, kommt um einen Wow-Effekt nicht herum: Das ist ein Riesenspa\u00df, wenn dich eine unsichtbare Hand am Schlafittchen packt und das Fahrrad nach vorne rei\u00dft. Den Elektromotor h\u00f6rt man sogut wienicht, klackernd schnalzt ein Gang nach dem n\u00e4chsten rein (schalten muss man wie eh und je), und ehe man es sich versieht, sind die 25 km\/h erreicht. Dann f\u00e4hrt man mit etwa 26 oder 27 km\/h recht m\u00fchelos auch ohne elektrische Unterst\u00fctzung weiter. Das ist Physik: Energie wird f\u00fcr Beschleunigung gebraucht, nicht f\u00fcr statische Bewegung. Sofern also Luft- und Reibungswiderstand nicht da w\u00e4ren, br\u00e4uchte man f\u00fcr die Aufrechterhaltung der Geschwindigkeit keine Energie.<\/p>\n<p>Die elektrische Unterst\u00fctzung sorgt also vor allem f\u00fcr <strong>Beschleunigung<\/strong>. Das hat Folgen f\u00fcr das Verkehrsgeschehen: Mit dem Elektrorad sollte man sich an der Ampel immer vorne vor den anderen wartenden Radfahrern postieren, um z\u00fcgig beschleunigen zu k\u00f6nnen \u2013 ansonsten verschenkt man einen wesentlichen (Zeit-)Vorteil der elektrisch unterst\u00fctzten Fortbewegung. An mehreren Stellen meines Wegs wei\u00df ich mittlerweile, wo ich eine bestimmte Ampelphase noch &#8222;schaffe&#8220;, wenn ich gleich als erster bei &#8222;Gr\u00fcn&#8220; wegkomme.<\/p>\n<p>Wer schnell beschleunigt und schnell f\u00e4hrt, muss gegebenenfalls \u00fcberholen. Die in Berlin mittlerweile \u00fcblichen abmarkierten Fahrradspuren auf der Fahrbahn sind meistens zu schmal, um dort andere R\u00e4der zu \u00fcberholen, ohne auf die &#8222;Autospur&#8220;auszuweichen \u2013 insbesondere wenn das \u00fcberholte Rad mittig aus diesem Streifen f\u00e4hrt. Soll man &#8222;von hinten&#8220; klingeln und damit andere Radfahrer erschrecken oder verunsichern? Nein. Dann lieber dem\u00fctig auf eine gefahrlose Gelegenheit zum \u00dcberholen warten.<\/p>\n<p>Die schnelle Beschleunigung und die relativ hohe Geschwindigkeit werden von vielen Verkehrsteilnehmern untersch\u00e4tzt. Da biegt noch einer schnell vor dir ab, ein Fu\u00dfg\u00e4nger meint, die Stra\u00dfe noch \u00fcberqueren zu k\u00f6nnen, und andere Radfahrer rechnen auch noch nicht mit dir, so dass \u00f6fters defensives Fahren erforderlich ist. Der Zeitvorteil ist also insgesamt im vollverampelten Innenstadtbereich geringer als angenommen, ein trainierter Radfahrer ist ohne Motor \u00e4hnlich schnell am Ziel. Aber man kommt nicht ins Schwitzen! Und es ist schon ein gro\u00dfer Spa\u00df, eine l\u00e4ngere Steigung ohne gro\u00dfe Anstrengung mit 25 km\/h hochzusausen!<\/p>\n<p><strong>Reichweite<\/strong><\/p>\n<p>Mein Rad ist, wie erw\u00e4hnt, mit einem (abnehm- und austauschbaren) 300 Wh-Akku ausger\u00fcstet; inzwischen ist im Modelljahr 2016 der 400 Wh-Akku Standard, und der &#8222;gr\u00f6\u00dfere&#8220; hat 500 Wh. Wie weit kommt man damit? Kaum ein Feld, bei dem die Antwort &#8222;Es kommt darauf an&#8220; so berechtigt ist wie hier.<\/p>\n<p>Die elektrische Unterst\u00fctzung l\u00e4sst sich in vier Stufen regeln. Ein neuer und voller Akku zeigt in der vierten und h\u00f6chsten Stufe am Anfang knapp 50 km Reichweite an; 48 km war zu Anfang ein typischer Wert. In der niedrigsten Stufe war der Wert leicht zweistellig. Der tats\u00e4chliche Stromverbrauch h\u00e4ngt von der gew\u00e4hlten Unterst\u00fctzungsstufe, vom Fahrverhalten und nat\u00fcrlich der Topografie ab: Wer konstant steil bergauf f\u00e4hrt (zum Beispiel im Gebirge), wird nur einen Bruchteil der Kilometer schaffen, die in der Ebene m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>Kleine Balken auf dem Display zeigen an, wie stark der Motor jeweils &#8222;hilft&#8220;: Wer kr\u00e4ftig in die Pedale tritt, erzielt hohe Geschwindigkeiten, aber auch einen geringeren Stromverbrauch gegen\u00fcber demjenigen, der nur mit minimalem Drehmoment tritt und sich vom Motor &#8222;ziehen&#8220; l\u00e4sst. Die Steuerungslogik darf als adaptiv und sensibel bezeichnet werden.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig sind die Schwankungen der <strong>Reichweitenanzeige<\/strong>. Oft ver\u00e4ndert sie sich innerhalb weniger hundert Meter Wegstrecke um mehrere Kilometer. Was zun\u00e4chst wie ein Fehler wirkt, hat aber System: Die Reichweitenanzeige ist eine Hochrechnung auf der Basis des gegenw\u00e4rtigen Fahrverhaltens: 45 km Reichweite bedeuten, dass man noch 45 km lang die elektrische Unterst\u00fctzung hat, sofern man diese weiterhin genau so wie im Augenblick abrufen wird. Wer ohne Motorhilfe einen Berg herunterf\u00e4hrt, gewinnt Kilometer; wer mit Motor einen hochf\u00e4hrt, &#8222;verbraucht&#8220; Kilometer in schneller Folge. Eine Rekuperation von elektrischer Energie beim Bremsen oder Bergabfahren ist hier nicht m\u00f6glich (und w\u00fcrde auch nicht allzu viel bringen).<\/p>\n<p>Nach einer Nutzung von ca. 2500 km im ersten Jahr hat mein Akku etwas an Kapazit\u00e4t verloren; oft zeigt der volle Akku jetzt nur 42 oder manchmal auch nur 39 km Reichweite an. Bei zur\u00fcckhaltender Fahrweise bleiben diese Werte aber kilometerlang stehen. Bisher habe ich die 32 km des Tageswegs meist mit noch rund 10 km Reserve geschafft; kommen weitere Fahrten dazu, kann es schon mal eng werden. Gut, dass man die Unterst\u00fctzung dann verringern oder im Extremfall auch ganz auf den Motor verzichten kann. Abgesehen von ein paar Kilo Mehrgewicht f\u00e4hrt sich das Rad dann n\u00e4mlich wie ein ganz normales Rad. Nur will man das nicht mehr haben ;-)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das sieht ja aus wie ein richtiges Fahrrad!&#8220;, sagte ein Kollege erstaunt, als er mein neues Hercules Robert DD 24 sah. &#8222;Das ist ein richtiges Fahrrad!&#8220;, konterte ich. Unter Elektror\u00e4dern verstehen viele immer noch einen Oma-Chopper mit extra tiefem Einstieg, eine Art Mobilit\u00e4tshilfe f\u00fcr Senioren und Behinderte. 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