{"id":4468,"date":"2021-02-28T20:12:16","date_gmt":"2021-02-28T19:12:16","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=4468"},"modified":"2024-09-29T22:04:30","modified_gmt":"2024-09-29T20:04:30","slug":"ludwigsfelde-auf-den-spuren-der-ruestungsindustrie-der-nazis","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=4468","title":{"rendered":"Ludwigsfelde \u2013 auf den Spuren der R\u00fcstungsindustrie der Nazis"},"content":{"rendered":"<p><b>Ludwigsfelde s\u00fcdlich von Berlin hat kein historisch gewachsenes Zentrum. Bedeutend wurde der Ort erst mit der Ansiedlung eines Betriebs der nationalsozialistischen R\u00fcstungsindustrie. Wir haben bei einem Sonntagsausflug nach Spuren dieser Zeit im Stadtbild gesucht.<\/b><\/p>\n<div id=\"attachment_4467\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4467\" class=\"wp-image-4467\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4467\" class=\"wp-caption-text\">Relikt am Waldrand: Verlassenes Vorkriegs-Trafogeb\u00e4ude\u00a0<del>Garagengeb\u00e4ude<\/del> im Industriepark Ludwigsfelde-Ost (Standort-Koordinaten:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.google.de\/maps\/dir\/\/(52.3168628,+13.2634632)\/@52.477952,13.3338491,14z\"> 52.3168628, 13.2634632<\/a>)<\/p><\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>1933 lebten auf dem Gebiet der heutigen Kernstadt Ludwigsfelde (ohne sp\u00e4tere d\u00f6rfliche Eingemeindungen) nur gut 220 Einwohner. Ab 1936 baute Daimler-Benz ein Flugzeugmotorenwerk in dem Waldgebiet Genshagener Heide und l\u00f6ste damit den Aufstieg Ludwigsfeldes zum Industriestandort aus. Im selben Jahr wurde der Berliner Ring der Reichsautobahn in diesem Bereich fertig \u2013 weswegen der Ort heute durch eine Autobahntrasse zerschnitten wird.<\/p>\n<p>Im Daimler-Werk wurden Flugzeugmotoren f\u00fcr die Luftwaffe gebaut \u2013 nach Kriegsbeginn haupts\u00e4chlich durch Zwangsarbeiter, unter elendigen Bedingungen.<\/p>\n<p>Zuvor hatte die\u00a0Kurm\u00e4rkische Kleinsiedlungsgesellschaft \u201epreisg\u00fcnstige Wohnungen errichtet, um einen Stamm von Arbeitern an das Werk zu binden\u201c. So entstand damals \u201eeine der gr\u00f6\u00dften Siedlungsanlagen Deutschlands\u201c, die Daimler-Werkssiedlung beiderseits der heutigen Ernst-Th\u00e4lmann-Stra\u00dfe (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Ludwigsfelde\">Wikipedia<\/a>). Zum Kriegsende hatte Ludwigsfelde schon 5.800 Einwohner, weswegen die Sowjetarmee, die den Ort im April 1945 kampflos eingenommen hat, nicht schlecht gestaunt hat: In ihren Karten war nur ein winziges Dorf eingezeichnet&#8230;<\/p>\n<p>Interessant in diesem st\u00e4dtebaulichen Zusammenhang ist die n\u00f6rdliche Fortsetzung der Daimler-Siedlung, die Holzhaussiedlung von 1944. Im\u00a0Auftrag des Reichsluftfahrtministeriums und des Daimler-Benz-Werkes entstanden \u201eohne gro\u00dfen Material- und Kostenaufwand\u201c rund 75 an den Giebelseiten aneinandergebaute Doppelh\u00e4user in Holzbauweise, welche offenbar dem Materialmangel im Krieg geschuldet war. Die Holzhaussiedlung macht heute trotz Ver\u00e4nderungen im Detail einen geschlossenen Eindruck, was sicher auch der Aufstellung einer Gestaltungssatzung durch die Gemeinde im Jahr 1992 geschuldet ist. (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Liste_der_Baudenkmale_in_Ludwigsfelde\">Denkmalliste<\/a>). Zwei der noch urspr\u00fcnglich erhaltenen Holzh\u00e4user stehen als Einzeldenkmale unter Schutz.<\/p>\n<div id=\"attachment_4465\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4465\" class=\"wp-image-4465\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/110898BF-E49C-4920-A155-3EAC08BB15F0-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4465\" class=\"wp-caption-text\">Margeritenweg 18, eingetragenes Baudenkmal von 1944 (die Eingangst\u00fcr ist nicht original)<\/p><\/div>\n<p>Die Holzhaussiedlung macht heute durchaus den Eindruck eines privilegierten Wohnstandorts. Auff\u00e4llig viele nachger\u00fcstete Klimaanlagen lassen allerdings den (naheliegenden) Schluss zu, dass die H\u00e4user zur Erbauungszeit nur unzureichend w\u00e4rmeged\u00e4mmt wurden (tats\u00e4chlich haben sie heute die schwache Energieeffizienzklasse F).<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt stellt sich die Frage, warum die Nazis noch zu Kriegsende, als das Land bereits in Tr\u00fcmmern lag, fast alle M\u00e4nner zum \u201etotalen Krieg\u201c herangezogen waren und im \u00dcbrigen ein ziviles Bauverbot galt, vergleichsweise schmucke Eigenheime f\u00fcr Arbeitskr\u00e4fte der R\u00fcstungsindustrie errichtet haben. Die H\u00e4user sind vollunterkellert und haben eine Wohnfl\u00e4che von 96 Quadratmetern bei einer typischen Grundst\u00fccksgr\u00f6\u00dfe von knapp 500 Quadratmetern, wie eine aktuelle <a href=\"https:\/\/www.immobilienscout24.de\/expose\/110146601#\/\">Immobilienanzeige<\/a> verr\u00e4t. Eine Dissertation versucht eine Antwort, ausdr\u00fccklich bezogen auf die Holzhausiedlung, in der Argumentation aber zeitlich\u00a0 fr\u00fcher ansetzend:<\/p>\n<blockquote><p>Mit dem insgesamt qualitativ mittleren bis guten Wohnungsbaustandard wollte die Werksleitung jene \u201esehr guten Facharbeiter aus der Ostmark und aus Sudetendeutschland\u201c, die als \u201esehr flei\u00dfig und willig\u201c angesehen wurden, beim Werk halten, da viele Arbeiter 1939 angesichts der drohenden Kriegsgefahr wieder in ihre Heimatorte abgereist waren. Dies wollte die Werksleitung f\u00fcr die Zukunft verhindern: \u201eWir k\u00f6nnen diese braven M\u00e4nner nur dadurch beschwichtigen, da\u00df wir ihnen wieder Aussicht auf die baldige Fertigstellung der Siedlungswohnungen [&#8230;] machen.\u201c (<a href=\"https:\/\/cdn.website-editor.net\/9b8fc8a09c2f4cbb83da1adb9666daf1\/files\/uploaded\/Carsten_Benke_Ludwigsfelde_Stadt_der_Automobilbauer_Dissertation_TU_Berlin_2010.pdf\">Carsten Benke, TU Berlin, 2010<\/a>, S. 85)<\/p><\/blockquote>\n<p>Direkt neben der Holzhaussiedlung, mit Adresse Margeritenweg 1a, findet sich eine Kirche, die auf den ersten Blick wie eine barocke Dorfkirche mit Fachwerk-Dachreiter und auf den zweiten, genaueren Blick wie eine Blut-und Boden-Kirche aus der Nazizeit aussieht. Sollte hier mitten im Krieg nun auch noch eine Kirche errichtet worden sein?<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4464\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/EC350B59-7CD3-454E-B8DA-1681E0211E1A-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die L\u00f6sung ist einfacher: Die St.-Michael-Kirche wurde 1953-55 unter DDR-Bedingungen im damals obligatorischen Stil der \u201eNationalen Tradition\u201c gebaut und war die erste Kirche im inzwischen angewachsenen Ortszentrum von Ludwigsfelde (bis dahin hatten Kirchg\u00e4nger die umliegenden Dorfkirchen aufsuchen m\u00fcssen). Auf der anderen Seite der Autobahn war damals die heute als \u201eDichterviertel\u201c bekannte, architektonisch qualit\u00e4tsvolle \u201esozialistische Wohnstadt\u201c rund um den Heinrich-Heine-Platz in Bau, die ebenfalls im stalinistischen \u201eNati-Tradi\u201c-Stil entstand. Denn auch zu DDR-Zeiten wurde Ludwigsfelde als Industriestandort ausgebaut.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum eigentlichen Thema, den Spuren der Nazi-R\u00fcstungsindustrie. Das Daimler-Motorenwerk wurde direkt nach dem Krieg demontiert, und die Werkshallen wurden gesprengt \u2013 so findet es sich jedenfalls \u00fcbereinstimmend in vielen Beitr\u00e4gen im Netz, die sich offenbar auf eine Schrift des Ludwigsfelder Heimathistorikers Gerhard Birk berufen (<a href=\"https:\/\/cdn.website-editor.net\/9b8fc8a09c2f4cbb83da1adb9666daf1\/files\/uploaded\/Carsten_Benke_Ludwigsfelde_Stadt_der_Automobilbauer_Dissertation_TU_Berlin_2010.pdf\">in der erw\u00e4hnten Dissertation auf S. 86 zitiert<\/a>) Am 1. M\u00e4rz 1952 wurde ein DDR-Nachfolgebetrieb in Ludwigsfelde gegr\u00fcndet. \u201eEs wurde ein v\u00f6llig neuer Betrieb aufgebaut mit elf Produktionshallen und einem Pr\u00fcfstand f\u00fcr Schiffsdieselmotoren.\u201c (<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Automobilwerke_Ludwigsfelde\">Wikipedia<\/a>). Ein h\u00e4mischer <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/spiegel\/print\/d-43064886.html\">Spiegel-Bericht von 1955<\/a> mokiert sich \u00fcber Pleiten, Pech und Pannen der sozialistischen Planwirtschaft ebendort im Allgemeinen und \u00fcber den Schiffsdiesel-Pr\u00fcfstand im Besonderen. Jedenfalls wurde Ludwigsfelde sp\u00e4ter zum Standort der Lastwagenproduktion der Marke IFA in der DDR.<\/p>\n<p>Ich bin immer etwas skeptisch, wenn berichtet wird, eine Anlage, eine Siedlung, eine Stadt seien \u201evollst\u00e4ndig\u201c zerst\u00f6rt worden. Irgendwelche Reste gibt es meist doch. So wurden die Heinkel-Flugzeugwerke in Oranienburg immer als zerst\u00f6rt dargestellt, bis ich ebendort bei einem <a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=2445\">Sonntagsausflug<\/a> die noch sehr vorhandene \u201eEinfliegehalle\u201c entdeckt habe.<\/p>\n<p>Im Industriepark Ludwigsfelde-Ost hat die Daimler-Benz-AG nach der Wende die IFA-Produktionsst\u00e4tte \u00fcbernommen und ist damit \u2013 durchaus makaber \u2013 an ihren Ursprungsstandort aus der Nazizeit zur\u00fcckgekehrt, auch wenn das Unternehmen gelobt, sich der <a href=\"https:\/\/www.daimler.com\/karriere\/ueber-uns\/mauerfall\/entwicklung-des-mercedes-benz-werks-ludwigsfelde.html\">Vergangenheit und dem Missbrauch von Zwangsarbeitern zu stellen.<\/a><\/p>\n<p>Das Werksgel\u00e4nde von Daimler ist naturgem\u00e4\u00df f\u00fcr einen Zaungast am Sonntag nicht zug\u00e4nglich, daher kann ich auch nichts sagen \u00fcber dortige bauliche Reste aus der Vorkriegszeit.\u00a0Aber auch au\u00dferhalb des abgeschotteten Werksgel\u00e4ndes fallen verklinkerte Bauten auf, die stilistisch der Vorkriegszeit zugeordnet werden k\u00f6nnen, jedenfalls nicht der DDR-Epoche. Zum Beispiel das heutige Mercedes-Benz-Bildungszentrum an der Brandenburgischen Str. 45.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4467\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/9A476A9E-A80A-422C-AB2B-0546267C951C-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Gleich nebenan am Waldrand steht das oben schon abgebildete verlassene Trafogeb\u00e4ude\u00a0<del>Garagengeb\u00e4ude<\/del>. Stilistisch ist es klar dem Neuen Bauen der 1920er Jahre zuzuordnen, das im Industriebau auch in der Nazizeit weiterhin angewendet wurde. Ein Zusammenhang dieses Geb\u00e4udes mit dem Daimler-Motorenwerk von 1936 ist mehr als wahrscheinlich.<\/p>\n<p>Nun noch ein Exkurs zu einem Geb\u00e4udeensemble von 1914, das uns am Rande Ludwigsfeldes auffiel:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-4466\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/02\/3D7357DA-39AE-41A3-A6A2-C4F5CE85C8EE-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die ehemalige \u201eLandwirtschaftliche Erziehungsanstalt\u201c der Stadt Berlin von 1914 ist eine Pavillonanlage im Geiste der Krankenh\u00e4user Ludwig Hoffmanns oder Hermann Blankensteins. Errichtet wurde sie tats\u00e4chlich von einem Mitarbeiter Hoffmanns. Heute befindet sich hier das Landesinstitut f\u00fcr Schule und Medien Berlin-Brandenburg (<a href=\"https:\/\/lisum.berlin-brandenburg.de\/aufgabenschwerpunkte\/schulentwicklung\/personalentwicklung\/fortbildung-und-qualifizierung\">LISUM<\/a>). Info-Tafeln vor Ort verweisen auf die grausame Praxis der Erziehung \u201eSchwer-Erziehbarer\u201c, heute dient die Anlage zur Lehrerfortbildung der L\u00e4nder Brandenburg und Berlin. Sch\u00f6n restauriert!<\/p>\n<p><strong>Nachtrag September 2024:<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben das oben erw\u00e4hnte ehemalige Trafogeb\u00e4ude wieder besucht, und siehe da: Es ist einigerma\u00dfen wiederhergestellt und in neuer Nutzung. Jedenfalls trafen wir an einem Sonntag den neuen Eigent\u00fcmer dort an, den Inhaber eines \u00f6rtlichen Elektrobetriebs, der das Grundst\u00fcck gekauft hat und zum neuen Firmensitz ausbaut. Das Trafogeb\u00e4ude ist repariert worden, wenn auch nicht im Detail stimmig. So sind die 2022 noch vorhandenen, mutma\u00dflich bauzeitlichen Stahlprofile der Obergeschossfenster entfernt und durch Glassteine ersetzt worden.<\/p>\n<p>Der Eigent\u00fcmer m\u00f6chte auf dem Grundst\u00fcck Sozialr\u00e4ume f\u00fcr seine Mitarbeiter errichten und klagte, wenn auch zusammenhanglos und schwer verst\u00e4ndlich, \u00fcber weitreichende Auflagen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-6595\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-scaled.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-scaled.jpeg 2560w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2024\/09\/IMG_2667-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ludwigsfelde s\u00fcdlich von Berlin hat kein historisch gewachsenes Zentrum. Bedeutend wurde der Ort erst mit der Ansiedlung eines Betriebs der nationalsozialistischen R\u00fcstungsindustrie. Wir haben bei einem Sonntagsausflug nach Spuren dieser Zeit im Stadtbild gesucht.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1,6],"tags":[38,52,54,53],"class_list":["post-4468","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","category-architektur","tag-architektur","tag-ludwigsfelde","tag-nationalsozialismus","tag-ruestungsindustrie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4468","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4468"}],"version-history":[{"count":54,"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4468\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4484,"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4468\/revisions\/4484"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4468"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4468"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.hotze.net\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4468"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}