{"id":4669,"date":"2021-04-29T23:36:54","date_gmt":"2021-04-29T21:36:54","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.hotze.net\/?p=4669"},"modified":"2021-06-03T23:08:57","modified_gmt":"2021-06-03T21:08:57","slug":"liebe-mutter-meine-kleine-berufliche-autobiografie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=4669","title":{"rendered":"Liebe Mutter \u2013 (m)eine kleine berufliche Autobiografie"},"content":{"rendered":"<p><strong>Liebe Mutter,<\/strong><\/p>\n<p><strong>du hast mich gebeten, dir einmal aufzuschreiben, wie ich vom Architekturstudium zu meiner Berufst\u00e4tigkeit als Journalist gekommen bin \u2013 oder als Architekturvermittler, Architekturkritiker, Redakteur, Pressereferent\u2026 Der Bezeichnungen gibt es viele, such dir eine aus. Ich habe mich gelegentlich selbstironisch als \u201eSchreiberling\u201c bezeichnet. Nur \u201eArchitekt\u201c darf ich mich nicht nennen, denn dieser Begriff ist berufsrechtlich gesch\u00fctzt, und ich erf\u00fclle trotz des abgeschlossenen Architekturstudiums die Voraussetzungen nicht, ihn zu f\u00fchren. Das st\u00f6rt mich aber keineswegs, denn ich habe einfach einen anderen Weg eingeschlagen. Und davon m\u00f6chte ich dir hier berichten.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_4684\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/05\/9846DF95-6311-466B-BEE5-25EB32619333-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4684\" class=\"wp-image-4684\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-1024x847.jpeg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-1024x847.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-363x300.jpeg 363w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-181x150.jpeg 181w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-768x635.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-1536x1270.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/20B3C1D9-7517-44EB-9890-C2C5DFD8E7DE-2048x1694.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4684\" class=\"wp-caption-text\">Mein erster bezahlter Artikel: Ausriss aus Bauwelt 22\/1989<\/p><\/div>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Den Ausl\u00f6ser meiner Abweichung vom Hauptstrom des Architekturstudiums l\u00e4sst sich ziemlich genau verorten: Es war die Casa Bianchetti in Locarno-Monti, die der Architekt <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Luigi_Snozzi\">Luigi Snozzi<\/a>\u00a01975-77 errichtet hatte. Als wir Studenten dieses Haus im Fr\u00fchjahr 1989 im Rahmen einer Exkursion des Snozzi-Ateliers der EPFL in Lausanne besucht haben, fielen uns in unmittelbarer N\u00e4he des Hauses d\u00fcnne Holzger\u00fcste auf, die in der Schweiz aufgestellt werden, um den Anwohnern die Dimensionen eines geplanten Neubauvorhabens im Ma\u00dfstab 1:1 zu visualisieren. Diese im Volksmund \u201eAntennen\u201c genannten Ger\u00fcste bedeuteten also, dass die ikonische Villa von Neubauten bedr\u00e4ngt werden sollte.<\/p>\n<p>Emp\u00f6rt habe ich gleich die Redaktion der von mir abonnierten \u201e<a href=\"http:\/\/Www.Bauwelt.de\">Bauwelt<\/a>\u201c angerufen, um diesen Skandal zu melden. Die Bauwelt bat mich zu meiner \u00dcberraschung, selbst einen Text f\u00fcr die Glossenseite \u201ebetrifft\u201c zu schreiben. Mein Manuskript \u201eAntennen im Tessin\u201c wurde 1989 ohne jegliche redaktionelle \u00c4nderung auf anderthalb Spalten gedruckt. Damit hatte ich meinen ersten bezahlten Artikel untergebracht. Ich war stolz wie Onkel Dagobert \u00fcber seinen ersten selbstverdienten Taler.<\/p>\n<p>Nach dem Ende meines Studienjahrs in Lausanne gab mir mein Assistent am Snozzi-Lehrstuhl, Walter A. Noebel, unter Bezug auf diesen Artikel mit auf den Weg: \u201eSchreiben kannst du besser als entwerfen!\u201c Daran sollte ich mich fortan halten.<\/p>\n<p>Gleichwohl ging ich zur\u00fcck nach Braunschweig, um mein Architekturstudium abzuschlie\u00dfen. Nach dem Motto \u201eZur richtigen Zeit am richtigen Ort\u201c traf ich dort auf das Wahlpflichtfach \u201eArchitekturkritik\u201c, das der Berliner Architekturkritiker <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Falk_Jaeger\">Falk Jaeger<\/a> als Lehrbeauftragter gab. Ich wurde sein gelehrigster Sch\u00fcler, und nach Ende des Seminars gab er mir einen Stapel B\u00fccher zur Rezension und vermittelte den Kontakt zum \u201eTagesspiegel\u201c in Berlin, wo meine Rezensionen dann in der Sonntagsausgabe gedruckt wurden. F\u00fcr Falks selbstlose Unterst\u00fctzung in dieser entscheidenden Phase werde ich ihm immer dankbar sein!<\/p>\n<p>Denn damit rutschte ich auf einmal in die Journalistenszene Berlins. Sp\u00e4testens seit ich 1992 eine zweite kleine Wohnung in der Sch\u00f6neberger Mansteinstra\u00dfe bezogen hatte (und fortan mit der \u00fcberf\u00fcllten Reichsbahn zwischen Braunschweig und Berlin pendelte), wurde ich dort als Journalistenkollege vor Ort ernst genommen. Der <a href=\"http:\/\/Www.Tagesspiegel.de\">Tagesspiegel<\/a> (in Person der Feuilleton-Assistentin Angela Heuser) buchte bei mir Berichte vom damals enorm wichtigen Stadtforum des Stadtentwicklungssenators Volker Hassemer, andere Redaktionen (darunter ZEIT, S\u00fcddeutsche und FAZ) beauftragten mich gelegentlich, und jede Ver\u00f6ffentlichung zog zwei weitere Anfragen nach sich. Die Chefredakteurin der BDA-Zeitschrift \u201e<a href=\"http:\/\/Derarchitektbda.de\">der architekt<\/a>\u201c, Ingeborg Flagge, ernannte mich gar zum \u201eBerlin-Korrespondenten\u201c des damals noch in Bonn ans\u00e4ssigen Blattes. Als Immer-noch-Student war ich auf einmal zur Ich-AG des Architektur-Journalismus geworden.<\/p>\n<p>Das dritte Schl\u00fcsselereignis war das erste Reichstagskolloquium 1992. Dort lernte ich eine junge Redakteurin der \u201eNeuen Zeit\u201c kennen, der ehemaligen Parteizeitung der DDR-CDU, die wenig sp\u00e4ter von der <a href=\"http:\/\/FAZ.net\">FAZ<\/a> geschluckt wurde. Nach einem weinseligen Abend beauftragte Claudia mich mit einigen Buchrezensionen. Der damalige Bauwelt-Redakteur <a href=\"http:\/\/www.wolfgang-kil.de\/\">Wolfgang Kil<\/a>, der als gelernter Ostdeutscher dieses Blatt las, zeigte meine Rezensionen den Bauwelt-Kollegen. Der stellvertretende Chefredakteur Felix Zwoch meinte: \u201eDas h\u00e4tte er auch bei uns schreiben k\u00f6nnen!\u201c und rief mich an.<\/p>\n<p>Dieser Anruf erreichte mich im Fr\u00fchjahr 1993 in meinem Zeichensaal in der TU Braunschweig, wenige Tage vor Abgabe meiner Diplomarbeit. Felix\u2018 Ansage war legend\u00e4r: \u201eErstens, ich sage jetzt du zu dir, und zweitens, f\u00e4ngst du n\u00e4chste Woche bei uns an?\u201c<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wollte ich nach den Strapazen des Diploms erstmal mindestens ein halbes Jahr Urlaub machen, aber nach einem eilig einberufenen Beratungs-Abend mit meinem Freund Hermann in der Braunschweiger Kneipe \u201eVier Linden\u201c sagte ich am n\u00e4chsten Morgen zu.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>So begann ich im April 1993 meine regul\u00e4re Berufst\u00e4tigkeit als Redakteur bei der Bauwelt, die damals zum Bertelsmann-Konzern geh\u00f6rte. Geh\u00e4lter \u00fcber Tarif, \u00fcberdurchschnittliche Urlaubsanspr\u00fcche, 13,5 Monatsgeh\u00e4lter, Betriebsrente, Presseversorgungswerk, Gewinnbeteiligung\u2026 Ich war in einer anderen Welt angekommen, allerdings \u2013 ohne es zu wissen \u2013 in der Endphase der \u201eDeutschland AG\u201c gelandet. Denn diese Welt sollte im Medienbereich sehr bald schon komplett der Vergangenheit angeh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Doch erst einmal lief es gut, auch noch, als drei Jahre sp\u00e4ter etwas Neues kam: das Internet. Bertelsmann b\u00fcndelte seine Unternehmen der Baufachinformation in einem neuen Portal, <a href=\"http:\/\/Baunetz.de\">BauNetz<\/a>. Ein kluger Konzernmensch, Matthias Krups, hatte vorgegeben, dass die neue Plattform auch eine eigene Redaktion haben sollte. Die Bauwelt wurde angewiesen, die freiwerdenden R\u00e4ume in der Etage unterhalb ihrer Redaktion in der Berliner Schl\u00fcterstra\u00dfe anzumieten und einen Redakteur daf\u00fcr abzustellen. Mein Chefredakteur Peter Rumpf kam, mit dem Fax wedelnd, zu mir und sagte: \u201eEs ist Ihnen ja wohl klar, dass Sie damit gemeint sind!\u201c Vielleicht war er auch froh, mich loszuwerden\u2026<\/p>\n<div id=\"attachment_4670\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4670\" class=\"wp-image-4670\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/E2DF25B7-5DB9-414A-935C-BBB26759047C-scaled-e1619732147755-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4670\" class=\"wp-caption-text\">Ein Schnappschuss aus der ersten (nicht der allerersten) Zeit von BauNetz, August 1997: Manuela Schubert, Thomas G\u00f6rlich, Katrin Voermanek, Anne Thieme, Stefan Rethfeld, Roselien Huisman<\/p><\/div>\n<p>F\u00fcr mich begannen 1996 die spannendsten Jahre als Gr\u00fcndungs-Chefredakteur von BauNetz. Meine Idee war, ein diskursives und investigatives Architektur-Magazin in das neue Medium Internet zu \u00fcbertragen. Dazu holte ich, im Sommer 1996 allein auf 380 Quadratmetern sitzend, zun\u00e4chst meine ehemalige, etwas j\u00fcngere Kommilitonin Katharina Matzig, die damals noch Kathrin M\u00fctter hie\u00df, als Redakteurin. Zu zweit warteten wir auf den von Bertelsmann angek\u00fcndigten so genannten \u201eChampion\u201c, den Gr\u00fcndungs-Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer. Als dieser schlie\u00dflich in Person von Frank Mirko Meurer eintraf, konnten wir den Redaktionsbetrieb mit vier Studierenden der TU Berlin als feste freie Mitarbeiter starten. BauNetz ging im Herbst 1996 online.<\/p>\n<div id=\"attachment_4676\" style=\"width: 410px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4676\" class=\"wp-image-4676\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2021\/04\/4E29FCC9-7D29-4F57-AD0C-2227B48FF022-scaled-e1619732862671-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4676\" class=\"wp-caption-text\">Schnappschuss mit <a href=\"http:\/\/Mvrdv.com\">Winy Maas<\/a> (links), Februar 2000<\/p><\/div>\n<p>Mirko war auch etwas j\u00fcnger als ich und Betriebswirt, und als solcher kann er alles au\u00dfer Fachliches. Doch er hatte die Gr\u00f6\u00dfe, die Expertise seiner Redaktion immer anzuerkennen. Er hat uns gefordert und gef\u00f6rdert. Das Unternehmen hat schnell den geplanten Break Even erreicht. Leider hat Mirko uns schon drei Jahre sp\u00e4ter zugunsten anderer Herausforderungen verlassen. Er engagiert sich bis heute in K\u00f6ln f\u00fcr Kunst und Architektur.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Liebe Mutter, ich will dich jetzt nicht langweilen mit gesch\u00e4ftstechnischen Details. Im Nachgang der so genannten ersten Internet-Krise um das Jahr 2000 herum hat auch mein Unternehmen Personal abgebaut. Au\u00dferdem wurde es mehrfach an Finanzinvestoren verkauft. Ich wurde als Honorarkraft mit einem Dienstleistungsrahmenvertrag weiterbesch\u00e4ftigt. Doch die von der damaligen Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung forcierte Ausrichtung als \u201eWohlf\u00fchlplattform\u201c der Architektur-Community hat mir nicht geschmeckt: J\u00e4hrliche Segel-Events wurden wichtiger als kritischer Journalismus. Zum Ende des Jahres 2014 bin im Einvernehmen ausgeschieden. Mit den heutigen Kolleginnen und Kollegen dort verstehe ich mich allerdings bestens.<\/p>\n<p>So bin ich zum Jahresbeginn 2015 mit f\u00fcnfzig Jahren noch mal eine berufliche Ver\u00e4nderung eingegangen: Ich bin gefragt worden, als Referent f\u00fcr Presse beim Bundesverband des <a href=\"http:\/\/Bda-bund.de\">Bundes Deutscher Architektinnen und Architekten BDA<\/a> in Berlin einzusteigen, was ich nunmehr im siebten Jahr gut auszuf\u00fcllen versuche.<span class=\"Apple-converted-space\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p>Manche fragten mich, ob ich es denn nicht bedauere, nicht mehr als Journalist t\u00e4tig zu sein (ganz analog zu der Frage, die ich vor 30 Jahren immer h\u00f6rte: ob ich es denn nicht bedaure, nicht als Architekt zu arbeiten). Die Antwort ist ganz klar: Da wir beim BDA die selben Werte vertreten, wie ich sie als Journalist stets hochgehalten habe, mag es zwar formal als Seitenwechsel gelesen werden, aber f\u00fcr mich hat sich inhaltlich rein gar nichts ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Meine Auffassung vom Berufsleben ist das einer Werteorientierung, und dieser Auffassung kann ich heute bestens nachkommen, auch wenn ich damit sicher nicht reich werde.<\/p>\n<p>Mit ganz herzlichen Gr\u00fc\u00dfen,<\/p>\n<p>Dein Sohn Benedikt<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Mutter, du hast mich gebeten, dir einmal aufzuschreiben, wie ich vom Architekturstudium zu meiner Berufst\u00e4tigkeit als Journalist gekommen bin \u2013 oder als Architekturvermittler, Architekturkritiker, Redakteur, Pressereferent\u2026 Der Bezeichnungen gibt es viele, such dir eine aus. Ich habe mich gelegentlich selbstironisch als \u201eSchreiberling\u201c bezeichnet. 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