{"id":7403,"date":"2026-02-16T23:11:21","date_gmt":"2026-02-16T22:11:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=7403"},"modified":"2026-08-19T08:54:08","modified_gmt":"2026-08-19T06:54:08","slug":"women-in-architecture-ursula-koelsch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.hotze.net\/?p=7403","title":{"rendered":"Women in Architecture: Ursula Hollatz und das katholische Jugendheim St. Laurentius in Essen-Steele"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ein architektonisch auff\u00e4lliges Geb\u00e4ude, das ich aus meiner Jugend kenne, wurde offenbar 1953\/1954 von einer jungen Architektin entworfen: das Jugendheim der katholischen St.-Laurentius-Gemeinde in Essen-Steele, Im Kirchspiel 16A. Das Geb\u00e4ude wurde nach Leerstand in den 1980er-Jahren abgerissen. In einem hobbyhistorischen Beitrag in der Zeitschrift \u201eStela Historica\u201c (Heft 20, 2024), herausgegeben vom <a href=\"https:\/\/www.steeler-archiv.de\/\">Verein Steeler Archiv e.V. <\/a>wird daf\u00fcr Ursula Hollatz als Architektin genannt. In dem Bestreben, Frauen in der Architektur sichtbarer zu machen, habe ich daraufhin eine Recherche zu dieser Architektin gestartet \u2013 ein Zwischenbericht.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><span class=\"Apple-converted-space\"> <a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7429\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-1024x551.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"377\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-1024x551.jpg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-557x300.jpg 557w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-200x108.jpg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-768x413.jpg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-1536x827.jpg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/Ursula-Hollatz.jpg-2048x1103.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/span><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Aus dem zun\u00e4chst eher beil\u00e4ufigen Hinweis ist inzwischen eine kleine Recherche zur fr\u00fchen Berufst\u00e4tigkeit einer Architektin geworden, \u00fcber die bislang erstaunlich wenig bekannt ist. Gerade im Bestreben, Frauen in der Architekturgeschichte sichtbarer zu machen, erscheint mir der Fall bemerkenswert. Denn inzwischen l\u00e4sst sich ziemlich klar belegen: Ursula Hollatz trat 1953\/54 in Essen selbst\u00e4ndig und gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig als Architektin auf.<\/p>\n<p><strong>Ursula Hollatz und K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch<\/strong><\/p>\n<p>Ursula Hollatz ist identisch mit Ursula K\u00f6lsch (gestorben 2009). Sie f\u00fchrte mit ihrem Ehemann Hans Ulrich K\u00f6lsch (1927\u20132019) das Essener Architekturb\u00fcro K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch.<\/p>\n<p>Ursula Hollatz war die Tochter des Essener Baudezernenten Josef Walther Hollatz (1898\u20131981), der dieses Amt von 1951 bis 1963 aus\u00fcbte und ma\u00dfgeblichen Einfluss auf Wiederaufbau und Stadtentwicklung Essens nahm (Quelle: Bergmann, Brdenk (Hg.), Architektur in Essen 1900\u20131960, Essen 2012).<\/p>\n<p>Zu den Werken von K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch geh\u00f6rt das 1963 errichtete Einfamilienhaus Hollatz, Heisinger Stra\u00dfe 120 in Essen-Stadtwald, Bauherr war Josef Walther Hollatz. Das Haus wird in einem Architekturf\u00fchrer als \u201eherausragendes Essener Beispiel des International Style der 1950\/60er Jahre\u201c bezeichnet (Quelle: Bergmann, Brdenk, Architektur in Essen 1960\u20132013, Essen 2013).<\/p>\n<p>Im August 2026 konnte ich das Haus erstmals vor Ort n\u00e4her ansehen. Das Geb\u00e4ude ist entgegen meiner zun\u00e4chst ge\u00e4u\u00dferten Vermutung offenbar nicht denkmalgesch\u00fctzt, aber in erstaunlich authentischem Zustand erhalten. Zur Heisinger Stra\u00dfe erscheint es als flacher, eingeschossiger Bau; aufgrund des stark abfallenden Grundst\u00fccks entwickelt es sich zur Gartenseite zweigeschossig. Wei\u00dfe Ziegelfl\u00e4chen, dunkle Schieferbekleidungen, schlanke schwarze St\u00fctzen, flach geneigte D\u00e4cher sowie eine teilweise au\u00dfenliegende und \u00fcberdeckte Erschlie\u00dfung pr\u00e4gen den Bau noch heute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7478\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7141-1-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>In einigen Quellen wird Heisinger Stra\u00dfe 120 zugleich als B\u00fcroanschrift von K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch angegeben. Demnach befand sich das Architekturb\u00fcro zumindest zeitweise im Wohnhaus des Vaters beziehungsweise Schwiegervaters.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7479\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-1024x768.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"525\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-1024x768.jpeg 1024w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-200x150.jpeg 200w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-768x576.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-1536x1152.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_7143-2048x1536.jpeg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das Ehepaar selbst wohnte sp\u00e4ter \u00fcber Jahrzehnte Am Ruhrstein 37b in Essen-Bredeney, einem gr\u00f6\u00dferen Apartmenthaus. Hans Ulrich K\u00f6lsch beziehungsweise das Ehepaar K\u00f6lsch ist dort von mindestens 1965 an nachweisbar; Hans Ulrich K\u00f6lsch lebte dort bis zu seinem Tod 2019.<\/p>\n<p>Zu den weiteren bekannten Bauten von K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch geh\u00f6ren das Evangelische Gemeindezentrum mit Altstadthaus in Essen (1963, Rottstra\u00dfe 9, 2013 abgerissen), die Trauerhalle \u00dcberruhr (1969\/70) sowie die Andachtshalle des Essener Ostfriedhofs von 1957.<\/p>\n<p>In einem vom BDA Essen herausgegebenen Architekturf\u00fchrer wird Hans Ulrich K\u00f6lsch \u2013 im Gegensatz zu Ursula K\u00f6lsch \u2013 mit dem Namenszusatz \u201eBDA\u201c gef\u00fchrt (Quelle: BDA Essen (Hg.), Essen Architekturf\u00fchrer, Essen 1983). Weitere Quellen zu seiner BDA-Mitgliedschaft habe ich bislang nicht gefunden.<\/p>\n<p>Das Ehepaar K\u00f6lsch trat au\u00dferdem als Sammler von Gebrauchsgegenst\u00e4nden aus Kunststoff hervor. Das Museum Folkwang zeigte 1983 ihre Sammlung; auch DER SPIEGEL berichtete dar\u00fcber. Die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Kunststoffgeschichte w\u00fcrdigte Hans Ulrich K\u00f6lsch nach seinem Tod 2019 mit einem Nachruf.<\/p>\n<p><strong>Was die Adressb\u00fccher verraten<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die bislang weitgehend unbekannte fr\u00fche Phase der beiden Architekten haben sich inzwischen einige neue Anhaltspunkte ergeben.<\/p>\n<p>Im Essener Adressbuch von 1953 ist Josef Walther Hollatz als \u201eDr.-Ing., Stadtrat\u201c unter Drosselanger 7 verzeichnet. Genau diese Anschrift steht auch auf dem Architektenstempel seiner Tochter Ursula Hollatz.<\/p>\n<p>Damit ist klar: Die Gesch\u00e4ftsadresse, unter der Ursula Hollatz 1953\/54 f\u00fcr das Jugendheim auftrat, war ihr Elternhaus. Das relativiert die Vorstellung eines bereits etablierten Architekturb\u00fcros mit eigenen Gesch\u00e4ftsr\u00e4umen. Es \u00e4ndert jedoch nichts daran, dass sie gegen\u00fcber dem Bauherrn eigenst\u00e4ndig als Architektin auftrat.<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens 1957 hatte sich die Situation ver\u00e4ndert. Im Essener Adressbuch werden Hans Ulrich K\u00f6lsch, Architekt, und Ursula K\u00f6lsch, Dipl.-Architektin, gemeinsam unter der Adresse Weberplatz 2 gef\u00fchrt. Ursula Hollatz hatte Hans Ulrich K\u00f6lsch also inzwischen geheiratet; auch die gemeinsame Berufst\u00e4tigkeit ist nun dokumentiert.<\/p>\n<p>Da der Architektenvertrag f\u00fcr das Jugendheim im Juli 1954 noch auf Ursula Hollatz lautet, muss die Heirat nach diesem Zeitpunkt und vor Erscheinen des Adressbuchs 1957 erfolgt sein.<\/p>\n<p>Noch ungekl\u00e4rt ist dagegen, wo beide studierten, wann Ursula Hollatz ihr Diplom ablegte, wann sie Hans Ulrich K\u00f6lsch kennenlernte und ob beide schon vor der Heirat beruflich zusammenarbeiteten.<\/p>\n<p><strong>Das Jugendheim St. Laurentius<\/strong><\/p>\n<p>Ausl\u00f6ser der gesamten Recherche war die Angabe, dass die Pl\u00e4ne f\u00fcr das Jugendheim St. Laurentius von Ursula Hollatz stammen.<\/p>\n<p>Der Beitrag in \u201eStela Historica\u201c basiert unter anderem auf einer Akteneinsicht in kirchliche Bauarchive. Auf Nachfrage hat mir der Autor Norbert N\u00fclens freundlicherweise ein Foto des Plankopfes geschickt. Dieser ist f\u00fcr die Frage nach der Urheberschaft au\u00dferordentlich aufschlussreich.<\/p>\n<p>Auf dem Plan vom 21. November 1953, ge\u00e4ndert am 28. Januar 1954, steht:<\/p>\n<p>\u201eDer Architekt: Ursula Hollatz \u2013 Diplom-Architekt \u2013 Essen \/ Am Drosselanger 7\u201c<\/p>\n<p>Darunter befindet sich ihre eigenh\u00e4ndige Unterschrift.<\/p>\n<p>Hinzu kommt ein Architektenvertrag vom Juli 1954, der ausdr\u00fccklich mit Ursula Hollatz geschlossen wurde. Bereits ein Jahr zuvor hatte der Kirchenvorstand von St. Laurentius protokolliert, \u201emit der vom Kirchenvorstandsmitglied Baudirektor Oehm (Stadt Essen) vorgeschlagenen Dipl.Architektin Fr\u00e4ulein Hollatz Verbindung aufzunehmen zwecks Anfertigung eines Grundrisses und Bauplanes\u201c.<\/p>\n<p>Damit ergibt sich inzwischen eine bemerkenswert geschlossene Beweiskette: Ursula Hollatz wurde 1953 pers\u00f6nlich als Architektin vorgeschlagen, sie fertigte die Pl\u00e4ne unter eigenem Namen an, verwendete einen eigenen Architektenstempel und schloss 1954 pers\u00f6nlich den Architektenvertrag.<\/p>\n<p>Dass ihre Gesch\u00e4ftsadresse das Elternhaus ihres Vaters war, schm\u00e4lert diesen Befund nicht. Viele junge Architekten begannen ihre selbst\u00e4ndige T\u00e4tigkeit von der eigenen Wohnung oder dem Elternhaus aus. Entscheidend ist, dass Ursula Hollatz gegen\u00fcber dem Auftraggeber eigenst\u00e4ndig als verantwortliche Architektin auftrat.<\/p>\n<p><strong>Wie selbst\u00e4ndig war Ursula Hollatz tats\u00e4chlich?<\/strong><\/p>\n<p>Offen bleibt dennoch eine interessante Frage: Wie gro\u00df war ihr pers\u00f6nlicher Anteil an Entwurf und Bauausf\u00fchrung?<\/p>\n<p>Zwei Modelle erscheinen derzeit denkbar.<\/p>\n<p>Hypothese 1: Ursula Hollatz f\u00fchrte den Auftrag tats\u00e4chlich weitgehend eigenst\u00e4ndig aus. Daf\u00fcr sprechen die gesamte bisher bekannte Aktenlage, ihr eigener Stempel, die alleinige Nennung auf den Pl\u00e4nen und der pers\u00f6nlich mit ihr geschlossene Architektenvertrag. Sollte dies zutreffen, w\u00e4re das Jugendheim m\u00f6glicherweise ein sehr fr\u00fcher selbst\u00e4ndiger Bau einer jungen Architektin in der Bundesrepublik der 1950er-Jahre.<\/p>\n<p>Hypothese 2: Ursula Hollatz trat formal allein auf, arbeitete faktisch jedoch bereits mit Hans Ulrich K\u00f6lsch zusammen. Denkbar w\u00e4re etwa, dass K\u00f6lsch informell an Entwurf, Konstruktion oder Bauabwicklung beteiligt war, ohne gegen\u00fcber dem kirchlichen Auftraggeber in Erscheinung zu treten. Einen Beleg daf\u00fcr gibt es bislang allerdings nicht.<\/p>\n<p>Gerade deshalb sollte man die dokumentierte Urheberschaft Ursula Hollatz\u2019 nicht nachtr\u00e4glich relativieren. Hans Ulrich K\u00f6lsch taucht in den bislang bekannten Unterlagen zum Jugendheim an keiner Stelle auf.<\/p>\n<p>Bemerkenswert ist zudem die Art der Auftragsvergabe. Ursula Hollatz hatte den Auftrag offenbar nicht im heutigen Sinne \u201eakquiriert\u201c, sondern war der Kirchengemeinde vom Essener Baudirektor Oehm empfohlen worden. Dass ihr Vater selbst Baudezernent der Stadt Essen war, verweist auf das lokale Netzwerk, in dem die Beauftragung zustande kam. Solche pers\u00f6nlichen und institutionellen Netzwerke waren in der Architekturpraxis der Nachkriegszeit allerdings keineswegs ungew\u00f6hnlich.<\/p>\n<p><strong>Was wir \u00fcber das Geb\u00e4ude wissen<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr den Bauvorlauf nennt \u201eStela Historica\u201c Gremiensitzungen und Planvorstellungen aus den Jahren 1953 und 1954. Konkrete Angaben zur Bauzeit fehlen bislang ebenso wie genaue Daten zur Aufgabe der Nutzung und zum Abriss.<\/p>\n<p>Aus eigener Anschauung kann ich erg\u00e4nzen, dass das Geb\u00e4ude mindestens bis Ende 1979 genutzt wurde. In den 1970er-Jahren waren bereits deutliche Bausch\u00e4den zu erkennen. Offenbar drang Wasser durch die Flachd\u00e4cher ein; im Inneren zeigten sich auff\u00e4llige Schlieren und Verschmutzungen an den W\u00e4nden.<\/p>\n<p>Fotografien des Geb\u00e4udes aus seiner Nutzungszeit sind bislang kaum bekannt. Die in \u201eStela Historica\u201c wiedergegebenen Aufnahmen stammen aus Lokalzeitungen und zeigen das Haus \u00fcberwiegend bereits im verwahrlosten Zustand kurz vor dem Abriss.<\/p>\n<p><strong>Zwischenfazit<\/strong><\/p>\n<p>Was zun\u00e4chst wie eine kleine lokalhistorische Randnotiz aussah, hat sich damit zu einer durchaus bemerkenswerten architekturgeschichtlichen Spur entwickelt.<\/p>\n<p>F\u00fcr 1953\/54 l\u00e4sst sich Ursula Hollatz als selbst\u00e4ndig und gesch\u00e4ftsm\u00e4\u00dfig auftretende Architektin in Essen nachweisen. Sie wurde pers\u00f6nlich beauftragt, zeichnete unter eigenem Namen und verwendete einen eigenen Architektenstempel. Wenige Jahre sp\u00e4ter erscheint sie als Ursula K\u00f6lsch gemeinsam mit Hans Ulrich K\u00f6lsch als Architektenehepaar und Mitinhaberin beziehungsweise Partnerin des B\u00fcros K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch.<\/p>\n<p>Noch immer fehlen jedoch entscheidende biografische Informationen: Wann wurde Ursula Hollatz geboren? Wo studierte sie Architektur? Wann legte sie ihr Diplom ab? Wann lernte sie Hans Ulrich K\u00f6lsch kennen? Wann heirateten beide? Und begann ihre berufliche Zusammenarbeit erst nach dem Jugendheim \u2013 oder war K\u00f6lsch bereits 1953\/54 informell beteiligt?<\/p>\n<p>Gerade die Antworten auf diese Fragen k\u00f6nnten aus einer lokalhistorischen Recherche eine kleine Geschichte \u00fcber die fr\u00fche Selbst\u00e4ndigkeit einer Architektin im Westdeutschland der Nachkriegszeit machen.<\/p>\n<p>Wer zu Ursula Hollatz\/K\u00f6lsch, Hans Ulrich K\u00f6lsch, dem B\u00fcro K\u00f6lsch &amp; K\u00f6lsch oder dem Jugendheim St. Laurentius weitere Informationen, Unterlagen, Fotografien oder pers\u00f6nliche Erinnerungen beisteuern kann, ist herzlich eingeladen, sich bei mir zu melden.<\/p>\n<div id=\"attachment_7408\" style=\"width: 710px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-scaled.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-7408\" class=\"wp-image-7408\" src=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-768x1024.jpeg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"933\" srcset=\"https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-768x1024.jpeg 768w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-113x150.jpeg 113w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-1152x1536.jpeg 1152w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-1536x2048.jpeg 1536w, https:\/\/blog.hotze.net\/wp-content\/uploads\/2026\/02\/IMG_5656-scaled.jpeg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-7408\" class=\"wp-caption-text\">Ausriss aus Stela Historica<\/p><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein architektonisch auff\u00e4lliges Geb\u00e4ude, das ich aus meiner Jugend kenne, wurde offenbar 1953\/1954 von einer jungen Architektin entworfen: das Jugendheim der katholischen St.-Laurentius-Gemeinde in Essen-Steele, Im Kirchspiel 16A. 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