Interview mit dem Hamburger Architekturtheoretiker Hartmut Frank
Draußen ein gleißend heller Wintertag, drinnen dunkel vertäfelte Wände und knarzende Dielen. Die Hafencity-Universität Hamburg verabschiedet ihren Architekturtheoretiker Hartmut Frank mit einem akademischen Symposium in der ehrwürdigen Hamburger Warburg-Bibliothek. Titel: „Die Sprachen der Steine“. Es treten auf: Jean-Louis Cohen mit Erinnerungen an eine französische Wohnbautagung in Grenoble 1973. Marco Pogacnik, der atemlos der Frage nachgeht, ob Adolf Loos überhaupt der Urheber des Loos-Hauses in Wien ist. Bruno Reichlin, der den „glühenden Faschisten“ Luigi Moretti vorstellt und dabei nicht weiter von Faschismus, sondern hauptsächlich von Musik und Barock spricht. Wolfgang Voigt, der an den Traditionalisten Paul Schmitthenner erinnert, und schließlich Hartmut Frank himself, der mit angenehmer Selbstdistanz sein akademisches Leben Revue passieren lässt. In der Nachschau fügen sich diese teils bizarren Splitter zu einem Ganzen: Wir haben hier soeben ein internationales Netzwerk von Forschern erlebt, die in den achtziger Jahren eine gemeinsame These aufbrachten. Sie ist inzwischen längst Allgemeingut und lautet etwa so: Es gibt keine faschistische Architektur. Oder allgemeiner: Die Form kann nicht die Gesinnung wiederspiegeln. Hartmut Frank erläutert das im Interview…
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