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Archiv für die Kategorie ‘Architektur’

Land-Art am Ortsrand: Aufgegebene Autobahn „Strecke 77“ bei Hamm

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Die Nazis haben 1937 (andere Quellen: 1938 oder 1939) mit dem Bau einer Autobahn begonnen, die nie in Betrieb ging: Das als „Strecke 77“ bezeichnete Stück zwischen Hamm-Rhynern und Berwicke war als Teil einer Strecke gedacht, die das Ruhrgebiet mit Kassel und weiter mit Oberschlesien verbinden sollte. Durch einen allgemeinen Autobahn-Baustopp im Kriegsjahr 1942 nie vollendet, wurde die ursprüngliche Streckenplanung 1963 endgültig verworfen. Heute bedient stattdessen die A44 die Verbindung Dortmund-Kassel. Die Strecke 77 geriet in Vergessenheit, und der Großteil der schon errichteten 17 Bauwerke steht seitdem als flächenhaftes Land-Art-Mahnmal in der Gegend herum. Faszinierend!

Überführungsbauwerk Kettlerholz

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Geschrieben von Benedikt Hotze

30. Mai 2022 um 17:21

Egon No. 63 und Stellwerk Or: Ein Sonntagsausflug nach Oranienburg

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Egon Eiermann hat mitten im Krieg ein wunderschönes Klinkergebäude in Oranienburg an das örtliche Gaswerk angebaut. Wir sahen heute dessen gelungenen Umbau. Außerdem: ein spaciges Reichsbahn-Stellwerk und ein unerreichbarer Lost Place…

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Geschrieben von Benedikt Hotze

24. April 2022 um 23:02

Blitze, Busse und Telegraphen: Reliefs an der Post in Velten von 1931

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Auf einem unserer legendären Sonntagsausflüge im Berliner Umland ist uns die Post in Velten, Landkreis Oberhavel, aufgefallen. Vier sehr originelle Reliefs zeugen von der Modernität des Postwesens in der Weimarer Republik.    

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Geschrieben von Benedikt Hotze

4. April 2022 um 23:58

Götzerberge: Ein verwunschener Park eines „Ziegelbarons“ im Berliner Umland

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Ein Foto  eines aufgegebenen, zinnenbewehrten Wasserturms aus dem späten 19. Jahrhundert führte uns zu einem skurrilen Standort im Berliner Umland: Götzerberge, Gemeinde Groß Kreutz im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Dort findet sich ein romantischer Park, völlig überwuchert, aus dem späten 19. Jahrhundert – angereichert durch eine teils brachiale, teils sensible Überformung aus DDR-Zeiten.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

14. Februar 2022 um 01:32

Schönefeld: Sechs mittelalterliche Dorfkirchen rund um den BER

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Die Gemeinde Schönefeld im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg beherbergt den Flughafen Berlin-Brandenburg BER. Rund um den Airport haben wir sechs im Kern mittelalterliche Dorfkirchen besucht. Die Fahrt war erratisch, weil man immer um das riesige Airport-Gelände herummuss…

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Geschrieben von Benedikt Hotze

19. November 2021 um 00:22

Gorki, Kirche, Kleckersdorf: 1920er-Architektur in Tegel

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Unser heutiger Sonntagsausflug führte uns nach Berlin-Tegel. Dort gab es eine Wohnsiedlung von Erwin Gutkind, die ich bislang noch nicht kannte, eine ganz allerliebst-niedliche Backsteinkirche und eine Kleinhaus-Siedlung, die seit Jahren im Streit zwischen alteingesessenen Mietern und einem gewerblichen Finanzinvestor steht.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

7. November 2021 um 23:45

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The Sun Machine Is Coming Down: Das Berliner ICC war kurz wieder auf. Lasst es offen!

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Als David Bowie seine Berliner Trilogie einspielte und in Schöneberg wohnte, war das ICC gerade in Bau. Ein Gesamtkunstwerk der Space-Age-Architektur, das es so wohl kaum auf der Welt noch einmal gibt. Die Berliner Festspiele haben den seit fast zehn Jahren leerstehenden Bau für eine Kunstaktion im Oktober 2021 wieder geöffnet: für elf Tage, und unter dem Motto eines Bowie-Zitats. Das Gebäude, das glücklicherweise einschließlich der Lichtregie und einiger Rolltreppen reaktiviert werden konnte, bietet eine faszinierende Zeitreise in die Siebziger. Fazit: Wer einen solch einmaligen Schatz wegwerfen will, ist von Geist und Güte komplett verlassen. 

(Zu den Hintergründen der skandalösen ICC-Schließung habe ich 2013 hier geschrieben)

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Geschrieben von Benedikt Hotze

17. Oktober 2021 um 22:39

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Zum Guten Hirten: Eine Kirche als Gefängnis!

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So etwas habe ich noch nie gesehen: eine katholische Kirche mit vier sternförmig auf einen Zentralbau mit Altar („Sanktuarium“) ausgerichteten Langhäusern. Das Grundriss-Layout erinnert nicht zufällig an die übliche Bauweise von Gefängnissen im 19. Jahrhundert: Das Kloster Zum Guten Hirten in Berlin-Marienfelde, errichtet 1904, diente dazu, „sittlich gefährdete“ Mädchen wegzusperren.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

9. August 2021 um 00:24

Essen: Kaufhaus-Abriss von 1976 soll durch Pseudo-Fassaden-Rekonstruktion geheilt werden

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Die Großstadt Essen im Ruhrgebiet bietet ihren Besucher:innen beim Verlassen des Bahnhofs – trotz der Kriegszerstörungen – ein eindrucksvolles Panorama von Bauten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hauptpost, Eickhaus, Handelshof, Haus der Technik. Eine peinliche Fehlstelle darin ist das 1976 errichtete Kaufhaus Horten (zuletzt Kaufhof). Das dafür abgerissene Defaka-Haus aus den dreißiger Jahren soll jetzt in etwa in seinem äußerlichen Erscheinungsbild rekonstruiert werden. Verrückte Welt: Defaka hätte niemals abgerissen werden dürfen. Jetzt wird offenbar ein Umbau geplant, der zumindest die graue Energie des Bestands nutzt (siehe Pressemeldung des Eigentümers).

Defaka vor dem Abriss, Foto 1970er Jahre

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Geschrieben von Benedikt Hotze

30. Juli 2021 um 00:26

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Putbus: Klassizismus purifiziert!

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Ein gründerzeitlichen Haus in Putbus auf Rügen in einem klassizistischen Umfeld verblüfft mit einem Vorher-Nachher-Vergleich…

Gartenstr. 1, Putbus,  Foto: 2014 (Axel Thieme und Bianca Bangoura via Wikimedia)

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Geschrieben von Benedikt Hotze

19. Juli 2021 um 22:34

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Der ganz normale Abriss-Wahnsinn – Brümmerstraße 48 in Berlin-Dahlem

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Auf meinem täglichen Fahrradweg fiel mir ein Trümmerhaufen auf: Das Haus Brümmerstraße 48 in Berlin-Dahlem wurde abgerissen; das damit verbundene Haus Nr. 50 steht noch. Genutzt wurde das Doppelhaus-Ensemble bislang von der Freien Universität Berlin (FU). Zerstört die FU hier ihr historisches Erbe?

Foto: Google Street View. Das linke Haus (Nr. 48) ist weg.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

22. Mai 2021 um 00:40

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Der unbekannte Architekt Ludwig Spreitzer: Zwischen NS-Zeit und Wiederaufbau

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Als ich Neujahr 1989 nach Westberlin kam, sagte man mir: Wir fangen alle in Neukölln an, aber wir wollen hier schnell weg – obwohl David Bowie „Neuköln“ (sic!) schon in den frühen Achtzigern besungen hatte. Heute ist Neukölln Hipster-Hochburg. Und ich habe das Haus Richardstraße 63, das damals meine erste Berliner Unterkunft wurde, jetzt wiederbesucht: ein denkmalgeschütztes 50er-Jahre-Gebäude in der Tradition der 20er Jahre. Doch wer war dessen Architekt Ludwig Spreitzer? Eine erste Recherche führt vor allem in die NS-Zeit.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

19. April 2021 um 23:51

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Rüdersdorf: Die Kathedrale des Kalks

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Rüdersdorf bei Berlin (so der offizielle Ortsname) besteht hauptsächlich aus einem 4 km langen Tagebauloch, das man auch als „Negativabdruck von Berlin“ bezeichnet. Denn dort wurde und wird Kalkstein abgebaut, der als Rohstoff für die Zementproduktion dient. Zement wird für Mörtel und Beton benötigt; die Zement-Produktion in Rüdersdorf wuchs in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts um 1000%. Eine eindrucksvolle Schachtofenbatterie aus den 1870er Jahren ist heute die Attraktion des dortigen Museumsparks. Und eine kleine Eisenbahnbrücke aus DDR-Zeiten mein heimlicher Favorit. Ein Sonntags-Reisebericht

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Geschrieben von Benedikt Hotze

5. April 2021 um 00:17

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Rätselhaft: Klassisch modernes Relief am Friedhof Teltow

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Wir haben an der Mauer des Friedhofs am Weinbergsweg in Teltow ein beeindruckendes Beton-Relief vorgefunden, das uns ikonografisch beschäftigt hat.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

15. März 2021 um 00:04

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Ludwigsfelde – auf den Spuren der Rüstungsindustrie der Nazis

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Ludwigsfelde südlich von Berlin hat kein historisch gewachsenes Zentrum. Bedeutend wurde der Ort erst mit der Ansiedlung eines Betriebs der nationalsozialistischen Rüstungsindustrie. Wir haben bei einem Sonntagsausflug nach Spuren dieser Zeit im Stadtbild gesucht.

Relikt am Waldrand: Verlassenes Vorkriegs-Trafogebäude Garagengebäude im Industriepark Ludwigsfelde-Ost (Standort-Koordinaten:  52.3168628, 13.2634632)

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Geschrieben von Benedikt Hotze

28. Februar 2021 um 20:12

Klassische Moderne: Ein Sonntag in Frankfurt/Oder

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Ein wunderbarer Führer zur Architektur aus der Zeit der Weimarer Republik in Frankfurt/Oder hat einen Sonntagsausflug inspiriert. Zu sehen gibt es dort klassische Moderne in allen stilistischen Schattierungen. 

Ehem. Pädagogische Akademie

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Geschrieben von Benedikt Hotze

8. Juni 2020 um 23:59

Reihenhaus am Rangierbahnhof: Vier Eisenbahnersiedlungen im Land Brandenburg

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Die Eisenbahnersiedlung Neuseddin, rund 50 km von Berlin-Mitte entfernt, erschien uns schon immer als ein bisschen spooky: Warum stehen dort so viele Einfamilien-Reihenhäuser leer? Die Antwort gibt eine Brandschutz-Regelung in der Bauordnung des Landes Brandenburg. – Eine Reise zu vier baugeschichtlich interessanten Siedlungen in Neuseddin, Elstal und Kirchmöser…

Schmiedestraße in Neuseddin

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Geschrieben von Benedikt Hotze

11. Februar 2019 um 22:24

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Moderne Villen in Langerwisch südlich von Berlin

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In Langerwisch, einem Ortsteil von Michendorf im Kreis Potsdam-Mittelmark, finden sich zwei neusachliche Villen der späten 1920er Jahre eines weitgehend unbekannten Architekten namens K. F. W. Rausch. Wer ist das? Ein baugeschichtliches Rätsel tut sich auf…

Rembrandtstr. 12

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Geschrieben von Benedikt Hotze

3. Oktober 2018 um 12:42

Buchrezension: Alles Platte?

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Das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern hat einen Tagungsband zur „Architektur im Norden der DDR als kulturelles Erbe“ (Untertitel) herausgegeben: „Alles Platte?“. Eine Buchrezension

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Geschrieben von Benedikt Hotze

8. September 2018 um 11:14

Wachsmann und Schauburg in Jüterbog

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Ein 15-Minuten-Abstecher nach Jüterbog im Süden Brandenburgs zeigt zwei Bauten der Moderne: Das Wachsmannhaus und das Kino Schauburg, das als dachlose gesicherte Ruine seiner Zukunft entgegensieht.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

5. August 2018 um 02:38