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Archiv für die Kategorie ‘Architektur’

Eisenbahnspuren: Anschlussgleis Flughafen Tempelhof

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Immer wieder tauchen Gerüchte auf, der Flughafen Tempelhof, ein architektonisches Prestigeprojekt des NS-Regimes, sei mit irgendwelchen geheimen unterirdischen Verbindungen ausgestattet. Die Wahrheit ist simpler: Das Flughafengebäude war mit einem Güter-Anschlussgleis, das im Flughafengebäude in der Minus-1-Ebene ankommt, mit dem Reichsbahn-Eisenbahnnetz verbunden. Dieses Gleis vom Güterbahnhof Hermannstraße bis zum Flughafen existiert heute noch weitgehend (Fotos der Strecke auch bei biuup.bplaced.net). An einem trüben Januarsonntag haben wir es erkundet. Dazu zählt vor allem ein auffälliges Brückenbauwerk über die stark befahrene Ringbahn.

Überführungsbauwerk über die Ringbahn

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Geschrieben von Benedikt Hotze

22. Januar 2023 um 16:26

Lust auf Lulu ­- eine barock-klassizistische Idealstadt

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Ludwigslust liegt an der Bahnstrecke Berlin-Hamburg. Entstanden ist „Lulu“, weil die mecklenburgischen Herzöge ihren Residenzort im Jahr 1764 hierhin verlegt haben – bis sie 1837 wieder zurück nach Schwerin zogen. In den dazwischen liegenden Jahren ist aus dem Nichts eine spätbarock-klassizistische Idealstadt entstanden, die bis heute ein ungewöhnlich großzügiges und einheitliches Stadtbild sowie einige herausragende Bauten des Klassizismus bietet. Eine echte Entdeckung für einen architektonischen Wochenendtrip!

Kirchenplatz und Schloss Ludwigslust

Platz „Am Bassin“ und Schloss Ludwigslust

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Geschrieben von Benedikt Hotze

31. Dezember 2022 um 00:16

Das Moltkeviertel in Essen ­– eine Buchrezension

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Essen war bis in die 1970er Jahre hinein die fünftgrößte Stadt in Deutschland – vor Frankfurt, Düsseldorf, Dortmund, Leipzig oder Stuttgart (als gebürtiger Essener wiederhole ich mich da gern). Ein vierter Band einer verdienstvollen Reihe zur modernen Architektur in Essen beschäftigt sich mit einem ganz erstaunlichen städtebaulichen Projekt der Reform- und Gartenstadt-Architektur kurz vor dem ersten Weltkrieg: dem „Moltkeviertel“. Dort war, einen Kilometer vom Hauptbahnhof entfernt, eine Mischung aus Industriellen-Villen und Reihenhäusern „kleiner Leute“ Programm. Und der städtebauliche Kulminationspunkt war nicht mehr wie früher eine Kirche, sondern eine Ingenieursschule. Mehr Moderne ging 1908 nicht!

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Geschrieben von Benedikt Hotze

10. Dezember 2022 um 16:47

Bahnrelikte in Oranienburg

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Die Website Verkehrsrelikte machte uns auf eine weitere stillgelegte Eisenbahnstrecke aufmerksam, die ebenso wie der Güteraußenring GAR (meine Bilder hier) mit dem Ziel errichtet wurde, den Bahn-Güterverkehr um Berlin herumzuführen: die Nebenstrecke Nauen­ – Kremmen – Oranienburg, Teil der so genannten Umgehungsbahn. Zwei nutzlose Brückenbauwerke auf Oranienburger Stadtgebiet sind heute noch vorhanden.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

23. Oktober 2022 um 22:28

Land Art II ­- Zwei verfallene Brückenwiderlager südlich von Berlin

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Nachdem wir neulich im Süden der Stadt Hamm/Westfalen verfallene Autobahnbrücken aus der Nazizeit aufgespürt hatten, galt unser heutiger Besuch zwei verfallenen Brückenbauwerken südlich von Berlin, die mit Eisenbahn-Planungen für den Güterverkehr aus eben jener Epoche im Zusammenhang stehen.

Brückenwiderlager Glienick

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Geschrieben von Benedikt Hotze

9. Oktober 2022 um 20:19

Das ist wirklich Riesigk: Neugotik in Deutschland – wer bietet früher?

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Die Überschrift muss man erstmal erklären: Sie bezieht sich auf das Dorf Riesigk in Sachsen-Anhalt und die dortige Kirche. Es geht um Kunstgeschichte – und da um die Frage, wo der früheste neugotische Kirchenbau des Landes steht.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

15. August 2022 um 00:43

Patzig, Dwasieden, Putbus: Rettung für Lost Places auf Rügen?

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Wir hatten das verlassene Herrenhaus Patzig-Hof bei Bergen auf Rügen längst verloren gegeben. Doch im Sommer 2022 ist das Gebäude eingerüstet und wird offenbar saniert. Und auch bei zwei weiteren „Lost Places“ auf der Insel gibt es Neuigkeiten: Das Schloss Dwasieden in Sassnitz ist verkauft worden, und das Kurhaus in Putbus wird umgebaut. Doch bleiben weiterhin viele bedeutende Gebäude auf der Insel verlassen…

Herrenhaus Patzig-Hof, Juli 2022

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Geschrieben von Benedikt Hotze

25. Juli 2022 um 19:54

Land-Art am Ortsrand: Aufgegebene Autobahn „Strecke 77“ bei Hamm

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Die Nazis haben 1937 (andere Quellen: 1938 oder 1939) mit dem Bau einer Autobahn begonnen, die nie in Betrieb ging: Das als „Strecke 77“ bezeichnete Stück zwischen Hamm-Rhynern und Berwicke war als Teil einer Strecke gedacht, die das Ruhrgebiet mit Kassel und weiter mit Oberschlesien verbinden sollte. Durch einen allgemeinen Autobahn-Baustopp im Kriegsjahr 1942 nie vollendet, wurde die ursprüngliche Streckenplanung 1963 endgültig verworfen. Heute bedient stattdessen die A44 die Verbindung Dortmund-Kassel. Die Strecke 77 geriet in Vergessenheit, und der Großteil der schon errichteten 17 Bauwerke steht seitdem als flächenhaftes Land-Art-Mahnmal in der Gegend herum. Faszinierend!

Überführungsbauwerk Kettlerholz

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Geschrieben von Benedikt Hotze

30. Mai 2022 um 17:21

Egon No. 63 und Stellwerk Or: Ein Sonntagsausflug nach Oranienburg

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Egon Eiermann hat mitten im Krieg ein wunderschönes Klinkergebäude in Oranienburg an das örtliche Gaswerk angebaut. Wir sahen heute dessen gelungenen Umbau. Außerdem: ein spaciges Reichsbahn-Stellwerk und ein unerreichbarer Lost Place…

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Geschrieben von Benedikt Hotze

24. April 2022 um 23:02

Abgelegt in Architektur,Regionales

Blitze, Busse und Telegraphen: Reliefs an der Post in Velten von 1931

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Auf einem unserer legendären Sonntagsausflüge im Berliner Umland ist uns die Post in Velten, Landkreis Oberhavel, aufgefallen. Vier sehr originelle Reliefs zeugen von der Modernität des Postwesens in der Weimarer Republik.    

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Geschrieben von Benedikt Hotze

4. April 2022 um 23:58

Götzerberge: Ein verwunschener Park eines „Ziegelbarons“ im Berliner Umland

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Ein Foto  eines aufgegebenen, zinnenbewehrten Wasserturms aus dem späten 19. Jahrhundert führte uns zu einem skurrilen Standort im Berliner Umland: Götzerberge, Gemeinde Groß Kreutz im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Dort findet sich ein romantischer Park, völlig überwuchert, aus dem späten 19. Jahrhundert – angereichert durch eine teils brachiale, teils sensible Überformung aus DDR-Zeiten.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

14. Februar 2022 um 01:32

Schönefeld: Sechs mittelalterliche Dorfkirchen rund um den BER

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Die Gemeinde Schönefeld im Landkreis Dahme-Spreewald im Bundesland Brandenburg beherbergt den Flughafen Berlin-Brandenburg BER. Rund um den Airport haben wir sechs im Kern mittelalterliche Dorfkirchen besucht. Die Fahrt war erratisch, weil man immer um das riesige Airport-Gelände herummuss…

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Geschrieben von Benedikt Hotze

19. November 2021 um 00:22

Gorki, Kirche, Kleckersdorf: 1920er-Architektur in Tegel

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Unser heutiger Sonntagsausflug führte uns nach Berlin-Tegel. Dort gab es eine Wohnsiedlung von Erwin Gutkind, die ich bislang noch nicht kannte, eine ganz allerliebst-niedliche Backsteinkirche und eine Kleinhaus-Siedlung, die seit Jahren im Streit zwischen alteingesessenen Mietern und einem gewerblichen Finanzinvestor steht.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

7. November 2021 um 23:45

Abgelegt in Allgemein,Architektur

The Sun Machine Is Coming Down: Das Berliner ICC war kurz wieder auf. Lasst es offen!

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Als David Bowie seine Berliner Trilogie einspielte und in Schöneberg wohnte, war das ICC gerade in Bau. Ein Gesamtkunstwerk der Space-Age-Architektur, das es so wohl kaum auf der Welt noch einmal gibt. Die Berliner Festspiele haben den seit fast zehn Jahren leerstehenden Bau für eine Kunstaktion im Oktober 2021 wieder geöffnet: für elf Tage, und unter dem Motto eines Bowie-Zitats. Das Gebäude, das glücklicherweise einschließlich der Lichtregie und einiger Rolltreppen reaktiviert werden konnte, bietet eine faszinierende Zeitreise in die Siebziger. Fazit: Wer einen solch einmaligen Schatz wegwerfen will, ist von Geist und Güte komplett verlassen. 

(Zu den Hintergründen der skandalösen ICC-Schließung habe ich 2013 hier geschrieben)

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Geschrieben von Benedikt Hotze

17. Oktober 2021 um 22:39

Abgelegt in Allgemein,Architektur

Vom Guten Hirten: Eine Kirche als Gefängnis!

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So etwas habe ich noch nie gesehen: eine katholische Kirche mit vier sternförmig auf einen Zentralbau mit Altar („Sanktuarium“) ausgerichteten Langhäusern. Das Grundriss-Layout erinnert nicht zufällig an die übliche Bauweise von Gefängnissen im 19. Jahrhundert: Das Kloster vom Guten Hirten in Berlin-Marienfelde, errichtet 1904, diente dazu, „sittlich gefährdete“ Mädchen wegzusperren.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

9. August 2021 um 00:24

Essen: Kaufhaus-Abriss von 1976 soll durch Pseudo-Fassaden-Rekonstruktion geheilt werden

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Die Großstadt Essen im Ruhrgebiet bietet ihren Besucher:innen beim Verlassen des Bahnhofs – trotz der Kriegszerstörungen – ein eindrucksvolles Panorama von Bauten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hauptpost, Eickhaus, Handelshof, Haus der Technik. Eine peinliche Fehlstelle darin ist das 1976 errichtete Kaufhaus Horten (zuletzt Kaufhof). Das dafür abgerissene Defaka-Haus aus den dreißiger Jahren soll jetzt in etwa in seinem äußerlichen Erscheinungsbild rekonstruiert werden. Verrückte Welt: Defaka hätte niemals abgerissen werden dürfen. Jetzt wird offenbar ein Umbau geplant, der zumindest die graue Energie des Bestands nutzt (siehe Pressemeldung des Eigentümers).

Defaka vor dem Abriss, Foto 1970er Jahre

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Geschrieben von Benedikt Hotze

30. Juli 2021 um 00:26

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Putbus: Klassizismus purifiziert!

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Ein gründerzeitlichen Haus in Putbus auf Rügen in einem klassizistischen Umfeld verblüfft mit einem Vorher-Nachher-Vergleich…

Gartenstr. 1, Putbus,  Foto: 2014 (Axel Thieme und Bianca Bangoura via Wikimedia)

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Geschrieben von Benedikt Hotze

19. Juli 2021 um 22:34

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Der ganz normale Abriss-Wahnsinn – Brümmerstraße 48 in Berlin-Dahlem

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Auf meinem täglichen Fahrradweg fiel mir ein Trümmerhaufen auf: Das Haus Brümmerstraße 48 in Berlin-Dahlem wurde abgerissen; das damit verbundene Haus Nr. 50 steht noch. Genutzt wurde das Doppelhaus-Ensemble bislang von der Freien Universität Berlin (FU). Zerstört die FU hier ihr historisches Erbe?

Foto: Google Street View. Das linke Haus (Nr. 48) ist weg.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

22. Mai 2021 um 00:40

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Der unbekannte Architekt Ludwig Spreitzer: Zwischen NS-Zeit und Wiederaufbau

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Als ich Neujahr 1989 nach Westberlin kam, sagte man mir: Wir fangen alle in Neukölln an, aber wir wollen hier schnell weg – obwohl David Bowie „Neuköln“ (sic!) schon in den frühen Achtzigern besungen hatte. Heute ist Neukölln Hipster-Hochburg. Und ich habe das Haus Richardstraße 63, das damals meine erste Berliner Unterkunft wurde, jetzt wiederbesucht: ein denkmalgeschütztes 50er-Jahre-Gebäude in der Tradition der 20er Jahre. Doch wer war dessen Architekt Ludwig Spreitzer? Eine erste Recherche führt vor allem in die NS-Zeit.

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Geschrieben von Benedikt Hotze

19. April 2021 um 23:51

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Rüdersdorf: Die Kathedrale des Kalks

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Rüdersdorf bei Berlin (so der offizielle Ortsname) besteht hauptsächlich aus einem 4 km langen Tagebauloch, das man auch als „Negativabdruck von Berlin“ bezeichnet. Denn dort wurde und wird Kalkstein abgebaut, der als Rohstoff für die Zementproduktion dient. Zement wird für Mörtel und Beton benötigt; die Zement-Produktion in Rüdersdorf wuchs in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts um 1000%. Eine eindrucksvolle Schachtofenbatterie aus den 1870er Jahren ist heute die Attraktion des dortigen Museumsparks. Und eine kleine Eisenbahnbrücke aus DDR-Zeiten mein heimlicher Favorit. Ein Sonntags-Reisebericht

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Geschrieben von Benedikt Hotze

5. April 2021 um 00:17

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