Dieses Haus des polnischen Avantgarde-Architekten Karol Schayer, erbaut 1936, habe ich am 15. August 2009 in Kattowitz fotografiert (siehe dazu die BauNetzWoche#144 „Kattowitz – Das Zentrum der polnischen Moderne“). Als ich mit meinem Fotoapparat unübersehbar vor dem Haus stand, kam eine gut gekleidete Bewohnerin in feindseliger Haltung auf mich zu und beschimpfte mich. Erst als sie in meiner Antwort das Wort „Architektur“ verstand, wurde sie schlagartig freundlich und ließ mich gewähren. Die Bewohnerin hatte also offenbar etwas dagegen, dass irgendein Hergelaufener ihr Haus fotografiert. Erst, als der Fotograf ihr einen plausiblen Grund für sein Tun nennen konnte, war sie beruhigt. Wir vermuten, dass diese Bewohnerin auch ihr Haus bei Google Street View verpixeln lässt – sofern sie in Polen die selben Einspruchs-Möglichkeiten genießt, die Google (gönnerhaft? notgedrungen?) deutschen Hausbewohnern einräumt.
Archiv für die Kategorie ‘Architektur’
Theo, wir fahrn nach Wudsch!
Wussten Sie, dass der Ortsname Łódź auf Polnisch wie “Wudsch” ausgesprochen wird? Eine Journalistenreise führte uns jetzt zu dem preisgekrönten Umbau einer Industrieruine in ein Vier-Sterne-Hotel – und in Polens drittgrößte Stadt, die einst als das “Manchester des Ostens” galt.
Abbau Ost: Berghotel Falkenhorst im Erzgebirge
Ende Dezember 2009. Wir fahren noch einmal an einen Ort, den wir in den letzten Jahren liebgewonnen haben. Auf den ersten Blick ist hier auch noch alles wie gewohnt: An den verschneiten Weggabelungen des – mit seinen düsteren Häusern unter dunklen Tannen immer etwas unheimlich wirkenden – Erzgebirgsdorfes Waldidylle finden sich nach wie vor die farbig gestalteten Hinweisschilder auf das “Berghotel Falkenhorst“. Spätexpressionistische Gemälde Dresdener Künstler aus den dreißiger Jahren zieren seit der Wiedereröffnung 2004 das Corporate Design dieses kleinen, feinen Hotels.
Die Auffahrt ist von Schnee geräumt, im Schaukasten hängt noch die Speisekarte. Allein: Die Vorhänge der Gaststube sind zugezogen, und das Hotel ist geschlossen. Für immer, sagen die Hamburger Eigentümer.
Flieger, grüß mir die Sonne
Die Fliegersiedlung von Erwin Gutkind in Berlin-Staaken (1923/24)
Sie gehören zu den ältesten Häusern der “klassischen Moderne” in Berlin: Die 21 Doppelhäuser der so genannten “Fliegersiedlung” an der äußersten westlichen Grenze des Berliner Stadtgebiets in West-Staaken. Beidseitig der Heerstraße gelegen, fallen diese kubischen Doppelhäuser jedem auf, der über die stark befahrene B 5 von Westen nach Berlin kommt.



