Das Netz funktioniert manchmal lustig: Ich hatte in einer kleinen Textskizze auf das 50. Jubiläum eines Autos — des Peugeot 504 — reagiert. Dabei erwähnte ich eher beiläufig den Namen des von mir geschätzten Lehrers und Peugeot-Fahrers Paul Struchholz. Daraufhin bekam ich Zuschriften von ehemaligen Mitschülern, die offenbar nach seinem Namen gegoogelt haben.
Belin, Schönhauser Allee: SZ und FAZ zeigen zeitgleich bauliche Verwahrlosung
Die beiden führenden überregionalen Tageszeitungen des Landes, FAZ und Süddeutsche, bringen zufällig beide in der Ausgabe von Samstag, 19. September 2026, sehr ähnliche Agentur-Bilder vom S-Bahn-Einschnitt nahe der Schönhauser Allee in Berlin – allerdings um damit zwei völlig unterschiedliche Beiträge zu illustrieren. Auffällig ist die offensichtliche Verwahrlosung der gezeigten Bausubstanz. Hält das einem Reality-Check stand?

FAZ, 19.09.2026

Die Artikel zitiere ich hier aus urheberrechtlichen Gründen nur als „Ausrisse“.
Wommelshausen – eine Reise in die eigene Kindheit
Die ersten Familien-Urlaube meiner Kindheit fanden von 1967 bis etwa 1971 in einer hellgrünen Holz-Jagdhütte statt. Die Hütte war primitiv ausgestattet: kein Bad, keine Dusche, Plumpsklo vor dem Haus. Immerhin geb es Strom und fließend Wasser. Zum Beheizen mussten wir Heizöl in Kannen kaufen. Müll mussten wir auf eine Müllkippe fahren. Für uns als Großstadt-Kinder war die Hütte im nördlichen Hessen dennoch der erste Kontakt mit der freien Natur. Ein Wiederbesuch
Women in Architecture: Ursula Hollatz und das katholische Jugendheim St. Laurentius in Essen-Steele
Ein architektonisch auffälliges Gebäude, das ich aus meiner Jugend kenne, wurde offenbar 1953/1954 von einer jungen Architektin entworfen: das Jugendheim der katholischen St.-Laurentius-Gemeinde in Essen-Steele, Im Kirchspiel 16A. Das Gebäude wurde nach Leerstand in den 1980er-Jahren abgerissen. In einem hobbyhistorischen Beitrag in der Zeitschrift „Stela Historica“ (Heft 20, 2024), herausgegeben vom Verein Steeler Archiv e.V. wird dafür Ursula Hollatz als Architektin genannt. In dem Bestreben, Frauen in der Architektur sichtbarer zu machen, habe ich daraufhin eine Recherche zu dieser Architektin gestartet – ein Zwischenbericht.
Meine beste Uhr: Damasko DC 76/2. Oder doch nicht?
Ich bin durch einen Bericht der FAZ auf die deutsche Uhrenmanufaktur Damasko aus Bayern aufmerksam geworden. Und habe mir deren für mich attraktivstes Modell DC 76/2 gleich beim Hersteller bestellt. Diese Uhr hat eigentlich alles, was die anderen nicht haben; sie hat also die Chance, zu meiner Erst-Uhr zu werden. Allerdings verlief die Geschichte meines Kaufs nicht ganz reibungslos…
Drei Bücher, die mich geprägt haben
In der „Süddeutschen“ wurde soeben berichtet, dass Kanzler Merz auf die Frage, welche drei Bücher ihn geprägt haben, ausweichend und dozierend geantwortet hat. Ich habe versucht, die Frage für mich spontan zu beantworten, ohne groß nachzudenken. Und das ist meine Antwort:
Die unbekannten Architekten der DDR: Günter Reiss und Rudolf Weise
Unser heutiger Sonntagsausflug führte uns zu zwei Bauten im ehemaligen Ostteil Berlins: zu einem spektakulären, akut abrissgefährdeten Groß-Objekt und zu einer unscheinbaren ehemaligen Postfiliale im Neubau-Wohngebiet. Beiden Bauten ist gemeinsam, das sie von bislang kaum bekannten Architekten stammen: Günter Reiss und Rudolf Weise.
„Ethnischer Städtebau“: Architektur des Faschismus in Südtirol
Unsere Exkursion gilt einem etwas schwierigen Sujet: Nachdem das deutschsprachige Südtirol in der Folge des ersten Weltkriegs im Jahr 1919 an Italien fiel, begann das faschistische Mussolini-Regime ab 1922/23 mit einer forcierten Italianisierung Südtirols, auch mit Mitteln der Architektur und des Städtebaus. Von der einheimischen Bevölkerung als Übergriff einer Besatzungsmacht wahrgenommen, entstanden dennoch Bauten von teilweise hoher architektonischer Qualität.
Drei Tage in Bozen (und Meran) auf den Spuren des „ethnischem Städtebaus“, wie der Berliner Stadtsoziologe Harald Bodenschatz dieses Phänomen bezeichnet.
Berthold Burkhardt (1941–2025): Frei Otto und ICOMOS
Der Architekt, Hochschullehrer und Aktivist Berthold Burkhardt ist am 3. Juni 2025 im Alter von 83 Jahren in Braunschweig gestorben. Zunächst lange Jahre „der zweite Mann“ am Institut für Leichte Flächentragwerke (IL) in Stuttgart hinter Frei Otto, übernahm er 1984 das Institut für Tragwerkslehre an der TU Braunschweig. Er engagierte sich energisch für eine technisch richtige Erhaltung von Bauten der Moderne – und war sich nicht zu schade, für dieses Ziel mühsame Gremienarbeit auf sich zu nehmen. Dieser persönliche Rückblick würdigt ihn anekdotisch.
Harte Schale, weicher Kern? Denkmalpflegerische Erfahrungen bei der Restaurierung und Sanierung ausgewählter Bauten von Ulrich Müther – eine Tagung in Templin
Neulich stand im Tagesspiegel, dass Ulrich Müther erst in dem Moment weltberühmt wurde, als sein Ahornblatt in Berlin abgerissen wurde. Das ist nicht ganz falsch beobachtet, denn der Baumeister von der Insel Rügen war in beiden deutschen Systemen nicht vorgesehen und lief lange unter Radar. Bericht von einer Tagung in Templin
Tichys Einblick: Der Onkel riecht
Normalerweise habe ich im Alltag keine Berührungspunkte mit Rechtskonservativen und Verschwörungs-Erzählenden. Doch in dem Zeitungskiosk, in dem ich regelmäßig die „hörzu” kaufe (ja, das ist ein Ritual, das ich in Erinnerung an meine verstorbene Lebensgefährtin aufrecht erhalte), lag neben der frechen „Titanic” auch ein wertig aufgemachtes Heft „Tichys Einblick” – abstruse Thesen auf dem Titel inklusive. Da ich für sowas natürlich kein Geld ausgebe, habe ich mir den Spaß gegönnt, die Website dieses Machwerks anzusehen. Und landete in einer Welt, die ich seit den 50er Jahren für überwunden hielt.
Contest: Die älteste neugotische Kirche – heute: Paretz im Havelland
Wir arbeiten weiter am Contest „Finde die älteste neugotische Kirche“. Zuletzt hatten wir Riesigk im Dessau-Wörlitzer Gartenreich ins Rennen geworfen, heute schlagen wir Paretz vor.
Lost Place Magdeburg
Ostern 2025 hatten wir Gelegenheit, in Magdeburg Architektur abseits der bekannten sozialreformerischen Siedlungen der 1920er Jahre anzusehen. Darunter einige markante Lost Places.
Luckhardt-Villa und Fliegerhorst: Lost Places in Bötzow
Auf der Suche nach einer verlassenen klassisch-modernen Villa entdecken wir als Beifang einen nahegelegenen, ebenfalls verlassenen Fliegerhorst aus der Nazizeit. Impressionen unseres heutigen Sonntagsausflugs nordwestlich von Berlin.
Alexander, Abraham und Wollank – Architektonische Spuren am Groß-Glienicker See
Der Ortsname „Glienicke“ ist in Berlin und Umland gleich mehrfach besetzt: Glienicke/Nordbahn, Kleinglienicke, Schloss Glienicke, Glienicker Brücke… Hier soll es um Groß-Glienicke gehen, einen Stadtteil von Potsdam an der Grenze zu Berlin-Kladow, wo wir bei unserem Sonntagsausflug die Reste eines Gutshauses sowie Spuren der Berliner Mauer ebenso vorgefunden haben wie eindrucksvolle architektonische Zeugnisse eines deutsch-jüdischen Lebens der 1920er Jahre.
Datenschutz? Entnazifizierungsakten in NRW öffentlich zugänglich
Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Rheinland, stellt seit 2023 schrittweise digitalisierte Entnazifizierungsakten von Belasteten online, die zum Zeitpunkt der Entnazifizierung (also etwa 1946–48) in den betreffenden Regierungsbezirken ihren Wohnsitz hatten. Auch die Akten meiner beiden Großväter sind hier für die Öffentlichkeit ohne jede Hürde zugänglich. Hier soll 1. am Beispiel der eigenen Vorfahren ein Überblick über die Entnazifizierungspraxis gegeben werden, 2. das Projekt des Landesarchivs NRW vorgestellt werden und schließlich 3. eine Abwägung dieser Veröffentlichungspraxis vor dem Hintergrund des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte versucht werden.
Datenschutz: Matrose P. und die elektronische Patientenakte
Die elektronische Patientenakte kommt – für alle gesetzlich Krankenversicherten, die nicht widersprechen. Diskutiert wird über Datensicherheit. Bislang kaum beachtet wird, was eigentlich passiert, wenn formal berechtigte Nutzer die Daten missbrauchen. Zur Anschaulichkeit erzähle ich hier eine Anekdote aus den 1980er Jahren…
Eisenbahnrelikte V: Verschiebebahnhof Hamm/Westfalen im Nebel
In Hamm/Westfalen ist ab 1882 und insbesondere 1912–29 der angeblich größte Verschiebebahnhof Europas errichtet worden. Heute kennen Bahnreisende Hamm hauptsächlich wegen der Zugteilung der ICEs zwischen Berlin und dem Rhein-Ruhr-Gebiet. Der benachbarte Verschiebebahnhof liegt weitgehend brach. Einige Impressionen aus dem Dezember 2024 bei Nebel…
Dallgow-Döberitz: Nazi-Kasernen und Flak-Garagen
Wer aus Richtung Nauen nach Berlin mit dem Auto fährt, kam in den vergangenen Jahrzehnten nicht daran vorbei: Baulich eindrucksvolle, aber leerstehende Kasernenbauten aus der Nazizeit stehen direkt an der autobahnähnlichen Straße gegenüber dem ehemaligen Olympischen Dorf in Elstal. Nun werden die Bauten offenbar systematisch abgerissen.
Gas, Wasser, Gastro: Drei unbekannte Türme im Berliner Südosten
An einem dezembertrüben Sonntag führte uns ein Ausflug zu drei bemerkenswerten Türmen im südöstlichen Stadtgebiet von Berlin, die mir bislang unbekannt waren. Ausgelöst war die Recherche von Presseberichten über ein gestaltetes Schornsteinbauwerk der Ausflugsgaststätte „Zenner“ aus frühen DDR-Zeiten.













